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IWF und Argentinien erzielen Einigung auf 20-Milliarden-Dollar-Rettungspaket

jorono (CC0), Pixabay

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat eine vorläufige Einigung mit Argentinien über ein Hilfspaket in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar erzielt. Die Vereinbarung kommt zur rechten Zeit für Präsident Javier Milei, der mit einer radikalen marktwirtschaftlichen Agenda das wirtschaftlich angeschlagene Land neu ausrichten will.

Einigung auf Mitarbeiterebene

Die Übereinkunft wurde zunächst auf Mitarbeiterebene geschlossen und bedarf noch der Zustimmung des Exekutivrats des IWF. Diese wird in den kommenden Tagen erwartet.

Mileis Regierung hatte in den letzten Monaten ein drastisches Sparprogramm durchgesetzt, das die Hyperinflation bekämpfte und das Staatsdefizit in einen Überschuss verwandelte – Maßnahmen, die von vielen Argentiniern zwar kritisch gesehen werden, international jedoch Anerkennung finden.

Chronische Schuldenprobleme

Argentinien hat seit 1958 bereits 22 Kredite vom IWF erhalten und schuldet der Organisation derzeit über 40 Milliarden Dollar. Viele Argentinier geben dem IWF eine Mitschuld an der Finanzkrise und dem Zahlungsausfall des Landes im Jahr 2001 – was dem Fonds bis heute ein schlechtes Image in der Bevölkerung einbringt.

Politischer Spagat: Reformer und Polarisierer

Präsident Milei, ein ehemaliger Fernsehstar und selbsternannter „Anarcho-Kapitalist“, regiert mit harter Hand: Er hat zehntausende Beamte entlassen, Ministerien aufgelöst, Subventionen gestrichen, Rentenanpassungen eingefroren und Großprojekte gestoppt. Diese rigorosen Einschnitte treffen besonders die ärmeren Bevölkerungsschichten, die zunehmend auf die Straße gehen. Für Mittwoch ist ein 36-stündiger Generalstreik der Gewerkschaften angekündigt.

Dennoch verzeichnet Milei stabile Zustimmungswerte, was Beobachter auf seinen Erfolg bei der Inflationsbekämpfung zurückführen. Die jährliche Inflationsrate ist laut Regierung von 211 % auf 118 % gesunken, während der Aktienmarkt boomt und das internationale Vertrauen wächst.

Details der Einigung unklar

Noch ist unklar, wie viel Geld Argentinien sofort ausgezahlt bekommt – ein Streitpunkt in den Verhandlungen. Milei benötigt dringend Devisenreserven, um die Kapitalverkehrskontrollen zu lockern und den Peso zu stabilisieren. Der IWF äußerte sich dazu bislang zurückhaltend.

In seiner gewohnt provokativen Art kommentierte Milei die Einigung auf X (ehemals Twitter) mit einem Foto, das ihn mit Finanzminister Luis Caputo umarmend zeigt, dazu der Schriftzug: „Vavos!“ – offenbar ein enthusiastischer (wenn auch falsch geschriebener) Ausruf für „Vamos!“ („Los geht’s!“).

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