Nach mehreren Schüssen auf einen Porsche in Marl ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf versuchten Mord. Ein 62 Jahre alter Autofahrer blieb bei dem Angriff körperlich unverletzt. Die Ermittler suchen inzwischen öffentlich nach zwei Männern, die an der Tat beteiligt gewesen sein sollen.
Der Angriff ereignete sich am Dienstagabend gegen 18.15 Uhr in der Otto-Hue-Straße in Marl. Nach den bisherigen Erkenntnissen wurde mit einer scharfen Schusswaffe mehrfach auf den Porsche des 62-Jährigen geschossen.
Zwei Projektile trafen den vorderen Bereich des Fahrzeugs. Weitere Schüsse verfehlten offenbar ihr Ziel. Der Fahrer wurde nicht von den Kugeln getroffen, erlitt jedoch einen Schock. Er verständigte selbst die Polizei und wurde anschließend zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Mordkommission übernimmt Ermittlungen
Aufgrund der Umstände des Angriffs wurde eine Mordkommission eingesetzt. Die Staatsanwaltschaft Essen bewertet die Tat nach dem derzeitigen Ermittlungsstand als versuchten Mord.
Das bedeutet allerdings nicht, dass bereits feststeht, wer geschossen hat oder dass die gesuchten Männer die Tat tatsächlich begangen haben. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für Beschuldigte die Unschuldsvermutung.
Nach den bisherigen Ermittlungen sollen zwei Männer an der Tat beteiligt gewesen sein. Einer von ihnen soll der Schütze gewesen sein, während dem anderen vorgeworfen wird, an der Vorbereitung des Angriffs beteiligt gewesen zu sein.
Polizei veröffentlicht Bilder der Gesuchten
Einen der Tatverdächtigen konnten die Ermittler nach eigenen Angaben bereits identifizieren. Es handelt sich um den 20-jährigen Mehmet Bora Kocak, geboren am 18. März 2006 in Kirikkale in der Türkei. Er wird als schlank beschrieben und soll dunkle Haare und helle Augen haben.
Die Identität des zweiten gesuchten Mannes ist bislang nicht bekannt. Auch von ihm wurde im Rahmen der öffentlichen Fahndung ein Foto veröffentlicht.
Warum auf den 62-Jährigen beziehungsweise dessen Fahrzeug geschossen wurde und in welchem Verhältnis die Beteiligten möglicherweise zueinander stehen, geht aus den bislang veröffentlichten Angaben nicht hervor. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an.
Gesuchte möglicherweise bewaffnet
Besonders wichtig ist die Warnung der Polizei: Die beiden Tatverdächtigen könnten bewaffnet sein. Wer einen der Männer erkennt oder Angaben zu ihrem Aufenthaltsort machen kann, sollte deshalb nicht versuchen, ihn anzusprechen oder selbst festzuhalten.
Bei einer aktuellen Sichtung soll unmittelbar die Polizei über den Notruf 110 verständigt werden.
Der Fall wird wegen seiner möglichen strafrechtlichen Tragweite mit hoher Priorität untersucht. Entscheidend für die weiteren Ermittlungen dürfte nun sein, die beiden Gesuchten zu finden und zu klären, welches Motiv hinter den Schüssen auf den Porsche stand.

