Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, dass sein Land im September 2025 einen palästinensischen Staat offiziell anerkennen werde. Die Erklärung sorgte international für teils scharfe Reaktionen – besonders aus Israel.
Macrons außenpolitischer Vorstoß
In einem Schreiben an den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, erklärte Macron, dass die Anerkennung eines palästinensischen Staates „der einzige Weg“ sei, um den legitimen Ansprüchen beider Völker gerecht zu werden. Ziel sei eine friedliche Zwei-Staaten-Lösung – möglichst schnell.
Frankreichs Initiative erfolgt laut Élysée-Palast nicht im Alleingang. Bereits jetzt habe man mit mehreren Ländern abgestimmt, die ebenfalls im September folgen wollen. Ein ursprünglich für Juli geplantes Gipfeltreffen mit Saudi-Arabien soll nun im Umfeld der UN-Generalversammlung im September in New York stattfinden.
Zustimmung von Hamas, Kritik aus Israel
Die radikal-islamische Hamas begrüßte Macrons Schritt als „positives Signal für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung des palästinensischen Volkes“ und forderte andere Staaten auf, dem Beispiel zu folgen.
Ganz anders die Tonlage aus Israel: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einer „Belohnung für Terror“ und einem „Startpunkt zur Vernichtung Israels“. Auch Verteidigungsminister Israel Katz nannte den Schritt „eine Schande“ und einen „Akt der Kapitulation gegenüber Terrorismus“. Finanzminister Smotrich forderte als Reaktion sogar die Ausweitung der israelischen Souveränität auf das gesamte Westjordanland.
Humanitäre Lage in Gaza spitzt sich zu
Parallel zur politischen Eskalation verschärft sich die humanitäre Notlage in Gaza dramatisch. Über 100 Hilfsorganisationen, darunter „Ärzte ohne Grenzen“ und „Save the Children“, warnten gemeinsam vor einem drohenden Massensterben durch Hunger und Krankheit. Sie fordern Israel zur vollständigen Öffnung der Blockade und zur sofortigen Waffenruhe auf.
Bilder aus Gaza zeigen unterernährte Kinder, zusammenbrechende Menschen auf den Straßen und Eltern, die ihre verhungerten Babys betrauern. Israel weist die Verantwortung zurück und beschuldigt Hamas, Hilfslieferungen zu blockieren und für eigene Zwecke zu missbrauchen.
US-Politik bleibt unentschlossen
Während Macron die Initiative ergreift, bleibt Washington zögerlich. US-Vertreter, darunter Sondergesandter Steve Witkoff, warfen Hamas mangelnden Verhandlungswillen vor. Die USA behalten sich nun „alternative Optionen“ zur Befreiung der Geiseln vor, ohne konkrete Maßnahmen zu benennen.
Zugleich fehlt in der US-Regierung unter Präsident Trump ein hochrangiger Verantwortlicher für humanitäre Hilfe in Gaza – ein Umstand, der angesichts der eskalierenden Notlage zunehmend kritisiert wird.
Fazit: Frankreich setzt mit dem Schritt zur Anerkennung Palästinas ein starkes politisches Signal – mitten in einer humanitären Katastrophe. Während Israel den Vorstoß als Bedrohung seiner Sicherheit wertet, hoffen Unterstützer auf ein internationales Signal der Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung. Die Lage bleibt angespannt – politisch wie menschlich.