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D&R Aktien Nachhaltigkeit V: Solider nachhaltiger Aktienfonds mit guter Wertentwicklung, aber klarer Aktien- und ESG-Methodikrisikoprofil
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D&R Aktien Nachhaltigkeit V: Solider nachhaltiger Aktienfonds mit guter Wertentwicklung, aber klarer Aktien- und ESG-Methodikrisikoprofil

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des D&R Aktien Nachhaltigkeit V für das Geschäftsjahr bis 30.11.2025 ein insgesamt überzeugendes, aber nicht risikoloses Bild. Positiv hervorzuheben sind die klare Aktienfokussierung, die breite internationale Streuung, die vergleichsweise niedrige TER von 0,40 %, die gute Wertentwicklung des Anteilpreises sowie die konsequent umgesetzte ESG-Systematik nach Artikel 8 SFDR. Gleichzeitig sollten Investoren beachten, dass es sich um einen nahezu voll investierten Aktienfonds mit entsprechend hoher Marktabhängigkeit handelt und dass das Nachhaltigkeitsprofil zwar substanziell ist, aber keine Artikel-9-Strategie und keine EU-Taxonomie-Ausrichtung darstellt.

Der Fonds verfolgt eine aktive, benchmark-unabhängige Aktienstrategie mit globaler Ausrichtung und Schwerpunkten in Europa und Nordamerika. Das ist aus Investorensicht zweischneidig: Einerseits eröffnet es dem Management Spielraum, attraktive Titel unabhängig von einem Index auszuwählen. Andererseits fehlt damit ein klarer externer Maßstab, an dem sich die Qualität der Leistung direkt messen lässt. Der Anleger muss demnach stärker auf die Konsistenz des Prozesses, die Portfoliozusammensetzung und die Ergebnisqualität achten als auf einen bloßen Indexvergleich.

Die Wertentwicklung wirkt im Berichtsjahr ordentlich. Der Anteilwert stieg von 119,16 EUR auf 128,60 EUR. Zusätzlich wurde eine Ausschüttung von 3,87 EUR je Anteil vorgenommen. Daraus ergibt sich auf Basis der genannten Werte eine grobe Gesamtrendite von rund 9,4 % für das Geschäftsjahr. Das ist für einen defensiv nachhaltig gefilterten Aktienfonds ein solides Ergebnis. Noch aussagekräftiger ist, dass das Fondsvermögen von 48,9 Mio. EUR auf 62,0 Mio. EUR anstieg. Dieser Zuwachs beruht allerdings nicht nur auf Performance, sondern auch auf spürbaren Nettomittelzuflüssen von rund 9,23 Mio. EUR. Das spricht für Vertrauen von Anlegern, bedeutet aber nicht automatisch, dass die operative Fondsleistung allein außergewöhnlich stark war.

Die Ertragsstruktur ist aus Anlegersicht gesund. Das realisierte Jahresergebnis von gut 5,0 Mio. EUR wurde vor allem durch Veräußerungsgewinne getragen, während der ordentliche Nettoertrag mit knapp 0,6 Mio. EUR deutlich kleiner ausfiel. Das zeigt: Der Fonds lebt stärker von aktiver Titelselektion und Kursgewinnen als von laufenden Ausschüttungserträgen. Für wachstumsorientierte Anleger ist das grundsätzlich positiv. Wer dagegen vor allem stabile laufende Erträge sucht, findet hier keinen klassischen Einkommensfonds.

Die Portfoliostruktur wirkt insgesamt robust. Zum Stichtag waren rund 91,23 % in Aktien investiert, rund 8,17 % lagen als Bankguthaben vor, Derivate wirkten leicht negativ mit -0,79 %. Der Fonds war also über weite Strecken des Jahres hoch investiert, was zur Strategie passt. Die Streuung über viele Einzeltitel ist ordentlich, und es gibt keine extreme Einzelpositionsdominanz. Die größten Gewichte lagen meist im Bereich von etwa 2 bis 3 %. Das reduziert das Einzeltitelrisiko. Inhaltlich fällt auf, dass viele Titel qualitativ starke, etablierte Unternehmen sind, etwa Microsoft, Alphabet, Allianz, Münchener Rück, Iberdrola, ASML oder Schneider Electric. Das spricht für einen Qualitätsansatz statt für spekulative Themenjagd.

Auffällig ist die Mischung aus defensiven und strukturell wachsenden Geschäftsmodellen. Versicherer, Versorger, Abfallwirtschaft, Medizintechnik, Software und Qualitätsindustriewerte bilden einen stabilen Kern. Das ist aus Anlegerperspektive vernünftig, weil es das Portfolio weniger anfällig für kurzfristige Modetrends macht. Zugleich sind mit NVIDIA, Amazon, Netflix, ServiceNow oder Intuitive Surgical auch wachstumsstärkere Titel enthalten. Insgesamt wirkt das Portfolio dadurch ausgewogen zwischen Stabilität und Wachstum.

