Die Finanzaufsicht BaFin hat gemeinsam mit Behörden, Zentralbanken und Finanzunternehmen aus den G7-Staaten an einer groß angelegten internationalen Cyber-Sicherheitsübung teilgenommen. Ziel der mehrtägigen Simulation war es, die Reaktion auf einen koordinierten Cyberangriff gegen den internationalen Finanzsektor zu testen und die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen weiter zu verbessern.
Die BaFin veröffentlichte die Mitteilung am 3. August 2026.
Großangelegter Cyberangriff simuliert
Die Übung wurde bereits im Mai 2026 von der G7-Expertengruppe für Cybersicherheit (G7 Cyber Expert Group) durchgeführt. Simuliert wurde ein umfangreicher Cyberangriff auf Finanzunternehmen in allen sieben G7-Staaten.
Solche Übungen sollen zeigen, wie Behörden und Finanzinstitute im Ernstfall zusammenarbeiten, Informationen austauschen und Maßnahmen koordinieren können, um die Auswirkungen eines Cyberangriffs möglichst gering zu halten.
Finanzsystem ist international vernetzt
Nach Einschätzung der BaFin machen Cyberangriffe nicht an Landesgrenzen halt. Da Banken, Börsen, Zahlungsdienstleister und andere Finanzunternehmen weltweit miteinander verbunden sind, können Angriffe auf einzelne Institute schnell internationale Auswirkungen haben.
BaFin-Experte Jens Obermöller betonte deshalb, dass Cyberbedrohungen von Natur aus grenzüberschreitend seien und nur durch eine enge internationale Zusammenarbeit wirksam bekämpft werden könnten. Die Übung habe gezeigt, wie wichtig eine abgestimmte Reaktion der Finanzaufsichtsbehörden sei, um die Stabilität des globalen Finanzsystems zu sichern.
23 Institutionen beteiligten sich
An der Koordinierungsübung nahmen insgesamt 23 Institutionen teil. Dazu gehörten:
- Finanzaufsichtsbehörden,
- Finanzministerien,
- Zentralbanken,
- sowie Unternehmen aus dem Finanzsektor.
Deutschland war durch drei zentrale Institutionen vertreten:
- die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin),
- die Deutsche Bundesbank,
- sowie das Bundesministerium der Finanzen.
Bedeutung für die Finanzstabilität
Die drei deutschen Institutionen arbeiten auch im Ausschuss für Finanzstabilität (AFS) zusammen. Dieses Gremium überwacht die Stabilität des deutschen Finanzsystems und bewertet Risiken, die dessen Funktionsfähigkeit gefährden könnten.
Cyberangriffe zählen inzwischen zu den größten Risiken für Banken, Versicherungen, Börsen und Zahlungsverkehrssysteme. Ein erfolgreicher Angriff könnte nicht nur einzelne Unternehmen treffen, sondern auch das Vertrauen in das gesamte Finanzsystem beeinträchtigen.
Erkenntnisse sollen umgesetzt werden
Die BaFin kündigte an, die Erkenntnisse aus der Übung in ihre weitere Aufsichtstätigkeit einfließen zu lassen. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit des deutschen Finanzsektors gegenüber Cyberangriffen weiter zu erhöhen und die internationale Zusammenarbeit mit den Partnerbehörden auszubauen.
Bereits vor zwei Jahren hatte die G7-Expertengruppe eine vergleichbare Übung durchgeführt. Mit den regelmäßig stattfindenden Simulationen sollen Abläufe kontinuierlich verbessert und auf neue Bedrohungsszenarien angepasst werden.
Fazit
Mit der internationalen Cyberübung haben die G7-Staaten ihre Zusammenarbeit bei der Abwehr schwerer Cyberangriffe auf den Finanzsektor erneut getestet. Die Beteiligung der BaFin, der Deutschen Bundesbank und des Bundesfinanzministeriums unterstreicht die wachsende Bedeutung grenzüberschreitender Kooperation. Angesichts zunehmend professioneller Cyberkriminalität sollen die gewonnenen Erkenntnisse dazu beitragen, die Stabilität und Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems weiter zu stärken.
Hier die Bafin-Mitteilung:
G7-Cyber-Expertengruppe: Internationale Koordinierungsübung im Finanzsektor
Die G7-Expertengruppe für Cybersicherheit bereitet den Finanzsektor und die Behörden auf den Ernstfall vor: Sie hat in einer Übung ihre Reaktion auf eine groß angelegte Cyberattacke getestet. Die Finanzaufsicht Bafin war beteiligt.
03.08.2026
Die G7-Expertengruppe für Cybersicherheit (G7 Cyber Expert Group) hat im Mai 2026 einen massiven Cyberangriff auf Finanzunternehmen in allen G7-Ländern simuliert. An der mehrtägigen Koordinierungsübung nahm auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin teil.
Mit diesen Übungen will die Expertengruppe die Cyber-Resilienz im gesamten Finanzsektor der G7-Staaten stärken. Vor zwei Jahren hatte es zuletzt einen solchen Test gegeben.
„Das Finanzsystem ist global vernetzt. Cyberbedrohungen sind daher von Natur aus grenzüberschreitend“, sagt Bafin-Experte Jens Obermöller. „Unsere Reaktion muss dieser Realität gerecht werden.“ Die Übung habe gezeigt, wie wichtig ein koordiniertes Handeln der G7-Finanzbehörden sei. Es schütze die Stabilität des globalen Finanzsystems. „Die Bafin ist ein relevanter Teil dieses Engagements – und wir sind entschlossen, die Erkenntnisse aus dieser Übung umzusetzen“, betont Obermöller.
Beteiligt haben sich an der Übung 23 Behörden, Finanzministerien und Zentralbanken, aber auch Finanzunternehmen. In Deutschland nahmen neben der Bafin die Deutsche Bundesbank und das Bundesministerium der Finanzen teil. Diese drei Institutionen sind auch im Ausschuss für Finanzstabilität (AFS) zusammengeschlossen. Der AFS ist das zentrale Gremium zur Überwachung der Finanzstabilität in Deutschland.