Bei einem diplomatisch heiklen Besuch in Panama hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth Überlegungen zur Wiederaufnahme einer US-Militärpräsenz in dem zentralamerikanischen Land öffentlich gemacht. Hintergrund ist die zunehmende Besorgnis der Vereinigten Staaten über den wachsenden chinesischen Einfluss am Panamakanal, einer strategisch bedeutenden Wasserstraße für den globalen Handel.
„Auf Einladung Panamas könnten wir bestehende Anlagen reaktivieren“, sagte Hegseth und sprach von einer möglichen Stationierung von US-Truppen, einschließlich der Nutzung früherer Marineflugplätze oder Militärbasen entlang des Kanals.
Panama lehnt kategorisch ab
Die Antwort der panamaischen Regierung ließ nicht lange auf sich warten – und fiel eindeutig aus. Verteidigungsminister Frank Abrego wies den Vorschlag entschieden zurück.
„Panama hat unter Präsident Jose Raul Mulino unmissverständlich klargemacht, dass wir keine ausländischen Militärstützpunkte oder Verteidigungsinfrastruktur auf unserem Boden akzeptieren werden“,
erklärte Abrego bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem US-Minister.
Die Aussage unterstreicht Panamas Haltung zur eigenen Souveränität – insbesondere in Bezug auf den Kanal, der erst 1999 vollständig unter nationale Kontrolle gelangte.
Chinas Präsenz als strategisches Reizthema
Hegseth verband seinen Vorschlag mit scharfer Kritik an Pekings Aktivitäten in der Region.
„Wir suchen keinen Krieg mit China, aber wir müssen gemeinsam Stärke zeigen, um einem möglichen Konflikt vorzubeugen“,
so Hegseth. Die Vereinigten Staaten werfen China vor, über wirtschaftliche Investitionen und Infrastrukturprojekte gezielt Einfluss auf panamaische Schlüsselbereiche zu nehmen – allen voran auf die Logistik und Verwaltung des Kanals, durch den rund fünf Prozent des globalen Warenhandels fließen.
US-Präsident Donald Trump hatte bereits in der Vergangenheit laut über eine Rückkehr zur amerikanischen Kontrolle des Kanals spekuliert – ein historisch wie diplomatisch heikler Vorschlag, der in Panama auf breite Ablehnung stößt.
Hintergrund: Eine Wasserstraße im geopolitischen Fokus
Der Panamakanal bleibt ein globales Nadelöhr – und zunehmend ein Ort geopolitischer Spannungen. Mit seinem Angebot, US-Truppen zurückzubringen, setzt Hegseth auf Abschreckung. Doch die Frage bleibt: Wie viel Einfluss ist Sicherheitsgarantie – und ab wann ist es Einmischung?