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3 % Tagesgeld – aber mit Haken: Wie gut ist das neue Postbank-Angebot wirklich?

Ramdlon (CC0), Pixabay

Ein Zinssatz von 3 Prozent auf Tagesgeld klingt in Zeiten moderater Sparzinsen zunächst äußerst attraktiv. Genau damit wirbt aktuell die Postbank. Doch ein genauer Blick zeigt: Das Angebot ist weniger simpel – und weniger flexibel – als es auf den ersten Blick erscheint.

Topzins nur im Paket erhältlich

Der beworbene Zinssatz von 3 % p. a. gilt nur unter klaren Bedingungen. Sparer müssen nicht nur ein Tagesgeldkonto eröffnen, sondern gleichzeitig auch das Girokonto „Giro pur“ abschließen.

Ohne dieses gekoppelte Produkt gibt es den attraktiven Zins schlicht nicht.

Zusätzlich gilt:

  • maximal 50.000 Euro werden verzinst
  • der Aktionszins ist auf sechs Monate begrenzt
  • danach fällt der Zinssatz auf das variable Niveau (aktuell deutlich niedriger)

Aktive Nutzung als Pflicht

Der entscheidende Haken liegt jedoch in der Nutzungspflicht:
Um den Bonuszins zu erhalten, muss das Girokonto aktiv verwendet werden.

Konkret bedeutet das:

  • mindestens fünf Buchungen pro Monat
  • kontinuierliche Nutzung über den gesamten Aktionszeitraum

Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, verliert rückwirkend den Anspruch auf die 3 % und erhält stattdessen nur den Standardzins von aktuell rund 0,75 %.

Das Risiko ist damit klar:
Ein kleiner Fehler im Nutzungsverhalten kann den gesamten Zinsvorteil zunichtemachen.

Kostenfalle Girokonto?

Ein weiterer Punkt: Das Girokonto ist nur dann kostenlos, wenn monatlich mindestens 900 Euro eingehen. Wird diese Grenze nicht erreicht, fallen 5,90 Euro Kontoführungsgebühr pro Monat an.

Gerade für Sparer, die das Konto nur für die Aktion eröffnen, kann das zusätzliche Kosten verursachen – und den Zinsvorteil weiter schmälern.

Vergleich: Einfachere Alternativen

Andere Banken zeigen, dass es auch einfacher geht. So bietet etwa die Consorsbank derzeit sogar höhere Zinsen – ohne Zwang zu einem zusätzlichen Girokonto.

Der Unterschied:

  • weniger Bedingungen
  • mehr Flexibilität
  • klarere Kalkulation für Sparer

Fazit: Attraktiv, aber nicht für jeden

Das Postbank-Angebot ist kein schlechter Deal – aber ein komplexer.

Es lohnt sich vor allem für:

  • Neukunden, die ohnehin ein Girokonto suchen
  • Sparer, die die Nutzungsbedingungen sicher erfüllen können

Weniger geeignet ist es für:

  • Anleger, die maximale Flexibilität wollen
  • Sparer, die keine zusätzlichen Konten eröffnen möchten

Unterm Strich gilt:
Die 3 % sind real – aber nur unter strengen Bedingungen. Wer diese übersieht, landet schnell wieder beim deutlich niedrigeren Standardzins.

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