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Starke Rendite und massive Mittelzuflüsse – Tech-Fokus zahlt sich aus, doch Kosten und Konzentrationsrisiken verlangen Aufmerksamkeit

geralt (CC0), Pixabay

Der LF – AI Impact Equity US hat im Geschäftsjahr vom 1. Mai 2025 bis 30. April 2026 ein ausgesprochen erfolgreiches Anlagejahr absolviert. Der von Universal-Investment verwaltete US-Aktienfonds wird in den Anteilklassen RC, RH und R angeboten. Aus Anlegersicht fällt vor allem die Kombination aus zweistelliger Wertentwicklung, enormen Mittelzuflüssen und einer offensiven Positionierung in großen US-Technologieunternehmen positiv auf. Gleichzeitig sollte die gute Performance nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein erheblicher Teil des Jahresergebnisses aus noch nicht realisierten Kursgewinnen stammt und insbesondere bei einzelnen Anteilklassen erhebliche Kosten anfallen.

Zweistellige Renditen – aber deutliche Unterschiede zwischen den Anteilklassen

Die Wertentwicklung kann sich sehen lassen. Im Berichtszeitraum erzielte die Anteilklasse RC 17,81 %, die Anteilklasse RH 16,80 % und die Anteilklasse R 15,71 %. Die Berechnung erfolgt nach der BVI-Methode und berücksichtigt Ausgabeaufschläge nicht.

Damit hat das Fondsmanagement den Anlegern absolut betrachtet ein sehr gutes Ergebnis geliefert. Auffällig ist allerdings die Differenz von mehr als zwei Prozentpunkten zwischen RC und R. Da die Anteilklassen im Wesentlichen dasselbe Portfolio abbilden, wird hier sichtbar, wie stark die jeweilige Kostenstruktur langfristig über den Anlageerfolg entscheidet.

Gerade die RC-Klasse erscheint unter den drei noch relevanten Anteilklassen klar am attraktivsten. Ihre Gesamtkostenquote lag bei 0,83 %, gegenüber 1,73 % bei RH und 1,47 % bei R. Bei der R-Klasse wurde darüber hinaus eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 1,18 % des durchschnittlichen Nettoinventarwertes ausgewiesen.

Zusätzlich verlangt die R-Klasse derzeit einen Ausgabeaufschlag von 3 %, während RC und RH keinen Ausgabeaufschlag aufweisen. Die laufende Verwaltungsvergütung beträgt 0,75 % bei RC, 1,65 % bei RH und 1,40 % bei R. Für kostenbewusste Privatanleger ist deshalb entscheidend, welche Anteilklasse tatsächlich zugänglich ist.

Fondsvolumen explodiert – starkes Vertrauenssignal der Anleger

Besonders auffällig ist die Entwicklung des Fondsvermögens. Dieses stieg innerhalb eines Jahres von 8,12 Mio. Euro auf 28,21 Mio. Euro und damit auf mehr als das Dreifache. Der Hauptgrund dafür war nicht allein die Wertentwicklung, sondern vor allem ein Netto-Mittelzufluss von rund 17,74 Mio. Euro. Insgesamt wurden neue Anteile für rund 20,47 Mio. Euro ausgegeben, während Rücknahmen von rund 2,74 Mio. Euro gegenüberstanden.

Dies ist aus Anlegersicht grundsätzlich positiv. Es deutet darauf hin, dass der Fonds im Markt deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen hat. Besonders stark war das Wachstum der RC-Klasse: Ihr Fondsvermögen erhöhte sich von rund 2,60 Mio. Euro auf rund 22,25 Mio. Euro, getragen von Netto-Mittelzuflüssen von über 18 Mio. Euro.

Damit konzentriert sich inzwischen ein Großteil des gesamten Fondsvermögens in der vergleichsweise günstigen RC-Klasse. Trotz des kräftigen Wachstums bleibt der Fonds mit rund 28 Mio. Euro allerdings ein relativ kleines Produkt. Eine größere Volumenbasis wäre langfristig wünschenswert, weil sie die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Fonds verbessert.

Fast vollständig investiert – USA und Technologie dominieren

Der Fonds war zum Geschäftsjahresende mit 99,17 % des Vermögens in Aktien investiert. Rund 97,36 % des Fondsvermögens entfielen auf US-Aktien. Damit sollten Anleger den Fonds eindeutig als offensiven US-Aktienbaustein verstehen und nicht als global diversifiziertes Basisinvestment.

