Der VM Nachhaltig Aktien präsentierte sich im Geschäftsjahr 2025/2026 als aktiv gemanagter europäischer Aktienfonds mit konsequentem Nachhaltigkeitsansatz. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds konnte der Fonds eine positive Wertentwicklung erzielen und gleichzeitig seine ESG-Kriterien konsequent umsetzen. Für Anleger steht jedoch weniger die vergangene Entwicklung als vielmehr die Tatsache im Vordergrund, dass der Fonds zum 28. Februar 2026 auf den Monega FairInvest Aktien verschmolzen wurde.
Positive Entwicklung trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Die institutionelle Anteilklasse (I) erzielte im Berichtsjahr eine Wertentwicklung von +8,59 %, die Retailklasse (R) +8,15 %. Angesichts geopolitischer Belastungen – insbesondere des Russland-Ukraine-Krieges, neuer Spannungen im Nahen Osten sowie gestiegener Energiepreise – ist dieses Ergebnis als solide einzustufen. Gleichzeitig blieb die Schwankungsbreite mit einer Volatilität von rund 14,6 % für einen reinen Aktienfonds auf einem üblichen Niveau.
Konsequente Aktienstrategie mit nachhaltigem Fokus
Der Fonds war nahezu vollständig investiert. Rund 99 % des Vermögens entfielen auf Aktien, Liquidität spielte mit weniger als einem Prozent lediglich eine untergeordnete Rolle. Der Verzicht auf Derivate macht die Strategie für Anleger transparent und leicht nachvollziehbar.
Inhaltlich lag der Schwerpunkt auf europäischen Qualitätsunternehmen aus den Bereichen Industrie, Technologie und Finanzdienstleistungen. Zu den größten Positionen gehörten unter anderem:
2G Energy
ASML Holding
Knorr-Bremse
GEA Group
Instone Real Estate
Diese Unternehmen spiegeln den Fokus auf Industrie, Digitalisierung und nachhaltige Transformation wider. Gleichzeitig führt die Konzentration der größten Positionen zu einem erhöhten Einzeltitelrisiko.
Nachhaltigkeit wird konsequent umgesetzt
Aus ESG-Sicht gehört der Fonds zu den streng regulierten Nachhaltigkeitsfonds.
Positiv hervorzuheben sind:
mindestens 80 % Investitionen in Unternehmen, die den UN Global Compact erfüllen,
Ausschluss von Unternehmen aus den Bereichen Waffen, Tabak und Kohle,
Einhaltung der Anforderungen der Paris Aligned Benchmark,
63,21 % nachhaltige Investitionen im Sinne der SFDR,
steigender Anteil EU-taxonomiekonformer Investitionen (17,34 % nach zuvor 14,88 %).
Damit erfüllt der Fonds die Anforderungen eines modernen Artikel-8-Nachhaltigkeitsfonds mit einem hohen Anteil tatsächlich nachhaltiger Investments.
Mittelabflüsse als Warnsignal
Weniger erfreulich ist die Entwicklung des Fondsvolumens.
Die institutionelle Anteilklasse verzeichnete Nettoabflüsse von über 8,5 Mio. Euro, während auch die Retailklasse Mittelabflüsse von rund 2,3 Mio. Euro hinnehmen musste. Dadurch sank das gesamte Fondsvermögen auf lediglich 5,6 Mio. Euro. Ein so kleines Fondsvolumen erschwert langfristig eine wirtschaftliche Verwaltung und dürfte ein wesentlicher Grund für die spätere Fondsverschmelzung gewesen sein.
Kosten bleiben im marktüblichen Rahmen
Die laufenden Kosten bewegen sich auf einem angemessenen Niveau:
1,04 % Gesamtkostenquote für die institutionelle Klasse,
1,52 % für die Retailklasse.
Eine Performancegebühr wurde nicht erhoben. Die Portfolioumschlagsrate war mit rund 1,5 % ausgesprochen niedrig, was auf einen langfristig orientierten Investmentansatz schließen lässt und Transaktionskosten reduziert.
Chancen
Aus Anlegersicht sprechen mehrere Punkte für die Qualität des Investmentprozesses:
überzeugende nachhaltige Investmentstrategie,
transparente Aktienauswahl ohne komplexe Derivate,
langfristig orientiertes Portfoliomanagement,
gute Diversifikation innerhalb Europas,
positive Wertentwicklung trotz schwierigem Marktumfeld.
Risiken
Dem stehen jedoch ebenfalls einige Risiken gegenüber:
vollständige Abhängigkeit von Aktienmärkten,
Währungsrisiken bei ausländischen Beteiligungen,
Konzentration auf einzelne Titel und Industriewerte,
geopolitische Unsicherheiten,
deutlich rückläufiges Fondsvolumen.
Fazit aus Anlegersicht
Der VM Nachhaltig Aktien hinterlässt insgesamt einen positiven Eindruck. Das Fondsmanagement konnte Nachhaltigkeitsziele glaubwürdig umsetzen und gleichzeitig eine ordentliche Rendite erwirtschaften. Besonders positiv sind die konsequente ESG-Strategie, die hohe Aktienquote ohne Einsatz von Derivaten sowie der langfristige Investmentansatz zu bewerten.
Der entscheidende Punkt für Anleger ist jedoch die wirtschaftliche Entwicklung des Fonds. Die erheblichen Mittelabflüsse und das auf lediglich rund 5,6 Mio. Euro geschrumpfte Fondsvermögen führten letztlich zur Verschmelzung in den Monega FairInvest Aktien. Die historische Performance bestätigt zwar die Qualität des Managements, für bestehende Anleger richtet sich der Blick künftig jedoch auf die Entwicklung des aufnehmenden Fonds, während dieser Jahresbericht vor allem als Abschluss einer insgesamt ordentlich verlaufenen Fondsstrategie zu sehen ist.