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Windpark Kladrum Mitte Beteiligungs GmbH: Verlust steigt deutlich – Kapitalzuführung stärkt dennoch das Eigenkapital
DP Taxi GmbH aus Düsseldorf: Insolvenzantrag mangels Masse abgewiesen

Windpark Kladrum Mitte Beteiligungs GmbH: Verlust steigt deutlich – Kapitalzuführung stärkt dennoch das Eigenkapital

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Bremer Windpark Kladrum Mitte Beteiligungs GmbH weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von 23.462,95 Euro aus. Im Vorjahr waren es 17.673,54 Euro.

Damit erhöhte sich die Bilanzsumme innerhalb eines Jahres um 5.789,41 Euro beziehungsweise rund 32,8 Prozent.

Hinter dem Wachstum steht allerdings keine entsprechende operative Gewinnerwirtschaftung. Vielmehr zeigt die Bilanz zwei wesentliche Veränderungen: Auf der Passivseite wurde erstmals eine Kapitalrücklage von 10.000 Euro ausgewiesen, während auf der Aktivseite die Finanzanlagen von 5.000 auf 14.000 Euro stiegen.

Jahresverlust erhöht sich um fast 70 Prozent

Die Ergebnisentwicklung fällt deutlich negativ aus.

Für 2025 weist die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag von 3.787,64 Euro aus. Im Geschäftsjahr 2024 waren es noch 2.239,96 Euro.

Damit stieg der Verlust um 1.547,68 Euro beziehungsweise rund 69 Prozent.

Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung ist in den vorliegenden Angaben nicht enthalten. Daher lässt sich aus der Veröffentlichung nicht ableiten, welche einzelnen Aufwendungen oder fehlenden Erträge für den höheren Jahresverlust verantwortlich waren.

Fest steht lediglich: Die Gesellschaft hat auch 2025 keinen bilanziellen Gewinn erwirtschaftet.

Aufgelaufene Verluste erreichen fast 13.000 Euro

Neben dem neuen Jahresfehlbetrag besteht bereits ein erheblicher Verlustvortrag.

Dieser erhöhte sich von 6.922,50 Euro auf 9.162,46 Euro. Zusammen mit dem Jahresfehlbetrag 2025 von 3.787,64 Euro ergeben sich zum Bilanzstichtag kumulierte Verluste von

12.950,10 Euro.

Gemessen am gezeichneten Kapital von 25.000 Euro entspricht dies rund 51,8 Prozent des Stammkapitals.

Ohne zusätzliche Kapitalmaßnahmen wäre damit inzwischen rechnerisch mehr als die Hälfte des ursprünglichen Stammkapitals durch Verluste aufgezehrt.

10.000 Euro fließen in die Kapitalrücklage

Ein entscheidender Unterschied zum Vorjahr ist deshalb die neu ausgewiesene Kapitalrücklage von 10.000 Euro.

2024 bestand noch keine entsprechende Position.

Das gezeichnete Kapital bleibt unverändert bei 25.000 Euro. Zusammen verfügen die Eigenkapitalpositionen damit zunächst über eine rechnerische Kapitalbasis von 35.000 Euro, bevor Verlustvortrag und Jahresfehlbetrag berücksichtigt werden.

Die Rechnung lautet:

25.000 Euro gezeichnetes Kapital plus 10.000 Euro Kapitalrücklage, abzüglich 9.162,46 Euro Verlustvortrag und 3.787,64 Euro Jahresfehlbetrag.

Daraus ergibt sich das ausgewiesene Eigenkapital von 22.049,90 Euro.

Die zusätzliche Kapitalrücklage hat somit verhindert, dass sich der Jahresverlust unmittelbar in einem entsprechenden Rückgang des bilanziellen Eigenkapitals niederschlägt.

Eigenkapital steigt trotz Jahresfehlbetrag um 39 Prozent

Ende 2024 hatte das Eigenkapital lediglich 15.837,54 Euro betragen. Ende 2025 sind es 22.049,90 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um 6.212,36 Euro beziehungsweise rund 39,2 Prozent.

Dieser Anstieg ist allerdings nicht auf einen Gewinn zurückzuführen. Ohne die zusätzliche Kapitalrücklage von 10.000 Euro wäre das Eigenkapital aufgrund des Jahresfehlbetrags weiter gesunken.

Für die Einordnung des Abschlusses ist diese Unterscheidung wichtig: Die bilanzielle Stärkung stammt von der Kapitalseite, nicht aus der laufenden Ertragskraft der Gesellschaft.

Finanzanlagen steigen von 5.000 auf 14.000 Euro

Auf der Aktivseite zeigt sich gleichzeitig eine deutliche Ausweitung der Beteiligungswerte.

Die Finanzanlagen erhöhten sich innerhalb eines Jahres von 5.000 auf 14.000 Euro. Das entspricht einem Anstieg um 9.000 Euro beziehungsweise 180 Prozent.

Nach Angaben im Anhang handelt es sich dabei um Anteile an verbundenen Unternehmen. Sie werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bilanziert; soweit erforderlich, ist ein niedrigerer beizulegender Wert anzusetzen.

Welche konkreten Gesellschaften hinter diesen Beteiligungen stehen, wird im vorgelegten Abschluss nicht genannt.

Die Entwicklung spricht jedoch dafür, dass die Windpark Kladrum Mitte Beteiligungs GmbH ihre Beteiligungsaktivitäten im Geschäftsjahr ausgeweitet hat.

Mehr als die Hälfte des Vermögens steckt inzwischen in Beteiligungen

Die Verschiebung innerhalb der Aktivseite ist beträchtlich.

