Prinz Harry und Herzogin Meghan haben am dritten Tag ihres Australien-Besuchs in Melbourne tiefere Einblicke in die Geschichte und Kultur der australischen Ureinwohner erhalten.
Das Paar nahm am Donnerstag an einer geführten Aboriginal-Tour teil, dem sogenannten „Scar Tree Walk“ – einem kulturell bedeutenden Rundgang zu den Spuren der First Nations im Herzen der Stadt.
Begleitet von indigenen Guides spazierten Harry und Meghan entlang des Birrarung, dem traditionellen Namen des Yarra River in Melbourne. Ziel der Tour war es, die verborgene indigene Geschichte sichtbar zu machen, die unter der modernen Metropole weiterlebt.
Tradition, Geschichte und ein Stück Sportkultur
Startpunkt war das Koorie Heritage Trust am Federation Square. Dort bekamen Harry und Meghan unter anderem einen Marngrook gezeigt – einen traditionellen Ball aus Possumfell, der als möglicher Ursprung des ovalen Balls im australischen Football (AFL) gilt.
Damit schloss sich auch ein kleiner Kreis: Bereits am Vortag hatte Harry bei einem Besuch eines AFL-Clubs selbst erste Einblicke in den australischen Nationalsport erhalten.
Tom Mosby, Geschäftsführer des Koorie Heritage Trust, erklärte gegenüber der BBC, die Verbindung zwischen Sport und indigener Kultur sei ein besonders spannender Teil des Besuchs gewesen.
Blick auf das indigene Erbe unter der Großstadt
Während des Rundgangs sah das Paar auch Kunstinstallationen und erfuhr, wie Fluss und Umgebung traditionell zum Fischen und Jagen genutzt wurden.
Mosby betonte, dass Melbourne zwar heute eine moderne Großstadt sei, die Verbindung der Aboriginal Communities zu diesem Land aber bis heute stark geblieben sei.
Besonders interessiert zeigten sich Harry und Meghan laut Mosby auch am Treaty-Prozess im Bundesstaat Victoria – also an den politischen Bemühungen um formelle Vereinbarungen mit den traditionellen Eigentümern des Landes. Victoria hatte 2025 als erster australischer Bundesstaat einen offiziellen Vertrag mit indigenen Vertretern geschlossen.
Begeisterung bei Fans am Wegesrand
Auch einige Passanten und Besucher hatten das Glück, Harry und Meghan während des Spaziergangs persönlich zu begegnen.
Die Reaktionen fielen herzlich aus. Eine Besucherin aus Brasilien schwärmte von einem „wunderschönen Paar“, während eine Anwohnerin sagte, der Moment sei für sie „sehr emotional“ gewesen.
Andere verteidigten das Paar auch gegen Kritik, weil sie ihre Australien-Reise als Privatpersonen mit wohltätigen und kommerziellen Terminen verbinden.
„Sie müssen schließlich auch ihren Lebensunterhalt verdienen“, meinte eine Einwohnerin. „Das gehört jetzt eben zu ihrem Leben.“
Zwischen Wohltätigkeit und Medienauftritten
Harry und Meghan reisen nicht mehr als arbeitende Royals, sondern privat durch Australien. Dennoch kombinieren sie bei ihrer Tour gesellschaftliche Themen mit öffentlichen und medialen Auftritten.
So sprach Harry am Mittwoch bei der Vorstellung eines Berichts zur psychischen Gesundheit von Vätern und besuchte außerdem das Australian War Memorial in Canberra.
Meghan wiederum stand für die neue Staffel der Erfolgsshow „MasterChef Australia“ vor der Kamera. Dort wird sie am Sonntag als Gastjurorin zu sehen sein.
Rückkehr nach Australien nach acht Jahren
Zuletzt waren Harry und Meghan im Jahr 2018 gemeinsam in Australien – nur wenige Monate nach ihrer Hochzeit. Damals wurden sie noch als offizielle Royals von großen Menschenmengen empfangen.
Acht Jahre später ist vieles anders. Doch das Interesse an dem Paar ist weiterhin groß – und in Melbourne zeigte sich, dass Harry und Meghan auch abseits des Königshauses noch immer Aufmerksamkeit auf sich ziehen.