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EU-Finanzaufseher warnen vor KI-Risiken: Banken und Versicherer sollen Cyberabwehr stärken

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay

Die europäischen Finanzaufsichtsbehörden verschärfen ihren Blick auf die Risiken moderner Künstlicher Intelligenz (KI) im Finanzsektor. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA), die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) sowie die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) haben eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht. Darin fordern sie einen sektorenübergreifenden und risikobasierten Aufsichtsansatz, um neue Gefahren durch fortschrittliche KI-Modelle frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.

Im Mittelpunkt der Erklärung stehen insbesondere die wachsenden Cyberrisiken, die mit leistungsfähigen KI-Systemen verbunden sind. Nach Einschätzung der europäischen Aufseher können moderne KI-Anwendungen einerseits die Effizienz von Finanzunternehmen steigern, gleichzeitig aber auch neue Angriffsmöglichkeiten für Cyberkriminelle schaffen und bestehende Risiken verschärfen.

Die Behörden sehen deshalb Handlungsbedarf bei Banken, Versicherungen und Wertpapierinstituten. Diese müssten ihre operative Widerstandsfähigkeit weiter stärken und insbesondere ihre Fähigkeiten zur Prävention, Erkennung und Bewältigung von Cyberangriffen ausbauen. Voraussetzung hierfür seien belastbare Governance-Strukturen sowie ein wirksames Risikomanagement, das den zunehmenden Einsatz von KI-Technologien angemessen berücksichtigt.

Ein weiterer Schwerpunkt der gemeinsamen Stellungnahme betrifft die Abhängigkeit vieler Finanzunternehmen von externen IT- und Cloud-Dienstleistern. Die europäischen Aufsichtsbehörden betonen, dass gerade kritische Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) künftig einer intensiven Aufsicht unterliegen müssten. Grundlage hierfür ist der Digital Operational Resilience Act (DORA), der europaweit einheitliche Anforderungen an die digitale Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors schafft.

Nach Auffassung von EBA, EIOPA und ESMA reichen nationale Einzelmaßnahmen künftig nicht mehr aus. Da moderne KI-Anwendungen und digitale Infrastrukturen sektoren- und länderübergreifend genutzt werden, müsse auch die Aufsicht stärker koordiniert erfolgen. Ziel sei es, Risiken frühzeitig zu identifizieren, systemische Gefahren zu begrenzen und gleichzeitig Innovationen im Finanzsektor zu ermöglichen.

Mit ihrer gemeinsamen Stellungnahme machen die drei europäischen Aufsichtsbehörden deutlich, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Finanzwesen künftig noch stärker regulatorisch begleitet werden soll. Neben den Chancen der Technologie rücken dabei insbesondere Fragen der Cybersicherheit, der operativen Stabilität und der Kontrolle kritischer IT-Dienstleister in den Mittelpunkt der europäischen Finanzaufsicht.

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