Der Jahresabschluss 2025 der Lacuna Windpark Töpen GmbH & Co. KG zeigt eindrucksvoll, wie stark Windparkfonds vom Wetter abhängig bleiben. Nach einem Gewinn im Vorjahr rutschte die Gesellschaft 2025 leicht in die Verlustzone. Gleichzeitig präsentiert sich die Bilanz weiterhin solide: Die Darlehen werden konsequent abgebaut, die Eigenkapitalquote steigt und die technische Verfügbarkeit der Anlagen bleibt auf einem sehr hohen Niveau. Für Anleger ist das ein gemischtes Bild.
Aus Gewinn wird Verlust
Während 2024 noch ein Jahresüberschuss von rund 110.000 Euro erzielt wurde, schloss die Gesellschaft 2025 mit einem Jahresfehlbetrag von 5.700 Euro ab.
Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang beim Betriebsergebnis, das um rund 64 Prozent auf lediglich 77.000 Euro fiel. Hauptursache waren die geringeren Stromerlöse infolge des außergewöhnlich windschwachen Jahres.
Wind blieb weit hinter den Erwartungen
Der Windpark traf das schlechte Windjahr besonders stark.
Die Stromproduktion lag 28 Prozent unter der ursprünglichen Prospektprognose und fast 10 Prozent unter dem Vorjahreswert. Insgesamt wurden lediglich 17,6 Millionen Kilowattstunden eingespeist. Die Umsatzerlöse gingen dadurch von 1,85 Millionen auf 1,68 Millionen Euro zurück.
Immerhin konnte der Betreiber erneut von höheren Marktvergütungen profitieren: Mit durchschnittlich 9,58 Cent je Kilowattstunde lag die Vergütung sogar über der Prospektkalkulation von 9,27 Cent. Die besseren Strompreise konnten die geringere Strommenge allerdings nicht ausgleichen.
Technik liefert zuverlässig
Operativ verlief das Jahr nahezu störungsfrei.
Die fünf Enercon-Anlagen erreichten eine technische Verfügbarkeit von 99,5 Prozent und übertrafen damit erneut deutlich die garantierte Mindestverfügbarkeit von 98 Prozent. Größere technische Probleme traten nach Angaben der Geschäftsführung nicht auf.
Finanzierung entwickelt sich positiv
Positiv fällt die Entwicklung der Verschuldung auf.
Die Bankdarlehen wurden planmäßig um gut eine Million Euro beziehungsweise 21 Prozent auf 3,81 Millionen Euro reduziert. Gleichzeitig stieg die Eigenkapitalquote von 46,9 auf 51,8 Prozent und liegt damit inzwischen auf einem komfortablen Niveau.
Liquidität bleibt ausreichend
Die Gesellschaft verfügte zum Jahresende über Bankguthaben von rund 1,05 Millionen Euro. Allerdings entfallen davon 762.000 Euro auf das vorgeschriebene Kapitaldienstreservekonto, das nicht frei verfügbar ist.
Die tatsächlich frei verfügbare Liquidität auf Geschäfts- und Tagesgeldkonten belief sich auf rund 285.000 Euro und lag etwas unter dem Vorjahreswert. Ursache waren vor allem geringere Stromerlöse und Auszahlungen an die Gesellschafter.
Trotz Verlust Ausschüttung an Anleger
Bemerkenswert ist, dass die Gesellschaft trotz des Jahresfehlbetrags eine Ausschüttung vorgenommen hat.
Im Geschäftsjahr erhielten die Kommanditisten insgesamt 49.600 Euro, was einer Ausschüttung von 1 Prozent des Kommanditkapitals entspricht. Für Anleger ist das zwar erfreulich, gleichzeitig verringert eine Ausschüttung in einem Verlustjahr den finanziellen Puffer der Gesellschaft.
Management setzt auf Erholung 2026
Für das laufende Jahr zeigt sich die Geschäftsführung vorsichtig optimistisch.
Erwartet werden Umsätze von rund 1,81 Millionen Euro sowie ein Gewinn von etwa 51.000 Euro. Grundlage ist allerdings erneut die Annahme eines durchschnittlichen Windjahres.
Hinzu kommen zwei positive Faktoren:
- dauerhaft günstigere Finanzierungskonditionen,
- höhere garantierte Mindestvergütung von 9,815 Cent je Kilowattstunde nach dem Wechsel des Direktvermarkters.
Anlegerfazit
Der Jahresabschluss offenbart vor allem die Wetterabhängigkeit des Fonds.
Positiv:
- sehr hohe technische Verfügbarkeit,
- deutlicher Schuldenabbau,
- Eigenkapitalquote auf über 50 Prozent gestiegen,
- günstigere Zins- und Vermarktungskonditionen.
Kritisch:
- Jahresverlust nach Gewinn im Vorjahr,
- Stromproduktion 28 Prozent unter Prospekt,
- Umsätze deutlich unter Plan,
- Ausschüttung trotz Verlustjahr.
Bewertung aus Anlegersicht
Der leichte Jahresverlust wirkt weniger dramatisch, als es zunächst erscheint. Er ist vor allem auf das außergewöhnlich schwache Windjahr zurückzuführen und nicht auf operative Probleme oder eine Verschlechterung der Finanzierung. Positiv ist, dass die Gesellschaft ihre Kredite konsequent zurückführt und bilanziell stabil bleibt. Dennoch zeigt der Abschluss einmal mehr, dass Windparkfonds auch bei technisch einwandfreiem Betrieb erheblichen Ertragsschwankungen unterliegen. Ob sich die Ertragslage 2026 tatsächlich verbessert, wird maßgeblich vom Windaufkommen abhängen.