Beim Risiko bleibt der Fonds klar ein Aktienprodukt. Die Gesellschaft weist selbst auf Marktpreis- und Währungsrisiken hin. Das ist nachvollziehbar. Der Fonds investiert weltweit, die Fremdwährungsquote war zum Stichtag vor allem vom US-Dollar geprägt. Die ausgewiesenen Währungspositionen erscheinen jedoch insgesamt nicht überzogen. Positiv ist, dass der Fonds laut Bericht überwiegend in liquiden Standardwerten investiert ist. Das senkt das Liquiditätsrisiko erheblich. Auch der durchschnittliche potenzielle Risikobetrag nach Derivateverordnung von 1,97 % wirkt nicht aggressiv. Derivate dienen hier offenbar eher der Steuerung und Absicherung als der Hebelung. Das durchschnittliche Leverage von 1,48 ist ebenfalls kein Warnsignal, aber Anleger sollten beachten, dass Währungsfutures und Terminkontrakte Verluste erzeugen können, wie der negative Derivatebeitrag zum Stichtag zeigt.

Ein wichtiger Pluspunkt ist die Kostenstruktur. Eine TER von 0,40 % ist für einen aktiv gemanagten, nachhaltig gefilterten Aktienfonds attraktiv. Das erhöht die Chancen, dass mehr Bruttorendite beim Anleger ankommt. Etwas kritischer sehe ich allerdings das Transaktionsvolumen von rund 360,9 Mio. EUR bei einem Fondsvermögen von gut 62 Mio. EUR. Das deutet auf einen recht aktiven Handelsstil hin. Die ausgewiesenen Transaktionskosten von rund 108.584 EUR sind zwar nicht dramatisch, aber die hohe Umschlagstätigkeit sollte Anleger im Blick behalten. Ein aktiver Stil kann Mehrwert liefern, muss diesen aber auch dauerhaft nach Kosten beweisen.

Im Bereich Nachhaltigkeit ist das Bild gut, aber differenziert zu bewerten. Der Fonds ist ein Artikel-8-Fonds, also ein Produkt, das ökologische und soziale Merkmale bewirbt. Das ist solide, aber nicht mit einem strengeren Impact- oder Artikel-9-Ansatz gleichzusetzen. Positiv ist, dass laut Bericht im zweiten Teil des Geschäftsjahres strengere Mindestquoten galten: mindestens 80 % ESG-konforme Anlagen und mindestens 50 % nachhaltige Investitionen. Im Zeitraum vom 21.05.2025 bis 30.11.2025 wurden diese Vorgaben mit 93,93 % bzw. 51,69 % eingehalten. Für das Gesamtbild spricht außerdem, dass keine Verstöße gegen Ausschlusskriterien oder Anlagegrenzen festgestellt wurden.

Gleichzeitig gibt es zwei Einschränkungen, die für kritische Anleger wichtig sind. Erstens: Der Fonds strebt laut Bericht keine nachhaltigen Investitionen im Sinne eines Artikel-9-Produkts an, obwohl er teilweise erhebliche nachhaltige Investitionsquoten enthält. Zweitens: Die zugrundeliegenden Investitionen sind laut Bericht zu 0 % EU-taxonomiekonform. Das heißt nicht, dass der Fonds “nicht nachhaltig” ist, aber es bedeutet, dass die Nachhaltigkeit vor allem auf ESG-Ratings, Ausschlüssen und SDG-Alignment basiert, nicht auf nachgewiesener Taxonomie-Konformität. Wer besonderen Wert auf regulatorisch eng definierte “grüne” Umsätze legt, könnte das als Schwäche werten.

Ein weiterer Punkt: Der Bericht nennt für den relevanten Zeitraum einen Anteil von 16,17 % Investitionen in Sektoren und Teilsektoren fossiler Brennstoffe. Das wirkt auf den ersten Blick überraschend für einen Nachhaltigkeitsfonds, ist aber mit dem Regelwerk vereinbar, weil offenbar Umsatzschwellen und Ausschlusskriterien gelten statt eines Totalverbots. Für streng nachhaltigkeitsorientierte Anleger ist das ein wichtiger Prüfpunkt: Der Fonds ist nachhaltig gefiltert, aber kein radikal fossilfreies Portfolio.

Unter dem Strich macht der Fonds einen soliden Gesamteindruck. Für Anleger, die einen globalen, aktiv gemanagten Aktienfonds mit moderatem Nachhaltigkeitsfilter, vernünftiger Diversifikation und niedrigen laufenden Kosten suchen, ist der Bericht überzeugend. Besonders positiv sind die saubere Struktur, die gute Fondsgröße, die überschaubaren Kosten, die qualitätsorientierte Titelauswahl und die ordentliche Wertentwicklung. Weniger stark ist der Fonds für Anleger, die entweder einen klaren Indexvergleich, einen stärker einkommensorientierten Ansatz oder eine besonders strenge, taxonomiebasierte Nachhaltigkeitsstrategie verlangen.

Fazit aus Anlegersicht:
Der D&R Aktien Nachhaltigkeit V ist ein gut aufgestellter, chancenorientierter Qualitäts-Aktienfonds mit glaubwürdig umgesetzter ESG-Integration, aber ohne besonders “harte” Nachhaltigkeitspositionierung im regulatorischen Sinn. Wer mit den normalen Schwankungen eines globalen Aktienfonds leben kann, erhält hier ein interessantes Langfristprodukt. Wer hingegen maximale ESG-Strenge oder sehr niedrige Marktschwankungen sucht, sollte den Fonds eher als Kompromisslösung denn als Endpunkt der Nachhaltigkeitsagenda betrachten.

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