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Windpark Kalletal-Osterhagen Beteiligungs GmbH: Verlust verdoppelt sich – Gesellschafter zahlen ausstehendes Kapital vollständig ein
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Windpark Kalletal-Osterhagen Beteiligungs GmbH: Verlust verdoppelt sich – Gesellschafter zahlen ausstehendes Kapital vollständig ein

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Bremer Windpark Kalletal-Osterhagen Beteiligungs GmbH weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von 13.101,33 Euro aus. Ende 2024 waren es lediglich 4.984,36 Euro.

Damit hat sich die Bilanzsumme um 8.116,97 Euro beziehungsweise rund 163 Prozent erhöht.

Dieser kräftige Anstieg darf allerdings nicht mit einem entsprechenden wirtschaftlichen Gewinn verwechselt werden. Entscheidend für die Entwicklung ist vielmehr eine Veränderung auf der Kapitalseite: Die Ende 2024 noch nicht eingeforderten beziehungsweise ausstehenden Einlagen von 12.500 Euro bestehen Ende 2025 nicht mehr.

Stammkapital jetzt vollständig eingefordert

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt unverändert 25.000 Euro. Ende 2024 waren davon allerdings lediglich 12.500 Euro als eingefordertes Kapital ausgewiesen. Weitere 12.500 Euro erschienen als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen.

Zum 31. Dezember 2025 weist die Bilanz dagegen das vollständige eingeforderte Kapital von 25.000 Euro aus.

Damit wurde die Kapitalausstattung der Gesellschaft im Laufe des Jahres wesentlich verändert.

Das erklärt zugleich, weshalb das Bankguthaben trotz eines weiteren Jahresverlusts deutlich gestiegen ist.

Bankguthaben steigt auf 13.101 Euro

Die Aktivseite der Gesellschaft besteht ausschließlich aus liquiden Mitteln.

Ende 2024 lagen die Kassen- und Bankguthaben bei 4.984,36 Euro. Ein Jahr später waren es 13.101,33 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um 8.116,97 Euro beziehungsweise knapp 163 Prozent.

Bemerkenswert ist dabei die sehr einfache Bilanzstruktur: Es werden weder Sachanlagen noch Finanzanlagen, Forderungen oder sonstige wesentliche Vermögenspositionen ausgewiesen.

Das gesamte bilanzierte Vermögen besteht somit zum Bilanzstichtag aus Bank- beziehungsweise Kassenbeständen.

Jahresverlust steigt auf 4.273,58 Euro

Weniger positiv fällt die Ergebnisentwicklung aus.

Für das Geschäftsjahr 2025 weist die Windpark Kalletal-Osterhagen Beteiligungs GmbH einen Jahresfehlbetrag von 4.273,58 Euro aus.

2024 hatte der Verlust noch bei 2.145,80 Euro gelegen.

Der Fehlbetrag erhöhte sich damit um 2.127,78 Euro beziehungsweise rund 99 Prozent. Der Jahresverlust hat sich innerhalb eines Jahres also praktisch verdoppelt.

Eine Gewinn- und Verlustrechnung mit einer detaillierten Aufschlüsselung der Aufwendungen und möglichen Erträge ist in den vorgelegten Angaben nicht enthalten. Deshalb lässt sich aus der Veröffentlichung nicht erkennen, wodurch der höhere Verlust im Einzelnen verursacht wurde.

Aufgelaufene Verluste erreichen mehr als 13.000 Euro

Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Blick auf die kumulierten Verluste.

Der Verlustvortrag belief sich Ende 2025 bereits auf 8.998,14 Euro. Zusammen mit dem neuen Jahresfehlbetrag von 4.273,58 Euro ergeben sich aufgelaufene Verluste von insgesamt 13.271,72 Euro.

Dem steht ein eingefordertes Kapital von 25.000 Euro gegenüber.

Rechnerisch sind damit bereits rund 53 Prozent des Stammkapitals durch aufgelaufene Verluste aufgezehrt.

Das ist eine deutlich andere Perspektive als der bloße Anstieg des ausgewiesenen Eigenkapitals zunächst vermuten lässt.

Eigenkapital steigt trotzdem deutlich

Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich von lediglich 3.501,86 Euro Ende 2024 auf 11.728,28 Euro Ende 2025.

Das entspricht einem Anstieg um 8.226,42 Euro beziehungsweise rund 235 Prozent.