Noch stärker fällt die sektorale Konzentration auf. Der Technologieanteil wurde während des Jahres von etwa 39,0 % auf 41,8 % erhöht. Finanzwerte kamen am Ende auf rund 13,4 %, Gesundheitswerte auf rund 11,9 %, Immobilien auf etwa 9,3 % und zyklische Konsumwerte auf rund 8,2 %.

Die größten Einzelpositionen zeigen, woher ein großer Teil der Chancen, aber auch des Risikos stammt. NVIDIA war mit 8,54 % die mit Abstand größte Position, gefolgt unter anderem von Apple mit 6,64 %, Eli Lilly mit 4,78 %, Microsoft mit 4,68 % und Marvell Technology mit 3,67 %.
Der Fonds ist somit zwar über zahlreiche Einzeltitel diversifiziert, besitzt aber eine deutliche Abhängigkeit von der Entwicklung großer US-Technologie- und Halbleiterwerte. Nach dem starken Kursanstieg vieler dieser Unternehmen können Bewertungsrückgänge in diesem Segment den Fonds entsprechend stark treffen.

„AI Impact“ ist nicht mit einem reinen KI-Themenfonds gleichzusetzen

Interessant ist die tatsächliche Ausgestaltung der Strategie. Der Fonds investiert nicht ausschließlich in Unternehmen, deren Geschäft unmittelbar mit künstlicher Intelligenz zusammenhängt. Vielmehr werden auf Basis von Kursprognosen Portfolios unter Rendite-/Risikogesichtspunkten optimiert. Gleichzeitig ist das investierbare Universum an Paris-Aligned-Indizes gekoppelt. Der Fonds strebt eine jährliche Reduktion der Treibhausgas-Emissionsintensität um 7 % an und wird als nachhaltiges Produkt gemäß Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung geführt.

Aus Anlegersicht bedeutet dies: Der Begriff „AI“ sollte eher als Bestandteil des Anlage- und Prognoseprozesses interpretiert werden und weniger als Hinweis auf einen eng abgegrenzten KI-Themenfonds. Die tatsächlichen Beteiligungen umfassen neben NVIDIA oder Microsoft beispielsweise auch Mastercard, McDonald’s, JPMorgan, Prologis, Pharmaunternehmen, Versorger und Immobiliengesellschaften.

Eine bemerkenswerte Einschränkung enthält der Nachhaltigkeitsbericht ebenfalls: Obwohl der Fonds eine nachhaltige Investition im Sinne von Artikel 9 anstrebt und Principal Adverse Impacts berücksichtigt, heißt es ausdrücklich, dass die zugrunde liegenden Investitionen nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten berücksichtigen. Anleger sollten Artikel 9 daher nicht automatisch mit einer hohen EU-Taxonomiequote gleichsetzen.

Ergebnisqualität: Kursgewinne dominieren, realisiert wurde wenig

Ein besonders wichtiger Punkt für die Einordnung des Jahresergebnisses ist dessen Zusammensetzung. Das gesamte Ergebnis des Geschäftsjahres belief sich auf rund 2,34 Mio. Euro. Gleichzeitig betrug das realisierte Ergebnis jedoch minus 89.867 Euro. Der entscheidende Beitrag kam von nicht realisierten Kursgewinnen: Nach Verrechnung nicht realisierter Gewinne und Verluste verblieben rund 2,43 Mio. Euro positives nicht realisiertes Ergebnis.

Das ist keineswegs ungewöhnlich für einen Aktienfonds, aber aus Anlegersicht relevant. Ein großer Teil des Gewinns existierte am Bilanzstichtag damit in Form höherer Marktwerte der gehaltenen Aktien und war noch nicht durch Verkäufe gesichert. Dreht insbesondere die Stimmung bei den hoch gewichteten Technologieaktien, können sich solche Buchgewinne entsprechend schnell wieder reduzieren.

Auch das ordentliche Nettoergebnis war mit rund minus 66.000 Euro negativ. Die Dividenden- und Zinserträge reichten damit nicht aus, um sämtliche laufenden Aufwendungen zu decken. Der wirtschaftliche Erfolg des Fonds hängt folglich klar von Kapitalgewinnen und nicht von laufenden Erträgen ab.

Aktives Management verursacht zusätzliche Handelskosten

Die zahlreichen während des Jahres vorgenommenen Käufe und Verkäufe bestätigen einen aktiven Investmentansatz. Die separat ausgewiesenen Transaktionskosten beliefen sich auf 43.029,66 Euro.

