Dark Mode Light Mode
Staatsanwaltschaft Cottbus
Speerbridge Fund 2025: Solider Qualitätsfokus, aber schwaches Jahr durch Kosten, Währung und enge US-Tech-Abhängigkeit
Warnungen der englischen Finanzmarktaufsicht FCA

Speerbridge Fund 2025: Solider Qualitätsfokus, aber schwaches Jahr durch Kosten, Währung und enge US-Tech-Abhängigkeit

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Speerbridge Fund -R- ein gemischtes Bild. Positiv ist, dass der Fonds einer klaren, nachvollziehbaren Strategie folgt: investiert wird vor allem in liquide, wachstumsstarke Qualitätsunternehmen, ergänzt um technische Trendfilter, taktische Absicherung und kleinere Beimischungen in Edelmetalle sowie Krypto-ETCs. Das klingt auf den ersten Blick attraktiv, weil der Ansatz versucht, an starken Trends teilzunehmen und gleichzeitig größere Rückschläge zu begrenzen. Im Geschäftsjahr 2024/25 ist dieses Ziel jedoch nur eingeschränkt erreicht worden.

Die zentrale Schwäche des Berichtsjahres ist die negative Wertentwicklung von -2,47 %. In einem Umfeld, in dem vor allem US-Großtechnologiewerte und der S&P 500 insgesamt wieder sehr stark liefen, ist das aus Investorensicht enttäuschend. Das Fondsmanagement erklärt dies mit der April-Korrektur 2025, der Euro-Aufwertung gegenüber dem US-Dollar sowie der Tatsache, dass breit diversifizierte und abgesicherte Strategien eine sehr enge, von wenigen Mega-Caps getragene Rally naturgemäß nicht vollständig mitmachen konnten. Diese Begründung ist plausibel. Für Anleger bleibt aber entscheidend: Der Fonds hat in einem insgesamt freundlichen Aktienmarkt kein positives Ergebnis erzielt.

Die Portfoliostruktur offenbart klar, wo Chancen und Risiken liegen. Rund 89,34 % des Fondsvermögens stecken in Aktien, weitere 7,32 % in Zertifikaten auf Silber, Gold, Bitcoin und Ethereum. Damit ist der Fonds faktisch fast vollständig investiert und trotz Absicherungsinstrumenten deutlich marktabhängig. Auffällig ist die starke US-Lastigkeit: Laut Bericht entfallen 87,15 % des Exposures auf die USA und damit indirekt stark auf den US-Dollar. Das bedeutet, dass Anleger hier keinen global ausgewogenen Aktienfonds erhalten, sondern im Kern ein aktiv gemanagtes US-Wachstumsportfolio mit kleineren Diversifikationsbausteinen. Wer genau das sucht, kann den Fonds interessant finden. Wer echte regionale Streuung erwartet, dürfte enttäuscht sein.

Auch innerhalb des Aktienportfolios zeigt sich eine deutliche Konzentration auf bekannte Wachstums- und Technologietitel. Zu den größten Positionen gehören unter anderem NVIDIA, Meta, Microsoft, Oracle, Taiwan Semiconductor, RadNet, Alphabet und Robinhood. Das Portfolio ist zwar nicht extrem eng, aber thematisch klar positioniert: Qualität, Wachstum, Technologie, Marktführer. Das erhöht die Chance auf überdurchschnittliche Renditen in starken Tech-Phasen, macht den Fonds aber gleichzeitig anfällig für Bewertungsrückgänge, Sektorrotationen und Stimmungsschwankungen bei Wachstumswerten.

Positiv zu bewerten ist das aktive Risikomanagement. Der Fonds setzt Futures zur zeitweisen Absicherung ein, konkret bestanden zum Stichtag Short-Positionen über Micro E-Mini Nasdaq-100 Futures. Außerdem wurden laut Bericht Abwärtsphasen aktiv gemanagt. Für risikobewusste Anleger ist das grundsätzlich ein Pluspunkt, denn der Fonds will nicht blind investiert bleiben. Der Haken daran: Absicherung kostet in starken Aufwärtsphasen Performance. Genau das scheint 2025 ein Teil des Problems gewesen zu sein. Der Fonds reduziert damit Klumpen- und Crashrisiken, bezahlt dafür aber mit geringerer Teilnahme an schmalen Haussebewegungen.