2024 entfielen von insgesamt 17.673,54 Euro lediglich 5.000 Euro auf Finanzanlagen. Das waren rund 28 Prozent der Bilanzsumme.

Ende 2025 machen die 14.000 Euro Finanzanlagen dagegen rund 59,7 Prozent des gesamten Vermögens aus.

Damit ist inzwischen deutlich mehr als die Hälfte der Bilanzsumme langfristig in Beteiligungen gebunden.

Parallel dazu gingen die verfügbaren liquiden Mittel zurück.

Bankguthaben sinkt um rund ein Viertel

Die Kassen- und Bankguthaben reduzierten sich von 12.673,54 Euro auf 9.462,95 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 3.210,59 Euro beziehungsweise rund 25,3 Prozent.

Trotz der zusätzlichen Kapitalrücklage von 10.000 Euro verfügt die Gesellschaft somit am Jahresende über weniger liquide Mittel als zwölf Monate zuvor.

Gleichzeitig wurden die Finanzanlagen um 9.000 Euro erhöht und ein Jahresverlust von knapp 3.800 Euro verbucht.

Die Bilanz zeigt damit eine deutliche Verschiebung: weg von Liquidität und hin zu Beteiligungsvermögen.

Keine Verbindlichkeiten ausgewiesen

Auf der Fremdkapitalseite fällt die äußerst geringe Belastung auf.

Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2025 keine Verbindlichkeiten aus.

Neben dem Eigenkapital von 22.049,90 Euro bestehen lediglich Rückstellungen von 1.413,05 Euro.

Diese gingen gegenüber den 1.836 Euro des Vorjahres sogar um 422,95 Euro beziehungsweise rund 23 Prozent zurück.

Bankkredite oder sonstige bilanzierte Finanzschulden sind nach den vorgelegten Zahlen nicht vorhanden.

Eigenkapitalquote steigt auf rund 94 Prozent

Aufgrund der Kapitalzuführung und der fehlenden Verbindlichkeiten ist die Eigenkapitalquote ausgesprochen hoch.

Bei einer Bilanzsumme von 23.462,95 Euro und einem Eigenkapital von 22.049,90 Euro errechnet sich für Ende 2025 eine Eigenkapitalquote von rund 94,0 Prozent.

Im Vorjahr lag sie bei rund 89,6 Prozent.

Die bilanzielle Kapitalstruktur hat sich damit trotz des höheren Jahresverlusts sogar verbessert.

Das Unternehmen finanziert seine ausgewiesenen Vermögenswerte praktisch vollständig mit Eigenkapital.

Liquidität deckt Rückstellungen deutlich

Auch kurzfristig zeigt die Bilanz auf Basis der veröffentlichten Zahlen keinen erkennbaren finanziellen Engpass.

Den Rückstellungen von 1.413,05 Euro stehen 9.462,95 Euro liquide Mittel gegenüber. Verbindlichkeiten werden überhaupt nicht ausgewiesen.

Das Bankguthaben entspricht damit mehr als dem Sechsfachen der bilanzierten Rückstellungen.

Eine Aussage über zukünftige Zahlungsverpflichtungen oder außerbilanzielle Verpflichtungen lässt sich daraus allerdings nicht ableiten, da hierzu im vorgelegten Anhang keine weitergehenden Angaben gemacht werden.

Gesellschaft gehört zum wpd-Konzern

Die Windpark Kladrum Mitte Beteiligungs GmbH wird nach Angaben des Anhangs in den Konzernabschluss der wpd GmbH mit Sitz in Bremen einbezogen.

Als Geschäftsführer wird Dr. Gernot Blanke genannt.

Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.

Die Gesellschaft wird als kleine Kapitalgesellschaft gemäß § 267 HGB eingeordnet.

Bilanz wird stärker – Ertragslage bleibt der Schwachpunkt

Unter dem Strich zeigt der Jahresabschluss 2025 zwei gegenläufige Entwicklungen.

Auf der einen Seite steht eine deutliche bilanzielle Stärkung. Die Kapitalrücklage wurde um 10.000 Euro erhöht, das Eigenkapital stieg auf rund 22.050 Euro und die Eigenkapitalquote erreicht etwa 94 Prozent. Verbindlichkeiten bestehen laut Bilanz nicht.

Zudem wurden die Finanzanlagen von 5.000 auf 14.000 Euro ausgebaut. Damit nimmt die eigentliche Beteiligungsfunktion der Gesellschaft in der Bilanz deutlich mehr Raum ein.

Auf der anderen Seite bleibt die Ertragsentwicklung negativ. Der Jahresfehlbetrag stieg um rund 69 Prozent auf 3.787,64 Euro. Zusammen mit den Verlusten der Vorjahre haben sich inzwischen Fehlbeträge von 12.950,10 Euro angesammelt.

Besonders wichtig ist daher die Herkunft der verbesserten Eigenkapitalposition: Sie beruht nicht auf erwirtschafteten Gewinnen, sondern wesentlich auf der zusätzlichen Kapitalrücklage von 10.000 Euro.

Für die weitere Entwicklung dürfte entscheidend sein, ob die inzwischen auf 14.000 Euro ausgebauten Beteiligungen künftig Erträge liefern. Gelingt dies, könnte sich die bisherige Verlustentwicklung umkehren. Bleiben entsprechende Erträge dagegen aus und setzen sich Jahresfehlbeträge in ähnlicher Größenordnung fort, würde auch die jetzt durch zusätzliches Kapital gestärkte Eigenkapitalbasis wieder abschmelzen.

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