Das ist neben den laufenden Kosten ein weiterer Faktor, den Anleger bei der Beurteilung eines aktiv gesteuerten Fonds berücksichtigen sollten. Entscheidend wird langfristig sein, ob das auf Kursvorhersagen und Portfoliooptimierung basierende Management nach sämtlichen Kosten einen dauerhaften Mehrwert gegenüber einer kostengünstigen US-Aktien- beziehungsweise Paris-Aligned-Indexlösung erzeugen kann.

Der Bericht selbst liefert zwar als Vergleichsvermögen den MSCI USA Net Return (EUR), weist in der dargestellten Wertentwicklungsübersicht jedoch keine Rendite dieses Vergleichsindex für denselben Zeitraum aus. Deshalb lässt sich allein anhand des Jahresberichts nicht belastbar beurteilen, ob die erzielten 15,7 bis 17,8 % tatsächlich einer relevanten Outperformance entsprechen.

Risikoprofil bleibt offensiv

Mit praktisch vollständiger Aktienquote, sehr hoher USA-Gewichtung und einem Technologieanteil von über 40 % ist der Fonds eindeutig für Anleger mit hoher Schwankungstoleranz konzipiert. Neben dem allgemeinen Aktienmarktrisiko besteht für einen Euro-Anleger insbesondere ein Währungsrisiko gegenüber dem US-Dollar. Der Bericht weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Abwertung der Anlagewährung gegenüber der Fondswährung den Fondswert belastet.

Positiv ist, dass Derivate zum Berichtsstichtag praktisch keine Rolle spielten: Das durch Derivate erzeugte Exposure lag bei null. Damit resultiert das wesentliche Risiko aus den tatsächlich gehaltenen Aktien und nicht aus komplexen derivativen Hebelpositionen.

Auch auf der Liquiditätsseite gab es im Berichtsjahr keine Auffälligkeiten. Die vorgesehenen Instrumente wie Rücknahmebeschränkungen oder eine Verlängerung der Rücknahmefrist mussten nicht angewandt werden.

Der Jahresbericht erhielt zudem ein uneingeschränktes Prüfungsurteil. Der Abschlussprüfer bestätigt, dass der Bericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens ermöglicht.

Fazit aus Anlegersicht

Der LF – AI Impact Equity US blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Zweistellige Wertzuwächse, enorme Nettomittelzuflüsse und eine starke Nachfrage nach der kostengünstigeren RC-Klasse sind klare Pluspunkte. Das Management profitierte insbesondere von der hohen Gewichtung erfolgreicher US-Technologie- und Wachstumsunternehmen.

Die Erfolgsbilanz sollte jedoch differenziert betrachtet werden. Der Großteil des Jahresergebnisses stammt aus noch nicht realisierten Kursgewinnen, die Technologiequote von rund 42 % erzeugt ein erhebliches Konzentrationsrisiko und die geografische Ausrichtung ist nahezu vollständig auf die USA beschränkt. Zudem sind die Kostenunterschiede zwischen den Anteilklassen enorm. Besonders die R-Klasse erscheint angesichts von Ausgabeaufschlag, höherer laufender Vergütung und zusätzlicher erfolgsabhängiger Vergütung gegenüber RC deutlich weniger attraktiv.

Für Anleger, die bewusst ein wachstumsorientiertes, aktiv gesteuertes US-Aktieninvestment mit starkem Technologieanteil und nachhaltigem Paris-Aligned-Ansatz suchen, ist der Fonds durchaus interessant. Die RC-Klasse bietet innerhalb der dargestellten Publikumsanteilklassen dabei das überzeugendste Verhältnis aus Kosten und erzielter Rendite. Als breit diversifiziertes Kerninvestment ist der Fonds aufgrund seiner hohen Technologie-, USA- und US-Dollar-Abhängigkeit dagegen nur eingeschränkt geeignet.

Die entscheidende Frage für die kommenden Jahre lautet, ob der AI-gestützte Investmentansatz auch über mehrere Marktzyklen hinweg und nach Kosten einen stabilen Mehrwert gegenüber deutlich günstigeren passiven US-Aktienlösungen erzielen kann. Das Geschäftsjahr 2025/2026 liefert dafür einen starken Zwischenstand – einen langfristigen Beweis jedoch noch nicht.

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