733 Millionen Menschen – etwa jeder elfte Mensch auf der Welt – leiden aktuell an Hunger. Diese erschütternde Zahl hat die Welthungerhilfe in ihrem aktuellen Bericht veröffentlicht und zugleich eindringlich vor den Folgen globaler Krisen gewarnt.
Laut der Organisation haben Kriege, Klimakatastrophen und wirtschaftliche Krisen in den vergangenen Jahren zu einem dramatischen Anstieg der Hungerzahlen geführt. Besonders betroffen sind Länder in Afrika südlich der Sahara sowie Regionen, die unter bewaffneten Konflikten und Dürren leiden.
Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe, zeigte sich besorgt über die gleichzeitige Entwicklung in den Geberländern: „Massive Budgetkürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit gefährden mühsam erreichte Fortschritte und lassen Millionen Menschen im Stich.“
Vor allem die USA – traditionell einer der größten Geldgeber im Kampf gegen Hunger – hätten ihre Mittel zuletzt stark reduziert. Doch auch Deutschland und andere Staaten kürzten ihre Entwicklungsetats. Thieme appellierte an die internationale Gemeinschaft, „nicht ausgerechnet in Zeiten der größten Not den Rückzug anzutreten“.
Die Welthungerhilfe fordert ein schnelles politisches Umdenken, gezielte Investitionen in resiliente Ernährungssysteme und mehr Unterstützung für lokale Strukturen – um Hunger nachhaltig zu bekämpfen, bevor die Krise weitere Menschenleben fordert.