Wenn Kinder ihre nahezu unangetastete Brotdose aus der Schule zurückbringen, ist das für Eltern nicht nur ärgerlich. Häufig landen noch einwandfreie Lebensmittel anschließend im Müll. Dabei können bereits kleine Veränderungen bei Auswahl, Menge und Zusammenstellung des Pausenessens dafür sorgen, dass Kinder mehr davon essen und weniger weggeworfen werden muss.
Gerade während eines anstrengenden Schultages greifen Kinder besonders gern zu Lebensmitteln, die sie bereits kennen und mögen. Neue Lebensmittel oder ungewohnte Kombinationen sollten deshalb möglichst zunächst zu Hause ausprobiert werden. Was dort gut angenommen wird, hat bessere Chancen, später auch in der Schule gegessen zu werden.
Vertraute Lebensmittel mit ausgewogener Ernährung verbinden
Eine gute Schulverpflegung sollte Energie liefern, länger satt halten und gleichzeitig Vitamine enthalten. Dafür müssen Eltern keine komplizierten Mahlzeiten vorbereiten.
Eine mögliche Kombination sind beispielsweise Vollkorncracker mit Frischkäse zum Dippen sowie Gurken- und Karottensticks. Entscheidend ist, dass die Lebensmittel nicht nur ernährungsphysiologisch sinnvoll sind, sondern dem Kind tatsächlich schmecken.
Denn die gesündeste Brotdose erfüllt ihren Zweck nicht, wenn ihr Inhalt regelmäßig unangetastet zurückkommt.
Getrennte Fächer können das Essen attraktiver machen
Auch die Präsentation spielt eine Rolle. Manche Kinder mögen es nicht, wenn unterschiedliche Lebensmittel in der Brotdose miteinander in Berührung kommen. Besonders bei stark riechenden oder geschmacksintensiven Lebensmitteln kann dies dazu führen, dass andere Bestandteile ebenfalls nicht mehr gegessen werden.
Brotdosen mit mehreren voneinander getrennten Fächern können deshalb hilfreich sein.
Auf aufwendig ausgestochene Obst-, Gemüse- oder Brotmotive sollte dagegen nicht unbedingt gesetzt werden. Sie sehen zwar ansprechend aus, beim Ausstechen entstehen jedoch häufig Reste – und damit genau die Lebensmittelabfälle, die eigentlich vermieden werden sollen.
Zitronensaft hält aufgeschnittenes Obst länger ansehnlich
Auch kleine Veränderungen können dafür sorgen, dass Obst in der Pause noch appetitlich aussieht. Ein Spritzer Zitronensaft auf aufgeschnittenen Äpfeln oder Birnen kann verhindern beziehungsweise verzögern, dass sich die Schnittflächen durch Oxidation braun verfärben.
Bananen können ebenfalls portionsgerecht vorbereitet werden. Bleibt beim Schneiden die Schale am Fruchtstück, ist das Innere besser geschützt. Die Banane sollte dann allerdings vorher gründlich gewaschen werden, da sich auf der Schale Rückstände befinden können.
Kinder bei der Auswahl mitentscheiden lassen
Kommt die Brotdose regelmäßig voll zurück, sollten Eltern zunächst herausfinden, warum das Kind nichts oder nur wenig gegessen hat.
Nicht immer liegt es am Essen selbst. Vielleicht war die Pause zu kurz, das Kind hatte keinen Hunger, war mit anderen Dingen beschäftigt oder die eingepackte Portion schlicht zu groß. Ebenso können sich Vorlieben verändern.
Deshalb empfiehlt es sich, mit dem Kind darüber zu sprechen, was es tatsächlich gerne mitnehmen möchte. Auch kleine Erinnerungen an die Essenspause können helfen. Gegebenenfalls können Lehrkräfte darauf achten, dass insbesondere jüngere Kinder genügend Gelegenheit zum Essen erhalten.
Übrig geblieben bedeutet nicht automatisch Abfall
Auch wenn etwas zurückkommt, muss es nicht zwangsläufig weggeworfen werden. Lebensmittel, die hygienisch unbedenklich geblieben und nicht leicht verderblich sind, können gegebenenfalls noch am Nachmittag gegessen werden.
Äpfel, Cracker und andere robustere Lebensmittel eignen sich dafür besonders gut.
Damit lautet die wichtigste Regel für die Schulbrotdose: Nicht möglichst viel einpacken, sondern möglichst passend. Wer Menge und Inhalt gemeinsam mit dem Kind auswählt und beobachtet, was tatsächlich gegessen wird, kann gleichzeitig für eine gute Pausenverpflegung sorgen und unnötige Lebensmittelabfälle vermeiden.