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Europäische Finanzaufseher warnen vor KI-Risiken im Finanzsektor

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay

Die europäischen Finanzaufsichtsbehörden EBA, EIOPA und ESMA haben eine gemeinsame Stellungnahme zu den Risiken veröffentlicht, die sich aus dem Einsatz moderner Künstlicher Intelligenz (KI) im Finanzsektor ergeben können. Darin fordern sie einen einheitlichen, risikobasierten Aufsichtsansatz, um neue Gefahren frühzeitig zu erkennen und die Stabilität des Finanzsystems zu sichern.

Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) veröffentlichte die Mitteilung am 3. August 2026.

KI eröffnet Chancen – birgt aber auch neue Risiken

Fortschrittliche KI-Modelle werden zunehmend von Banken, Versicherungen und Wertpapierunternehmen eingesetzt. Sie unterstützen unter anderem bei der Datenanalyse, Betrugserkennung, Kundenberatung oder Automatisierung von Geschäftsprozessen.

Nach Einschätzung der drei europäischen Aufsichtsbehörden gehen mit diesen Möglichkeiten jedoch auch neue Risiken einher. Dazu zählen insbesondere Gefahren für die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), eine stärkere Abhängigkeit von externen IT-Anbietern sowie neue Angriffsmöglichkeiten für Cyberkriminelle.

Gemeinsamer Aufsichtsansatz gefordert

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA), die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) sowie die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) sprechen sich deshalb für einen sektorenübergreifenden und einheitlichen Aufsichtsansatz aus.

Ziel ist es, Risiken im Zusammenhang mit modernen KI-Systemen frühzeitig zu erkennen, einheitlich zu bewerten und wirksam zu begrenzen. Nach Auffassung der Behörden sollten alle Bereiche des Finanzsektors vergleichbare Anforderungen an den sicheren Einsatz von KI erfüllen.

Operative Resilienz stärken

Ein Schwerpunkt der gemeinsamen Stellungnahme liegt auf der operativen Resilienz von Finanzunternehmen. Gemeint ist die Fähigkeit von Banken, Versicherern und anderen Finanzinstituten, auch bei technischen Störungen oder Cyberangriffen handlungsfähig zu bleiben.

Die europäischen Aufseher fordern deshalb:

  • robuste Governance-Strukturen,
  • ein wirksames Risikomanagement,
  • frühzeitige Erkennung von Cyberrisiken,
  • sowie Maßnahmen zur Prävention und Bewältigung sicherheitsrelevanter Vorfälle.

Insbesondere beim Einsatz leistungsfähiger KI-Modelle müssten Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich an neue Bedrohungen anpassen.

DORA spielt zentrale Rolle

Eine besondere Bedeutung messen die Aufsichtsbehörden dem Digital Operational Resilience Act (DORA) bei. Die europäische Verordnung schafft einen einheitlichen Rechtsrahmen für die digitale Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors.

DORA verpflichtet Finanzunternehmen unter anderem dazu,

  • Risiken im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie systematisch zu steuern,
  • schwerwiegende IT-Vorfälle zu melden,
  • regelmäßige Belastungstests durchzuführen,
  • sowie kritische externe IT-Dienstleister einer verstärkten Aufsicht zu unterwerfen.

Gerade bei KI-Anwendungen, die häufig auf externe Cloud- oder Technologiedienstleister angewiesen sind, sehen die europäischen Aufseher hier einen wichtigen Baustein zur Risikobegrenzung.

Internationale Zusammenarbeit gewinnt an Bedeutung

Da moderne KI-Systeme häufig grenzüberschreitend entwickelt und betrieben werden, halten EBA, EIOPA und ESMA eine enge Zusammenarbeit der europäischen Aufsichtsbehörden für unverzichtbar. Nur durch ein abgestimmtes Vorgehen lasse sich sicherstellen, dass technologische Innovationen genutzt werden können, ohne die Stabilität des europäischen Finanzsystems zu gefährden.

Fazit

Mit ihrer gemeinsamen Stellungnahme machen EBA, EIOPA und ESMA deutlich, dass der Einsatz fortschrittlicher KI-Modelle im Finanzsektor neue Chancen, aber auch erhebliche Risiken mit sich bringt. Die europäischen Aufsichtsbehörden setzen deshalb auf einen einheitlichen, risikobasierten Aufsichtsansatz, robuste Governance-Strukturen und die konsequente Umsetzung der DORA-Vorgaben, um die digitale Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors nachhaltig zu stärken.

 

Hier die FMA-Österreich-Mitteilung:

EBA, EIOPA und ESMA zu KI-Risiken im Finanzsektor

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  • Information

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA), die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) sowie die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) haben eine gemeinsame Stellungnahme zu Risiken veröffentlicht, die sich aus fortschrittlichen Künstliche-Intelligenz-Modellen für den Finanzsektor ergeben können. Darin fordern EBA, EIOPA und ESMA einen sektorenübergreifenden, risikobasierten und konsistenten Aufsichtsansatz, um Risiken im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) frühzeitig zu erkennen und zu begrenzen.

Im Fokus stehen Maßnahmen zur Stärkung der operativen Resilienz von Finanzunternehmen, insbesondere bei der Prävention, Erkennung und Bewältigung von Cyberrisiken im Zusammenhang mit modernen KI-Modellen. Die Aufsichtsbehörden betonen die Bedeutung von robusten Governance- und Risikomanagementstrukturen sowie die Aufsicht über kritische IKT-Drittdienstleister im Rahmen des Digital Operational Resilience Act (DORA).

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