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Wanise meint: Mexiko macht ernst – und das Aztekenstadion darf weiter vom Heim-Märchen träumen

Wer gedacht hat, Mexiko würde sich vor heimischer Kulisse von Ecuador den Achtelfinaleinzug vermiesen lassen, der wurde ziemlich schnell eines Besseren belehrt. El Tri zeigte vor allem in der ersten Halbzeit eine Vorstellung, die keinen Zweifel daran ließ, wer an diesem Abend das bessere Team war. Das 2:0 war nicht nur verdient – es hätte zur Pause sogar noch höher stehen können.

Ecuador wirkte dagegen erstaunlich blass. Ausgerechnet die Mannschaft, die mit ihrer Physis und Dynamik eigentlich unangenehm zu bespielen ist, bekam von Beginn an kaum Zugriff auf das Spiel. Defensiv ungewohnt wackelig, offensiv nahezu unsichtbar – so gewinnt man keine K.-o.-Spiele. Mexiko nutzte die Unsicherheiten eiskalt aus und spielte sich mit viel Tempo immer wieder gefährlich vor das Tor der Südamerikaner.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zwar komplett, das Ergebnis allerdings nicht. Mexiko schaltete mehrere Gänge zurück und überließ Ecuador Ball und Spielkontrolle. Doch Ballbesitz allein gewinnt bekanntlich keine Fußballspiele. Die Südamerikaner liefen an, kombinierten ordentlich bis zum Strafraum – und dort war dann meistens Schluss. Es fehlte an Ideen, an Präzision und vor allem an echter Torgefahr.

Mexiko musste in der zweiten Hälfte gar nicht mehr glänzen. Die Gastgeber verteidigten clever, ließen kaum klare Chancen zu und hatten die Partie jederzeit unter Kontrolle. Man hatte nie das Gefühl, dass dieser Sieg noch ernsthaft in Gefahr geraten könnte. Das ist vielleicht nicht spektakulär, aber genau die Souveränität, die erfolgreiche Turniermannschaften auszeichnet.

Der schönste Lohn folgt nun im Achtelfinale: Mexiko darf weiter im legendären Aztekenstadion auflaufen. Mehr Heimvorteil geht bei dieser Weltmeisterschaft kaum. Die Fans verwandeln die Arena regelmäßig in einen Hexenkessel – und genau das könnte für den nächsten Gegner zum entscheidenden Faktor werden.

Ob dort England oder die DR Kongo wartet, wird sich noch zeigen. Die Rollen wären zwar unterschiedlich verteilt, doch eines dürfte nach diesem Auftritt klar sein: Dieses mexikanische Team spielt nicht nur mit der Unterstützung eines ganzen Landes im Rücken, sondern auch mit dem Selbstvertrauen einer Mannschaft, die weiß, dass sie zu Hause nur schwer zu schlagen ist.

Für Ecuador endet das Turnier dagegen mit vielen offenen Fragen. Viel Ballbesitz, wenig Durchschlagskraft und am Ende ein verdienter Abschied. Mexiko hingegen darf weiterträumen – und die Heim-WM geht für El Tri noch mindestens eine Runde weiter.

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