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Gen Z verliert Vertrauen in die gesetzliche Rente – private Vorsorge rückt stärker in den Fokus

geralt (CC0), Pixabay

Grundlage der Zahlen ist eine Forsa-Umfrage für Visa und ING aus dem Juni 2026. Befragt wurden 1.003 Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Demnach rechnen nur noch 49 Prozent der Befragten damit, im Alter staatliche Rentenzahlungen zu erhalten. Ein Jahr zuvor waren es noch 56 Prozent. Innerhalb eines Jahres ist der Anteil damit um sieben Prozentpunkte zurückgegangen.

Nur fünf Prozent glauben an eine ausreichende gesetzliche Rente

Noch deutlicher wird die Verunsicherung bei der Frage, ob die gesetzliche Rente später tatsächlich zum Leben reichen wird. Nur fünf Prozent der jungen Erwachsenen vertrauen darauf, ihren bisherigen Lebensstandard damit im Ruhestand halten zu können.

Die Altersvorsorge entwickelt sich dadurch für die Generation Z zu einem wichtigen finanziellen Zukunftsthema. 79 Prozent der Befragten sorgen sich vor Altersarmut. Noch größer sind lediglich die Sorgen über steigende Lebenshaltungskosten und die allgemeine wirtschaftliche Situation in Deutschland, die jeweils von 90 Prozent genannt werden.

Damit zeigt die Untersuchung eine bemerkenswerte Diskrepanz: Junge Menschen haben zwar noch mehrere Jahrzehnte bis zum Renteneintritt, beschäftigen sich aber bereits heute intensiv mit der Frage, ob ihre finanzielle Absicherung im Alter ausreichen wird.

Mehr als die Hälfte spart bereits für den Ruhestand

Die wachsende Skepsis gegenüber der gesetzlichen Rente bleibt nicht ohne Folgen. Viele junge Menschen versuchen, zusätzlich selbst vorzusorgen. 53 Prozent der Befragten legen bereits Geld für ihren Ruhestand zurück.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich diese Gruppe ausreichend abgesichert fühlt. Nur 41 Prozent sind davon überzeugt, schon genügend für das Alter vorzusorgen. Zwischen dem Bewusstsein für die Notwendigkeit privater Vorsorge und dem Vertrauen in die eigene finanzielle Vorbereitung besteht somit eine erhebliche Lücke.

Gerade für jüngere Menschen kann diese Frage besonders relevant sein, weil sich langfristiges Sparen über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Gleichzeitig konkurriert die Altersvorsorge mit aktuellen finanziellen Belastungen wie Miete, Lebenshaltungskosten und anderen Ausgaben.

Neues Altersvorsorgedepot soll ab 2027 helfen

Zusätzliche Bedeutung könnte deshalb ein neues staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot bekommen, das nach den Angaben im Bericht ab 2027 die private Vorsorge erleichtern soll.

Das Konzept sieht vor, dass Bürger privat Kapital für ihren Ruhestand aufbauen können und dafür staatliche Zulagen erhalten. Ein wesentlicher Unterschied zu einem gewöhnlichen Wertpapierdepot soll außerdem darin bestehen, dass Kapitalerträge während der Ansparphase nicht besteuert werden.

Damit soll langfristiges Sparen für den Ruhestand attraktiver werden und stärker über Kapitalmarktanlagen ermöglicht werden.

Viele haben davon gehört – kennen aber die Details nicht

Unter den jungen Erwachsenen ist das geplante Modell bereits vergleichsweise bekannt, allerdings häufig nur dem Namen nach.

58 Prozent der Befragten gaben an, bereits vom Altersvorsorgedepot gehört zu haben. Von diesen Personen erklärten allerdings 41 Prozent, die Einzelheiten des Modells nicht zu kennen. Ein erheblicher Teil der Generation Z hat sich demnach bislang entweder nur oberflächlich oder überhaupt nicht mit dem neuen Angebot beschäftigt.

Das könnte sich ändern, sobald konkrete Konditionen feststehen. Denn bislang sind nach dem vorliegenden Bericht wichtige Einzelheiten noch offen. Dazu zählen unter anderem die genaue Höhe der staatlichen Zulagen, die Anbieter und der exakte Starttermin.

Grundsätzlich großes Interesse an dem neuen Modell

Trotz dieser offenen Fragen stößt das Konzept bei den Befragten auf vergleichsweise große Zustimmung. 65 Prozent finden das Altersvorsorgedepot attraktiv. Lediglich 15 Prozent bewerten es negativ, während sich die übrigen Befragten noch keine Meinung gebildet haben.

Das ist insbesondere vor dem Hintergrund des geringen Vertrauens in die gesetzliche Rente bemerkenswert. Die Ergebnisse legen nahe, dass viele junge Menschen durchaus bereit sind, sich stärker selbst um ihre Altersvorsorge zu kümmern – gleichzeitig aber nach geeigneten und verständlichen Möglichkeiten dafür suchen.

Altersarmut wird schon für junge Menschen zum Thema

Die Umfrage zeichnet damit insgesamt ein deutliches Bild: Die Generation Z verlässt sich immer weniger darauf, dass die gesetzliche Rente allein ihre finanzielle Absicherung gewährleisten kann.

Dass nur fünf Prozent eine ausreichende gesetzliche Versorgung erwarten, während gleichzeitig 79 Prozent Angst vor Altersarmut äußern, verdeutlicht das Ausmaß der Verunsicherung. Zugleich spart bereits mehr als jeder Zweite privat für den Ruhestand.

Das geplante Altersvorsorgedepot könnte deshalb auf eine Zielgruppe treffen, die für zusätzliche Vorsorge grundsätzlich offen ist. Ob daraus tatsächlich eine breite Nutzung entsteht, dürfte jedoch maßgeblich von den noch ausstehenden Details abhängen – insbesondere von der Höhe der Förderung, den Kosten und der konkreten Ausgestaltung.

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