Analyse aus Anlegersicht:
1. Fondsstrategie und Ausrichtung:
Ziel ist eine absolute Wertsteigerung bei möglichst niedriger Volatilität.
Investiert wird hauptsächlich in Aktien im Zusammenhang mit Sondersituationen wie Übernahmen, Squeeze-Outs oder Fusionen.
Schwerpunkt liegt auf dem europäischen Markt, insbesondere dem deutschsprachigen Raum.
Keine Indexorientierung, sondern aktives Management basierend auf fundamentaler Analyse.
Fokus auf Barabfindungsangebote und andere Absicherungen, um das Abwärtsrisiko zu begrenzen.
Der Fonds hält auch Nachbesserungsrechte aus Squeeze-Outs (ohne derzeitigen Bilanzansatz).
2. Performance und Ergebnis 2024:
Wertentwicklung:
Anteilklasse I: +5,80 %
Anteilklasse R: +5,35 %
Anteilklasse S: +7,85 %
Fondsvermögen: 46 Mio. EUR am Jahresende.
Trotz eines teilweise schwierigen Marktumfelds konnte eine deutliche positive Rendite erzielt werden.
Positiver Beitrag sowohl durch realisierte Gewinne als auch durch nicht realisierte Wertzuwächse.
3. Portfoliostruktur:
85 % Aktien, davon viele in „Endspielsituationen“ (nach Übernahmen).
7,91 % Anleihen, z.B. Unternehmensanleihen von IBM und Morgan Stanley.
7 % Liquidität, um flexibel auf neue Gelegenheiten reagieren zu können.
Alle Finanzinstrumente waren in Euro denominiert, somit kein Währungsrisiko.
Sehr selektive Auswahl, unter anderem Investitionen in Unternehmen wie DMG MORI, Pfeiffer Vacuum, Sixt Leasing und Schaltbau Holding.
4. Risikobetrachtung:
Volatilität: Sehr niedrig (zwischen 3,37 % und 3,56 % je nach Anteilsklasse).
Marktrisiken: Aufgrund der Strategie gezielt reduziert.
Liquiditätsrisiken: Moderat erhöht, da Investitionen in weniger liquide Werte möglich sind (typisch bei Übernahmesituationen).
Operationelle Risiken: Gut kontrolliert durch erfahrene Verwahrstellen und interne Revision.
Geopolitische Risiken: Bestehen, z.B. durch die weiterhin angespannte weltpolitische Lage, jedoch begrenzte Auswirkungen auf das Portfolio.
5. Kostenstruktur:
Gesamtkostenquote (TER):
Anteilklasse R: 1,95 %
Anteilklasse I: 1,45 %
Anteilklasse S: 0,44 % (sehr günstig für institutionelle Investoren).
Performanceabhängige Vergütung existiert bei den Klassen R und I (ca. 0,83 % bis 0,89 % zusätzlich).
Ausgabeaufschlag: 5 % bei der Klasse R; entfällt bei I und S.
6. ESG und Nachhaltigkeit:
Der Fonds berücksichtigt keine ESG-Kriterien und wird als Artikel-6-Produkt gemäß EU-Offenlegungsverordnung geführt.
Nachhaltigkeitsrisiken werden nicht gezielt berücksichtigt.
7. Prüfung:
Der Jahresbericht wurde von KPMG ohne Einschränkungen testiert.
Transparente Darstellung der wesentlichen Informationen und korrekte Bilanzierung bestätigt.
Fazit für Anleger:
Der Mainberg Special Situations Fund HI ist ein spezialisierter Aktienfonds mit einer klaren Fokussierung auf Sondersituationen, die ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis bieten. Die erzielte positive Wertentwicklung bei gleichzeitig niedriger Volatilität bestätigt den defensiven Charakter der Strategie, auch in einem herausfordernden Marktumfeld. Allerdings sollten Anleger bereit sein, ein gewisses Maß an Liquiditätsrisiko zu akzeptieren. Der Fonds eignet sich für langfristig orientierte Investoren, die eine von allgemeinen Marktbewegungen unabhängige Rendite anstreben und denen ein klassischer ESG-Ansatz weniger wichtig ist.