Ein klar kritischer Punkt sind die Kosten. Die Total Expense Ratio von 3,11 % ist hoch. Für Anleger ist das besonders relevant, weil hohe laufende Kosten langfristig einen erheblichen Renditeabzug bedeuten. Hinzu kommt, dass der Fonds mit einem Vermögen von nur knapp 1,0 Mio. EUR noch sehr klein ist. Bei kleinen Fonds fallen fixe Kosten prozentual oft stärker ins Gewicht. Das sieht man hier deutlich: Allein die Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie sonstige Aufwendungen belasten den Fonds merklich. Aus Investorensicht ist das einer der wichtigsten Kritikpunkte des Berichts. Ein Fonds dieser Größe muss schon sehr überzeugend outperformen, um eine TER über 3 % zu rechtfertigen.

Auch die Ertragsrechnung wirkt schwach. Die laufenden Erträge aus Dividenden und Zinsen summierten sich nur auf rund 6.068 EUR, während die Aufwendungen bei rund 38.875 EUR lagen. Das ergibt einen ordentlichen Nettoertrag von -32.807 EUR. Noch deutlicher wird die Belastung bei den realisierten Ergebnissen: 70.965 EUR realisierte Gewinne standen 188.010 EUR realisierten Verlusten gegenüber. Das spricht dafür, dass das aktive Trading und die Absicherung im Berichtsjahr unter dem Strich Geld gekostet haben. Zwar halfen positive nicht realisierte Bewertungsänderungen, das Jahresergebnis abzufedern, aber operativ war das Jahr klar unbefriedigend.

Immerhin zeigt der Blick auf die letzten Jahre, dass der Fonds nicht grundsätzlich schwach ist. Der Anteilwert stieg von 104,51 EUR (2022) auf 119,44 EUR (2023) und dann auf 164,57 EUR (2024), bevor er 2025 auf 160,50 EUR zurückfiel. Das bedeutet: Mittelfristig gab es durchaus eine starke Aufwärtsphase. Der jüngste Rückgang ist also eher eine Unterbrechung als ein kompletter Fehlschlag des Konzepts. Dennoch muss sich die Strategie gerade jetzt beweisen, denn Anleger wollen sehen, ob der Fonds nach einem schwachen Jahr wieder an frühere Stärke anknüpfen kann.

Die Beimischung von Gold, Silber sowie Bitcoin und Ethereum ist aus Anlegersicht zweischneidig. Einerseits kann das die Diversifikation verbessern und einen zusätzlichen Renditetreiber liefern. Andererseits erhöht es die Komplexität des Produkts und bringt zusätzliche Volatilität sowie Emittentenrisiken über Zertifikate hinein. Für konservative Anleger ist das eher ein Nachteil. Für offensivere Anleger, die alternative Bausteine im Portfolio schätzen, kann es ein interessantes Unterscheidungsmerkmal sein.

Unterm Strich wirkt der Speerbridge Fund wie ein aktiver, opportunistischer Wachstumsfonds mit Risikomanagementanspruch, aber nicht wie ein defensiver Allwetterfonds. Er ist stark von US-Wachstumsaktien abhängig, hat 2025 trotz robuster Märkte verloren und trägt eine hohe Kostenlast. Positiv sind die klare Strategie, die Transparenz im Bericht, die aktive Steuerung und der Versuch, Rückschläge zu begrenzen. Negativ sind die hohe TER, die geringe Fondsgröße, die deutliche US-/USD-Konzentration und die Tatsache, dass der Fonds seine Schutzmechanismen im Berichtsjahr nicht in eine überzeugende Netto-Performance umsetzen konnte.

Fazit für Anleger:
Der Fonds ist eher etwas für Anleger, die an ein aktives Management, Trendfolgeelemente und US-Wachstumswerte glauben und dafür auch höhere Kosten akzeptieren. Für kostenbewusste Anleger oder Investoren, die eine breite, günstigere und verlässlichere Aktienmarktteilnahme suchen, wirkt der Fonds derzeit weniger attraktiv. Das größte Fragezeichen ist nicht die Strategieidee selbst, sondern ob sie nach Kosten dauerhaft genug Mehrwert liefern kann. Genau daran muss sich der Fonds künftig messen lassen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Staatsanwaltschaft Cottbus

Next Post

Warnungen der englischen Finanzmarktaufsicht FCA