Dieser Zuwachs ist jedoch nicht das Ergebnis eines profitablen Geschäftsjahres. Im Gegenteil: Die Gesellschaft erwirtschaftete einen höheren Verlust.

Ausschlaggebend ist vielmehr die vollständige Einforderung beziehungsweise Einzahlung des zuvor noch ausstehenden Kapitals.

Vereinfacht dargestellt stehen Ende 2025 dem Kapital von 25.000 Euro kumulierte Verluste von 13.271,72 Euro gegenüber. Daraus ergibt sich das ausgewiesene Eigenkapital von 11.728,28 Euro.

Eigenkapitalquote mit knapp 90 Prozent sehr hoch

Trotz der Verluste weist die Gesellschaft zum Bilanzstichtag eine hohe Eigenkapitalquote auf.

Bei einer Bilanzsumme von 13.101,33 Euro und einem Eigenkapital von 11.728,28 Euro beträgt sie rund 89,5 Prozent.

Die restlichen knapp 10,5 Prozent der Bilanzsumme entfallen auf Rückstellungen.

Bemerkenswert ist außerdem, dass überhaupt keine Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.

Damit bestehen laut der veröffentlichten Bilanz weder Bankverbindlichkeiten noch Lieferantenverbindlichkeiten oder sonstige bilanzierte Schulden.

Rückstellungen leicht gesunken

Die Rückstellungen reduzierten sich geringfügig.

Ende 2024 lagen sie bei 1.482,50 Euro, zum 31. Dezember 2025 noch bei 1.373,05 Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 7,4 Prozent.

Die Rückstellungen bilden damit neben dem Eigenkapital die einzige Position auf der Passivseite.

Das Unternehmen verfügt insofern über eine ausgesprochen übersichtliche Bilanzstruktur:

13.101 Euro liquide Mittel stehen rund 11.728 Euro Eigenkapital und 1.373 Euro Rückstellungen gegenüber.

Noch keine Beteiligungen in der Bilanz erkennbar

Für eine Gesellschaft mit dem Namen „Windpark Kalletal-Osterhagen Beteiligungs GmbH“ fällt zudem auf, dass zum Jahresende keine Finanzanlagen bilanziert werden.

Der Abschluss enthält ausschließlich liquide Mittel.

Aus den vorgelegten Informationen lässt sich deshalb nicht feststellen, ob beziehungsweise wann die Gesellschaft Beteiligungen an einem Windparkprojekt erwerben soll oder welche konkrete wirtschaftliche Funktion sie innerhalb der Projektstruktur übernimmt.

Auch der Anhang enthält hierzu keine weitergehenden Angaben.

Teil des wpd-Konzerns

Die Windpark Kalletal-Osterhagen Beteiligungs GmbH gehört zum Konsolidierungskreis der wpd GmbH mit Sitz in Bremen. Nach Angaben im Anhang wird die Gesellschaft in deren Konzernabschluss einbezogen.

Geschäftsführer war im Geschäftsjahr Dr. Gernot Blanke.

Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.

Kapitalzuführung überdeckt die Verlustentwicklung

Der Jahresabschluss 2025 vermittelt deshalb auf den ersten Blick ein deutlich positiveres Bild als bei näherer Betrachtung.

Bilanzsumme, Bankguthaben und Eigenkapital sind kräftig gestiegen. Diese Entwicklung beruht jedoch wesentlich auf der vollständigen Einzahlung beziehungsweise Einforderung des Stammkapitals und nicht auf erwirtschafteten Gewinnen.

Gleichzeitig hat sich der Jahresfehlbetrag von 2.145,80 auf 4.273,58 Euro nahezu verdoppelt. Die kumulierten Verluste erreichen inzwischen 13.271,72 Euro und entsprechen damit mehr als der Hälfte des Stammkapitals.

Akute bilanzielle Finanzierungsprobleme lassen die veröffentlichten Zahlen dennoch nicht erkennen. Die Gesellschaft besitzt keine ausgewiesenen Verbindlichkeiten, verfügt über 13.101 Euro liquide Mittel und weist eine Eigenkapitalquote von knapp 90 Prozent auf.

Für die weitere Entwicklung dürfte vor allem entscheidend sein, wann die Gesellschaft ihre eigentliche Beteiligungsfunktion aufnimmt und ob daraus künftig Erträge entstehen. Denn sollte sich die bisherige Verlustentwicklung ohne entsprechende Einnahmen fortsetzen, würde das durch die Kapitaleinzahlung gestärkte Eigenkapital wieder schrittweise aufgezehrt.

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