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Kaffee – das neue Gold im Supermarktregal

Couleur (CC0), Pixabay

Kaffee ist nicht nur im Alltag vieler Menschen unverzichtbar, sondern hat sich inzwischen auch zu einem der gefragtesten Produkte bei Ladendieben entwickelt. Laut dem Handelsexperten Frank Horst vom Forschungsinstitut EHI in Köln gehört Kaffee schon seit Jahren zu den am häufigsten gestohlenen Waren in deutschen Supermärkten. Doch der Trend verschärft sich: „In den letzten Jahren hat das stark zugenommen. Es ist nicht selten, dass ein ganzes Regal leergeräumt wird“, so Horst.

Warum gerade Kaffee?

Die Gründe sind vielfältig. Kaffee ist ein relativ teures Produkt, das sich im Verhältnis zu seiner Größe leicht transportieren lässt. Damit ist es für Diebstähle besonders attraktiv – sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Weiterverkauf auf Schwarzmärkten. Besonders Markenprodukte und Spezialitätenkaffee sind begehrt.

Ein weiterer Faktor: Personalmangel im Einzelhandel. Viele Supermärkte haben weniger Personal in den Gängen, was die Überwachung erschwert. Dies nutzen Täter gezielt aus. Professionelle Diebesbanden räumen gleich mehrere Packungen ab – teilweise ganze Regale – und verschwinden, bevor der Diebstahl bemerkt wird.

Reaktion des Handels

Um dem Problem entgegenzuwirken, greifen immer mehr Händler zu drastischen Maßnahmen. „Inzwischen werden hochwertige Kaffeesorten zunehmend in verschlossenen Boxen präsentiert oder komplett aus dem Regal genommen und nur noch auf Nachfrage herausgegeben“, erklärt Horst. Teilweise kommen auch elektronische Sicherungen oder Videoüberwachung zum Einsatz.

Ein wachsendes Problem

Der zunehmende Diebstahl von Kaffee ist kein Einzelfall, sondern Teil einer größeren Entwicklung. Der Handelsverband berichtet seit Jahren von steigenden Diebstahlsraten, was den Einzelhandel Millionen kostet. Betroffen sind vor allem Produkte des täglichen Bedarfs, die relativ hochpreisig sind und sich gut weiterverkaufen lassen – neben Kaffee beispielsweise auch Babynahrung oder Rasierklingen.

Ausblick

Ob die aktuellen Maßnahmen ausreichen, bleibt fraglich. Denn Experten gehen davon aus, dass organisierte Banden ihre Methoden immer weiter anpassen. Für Kunden bedeutet das: Wer sich auf der Suche nach seinem Lieblingskaffee macht, könnte künftig öfter an verschlossene Schränke stoßen oder den Gang zum Servicepersonal antreten müssen.

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