Dark Mode Light Mode

Windpark Bisdorf mit starkem Finanzpolster: Schulden brechen ein, Eigenkapital steigt auf 3,55 Millionen Euro

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Windpark Bisdorf GmbH & Co. KG schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einer Bilanzsumme von 3,85 Millionen Euro ab. Im Vorjahr waren es noch 4,10 Millionen Euro. Der Rückgang der Bilanzsumme ist dabei nicht mit einer entsprechenden Verschlechterung der finanziellen Situation gleichzusetzen.

Im Gegenteil: Auf der Passivseite zeigt sich eine deutliche Stärkung der Gesellschaft.

Eigenkapital steigt auf 3,55 Millionen Euro

Das ausgewiesene Eigenkapital erhöhte sich von 3,26 Millionen auf 3,55 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund 292.000 Euro beziehungsweise knapp neun Prozent.

Damit beträgt die rechnerische Eigenkapitalquote inzwischen rund 92 Prozent der Bilanzsumme – ein außergewöhnlich hoher Wert.

Das eigentliche Kommanditkapital beträgt laut Anhang 516.250 Euro und ist vollständig eingezahlt. Die wesentlich höheren ausgewiesenen Kapitalanteile der Kommanditisten zeigen, dass sich darüber hinaus erhebliches Kapital auf den Gesellschafterkonten angesammelt hat.

Verbindlichkeiten sinken um mehr als 60 Prozent

Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei den Schulden aus. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich von 352.226 Euro auf nur noch 132.878 Euro.

Das ist ein Rückgang um rund 219.000 Euro beziehungsweise 62 Prozent innerhalb eines Jahres.

Bemerkenswert ist zudem, dass sämtliche verbliebenen Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres fällig werden. Langfristige Verbindlichkeiten weist die Gesellschaft zum Jahresende überhaupt nicht aus.

Von den rund 133.000 Euro entfallen 114.300 Euro auf sonstige Verbindlichkeiten, 9.800 Euro auf Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern und 8.800 Euro auf Lieferungen und Leistungen.

Mehr als 1,5 Millionen Euro auf den Konten

Gleichzeitig sitzt die Gesellschaft auf einem erheblichen Liquiditätspolster. Die liquiden Mittel erhöhten sich von 1,44 Millionen auf 1,54 Millionen Euro.

Damit verfügt der Windpark rechnerisch über mehr als das Elffache seiner gesamten ausgewiesenen Verbindlichkeiten als Bank- und Kassenbestand.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen gleichzeitig deutlich zurück – von rund 763.000 auf 337.000 Euro.

Das Umlaufvermögen insgesamt verringerte sich deshalb trotz des höheren Bankbestands von 2,20 Millionen auf 1,88 Millionen Euro.

Interessant: Windkraftanlagen selbst stehen kaum noch in der Bilanz

Eine Besonderheit findet sich beim Anlagevermögen. Die Sachanlagen werden nur noch mit fünf Euro ausgewiesen. Das bedeutet nicht, dass der Windpark lediglich fünf Euro wert wäre. Ein derart niedriger Buchwert kann beispielsweise bei weitgehend abgeschriebenen älteren Anlagen auftreten.

Der weitaus größere Teil des Anlagevermögens besteht inzwischen aus Finanzanlagen von 1,485 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 1,401 Millionen Euro – ein Anstieg um 84.000 Euro.

Welche konkreten Beteiligungen oder Finanzanlagen dahinterstehen, lässt sich aus den vorgelegten Angaben allerdings nicht erkennen.

Geld für den späteren Rückbau eingeplant

Interessant sind auch die Rückstellungen. Diese gingen kräftig von 483.666 auf 157.700 Euro zurück.

Im Anhang erklärt die Gesellschaft, dass die sonstigen Rückstellungen unter anderem erwartete Kosten für den Rückbau des Windparks berücksichtigen. Daneben werden Kosten für Jahresabschluss und Steuererklärungen erfasst.

Wie hoch allein die Rückbauverpflichtungen sind und wann ein Rückbau erwartet wird, wird allerdings nicht angegeben. Aus der Rückstellung darf deshalb nicht geschlossen werden, dass eine Stilllegung unmittelbar bevorsteht.

Ein Windpark mit ungewöhnlich wenig Fremdkapital

Insgesamt vermittelt die Bilanz für 2025 das Bild einer finanziell sehr robust aufgestellten Gesellschaft: 3,55 Millionen Euro Eigenkapital stehen nur rund 133.000 Euro Verbindlichkeiten gegenüber. Gleichzeitig befinden sich mehr als 1,54 Millionen Euro auf den Konten.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung innerhalb nur eines Jahres: Das Eigenkapital stieg um rund 292.000 Euro, während Verbindlichkeiten und Rückstellungen zusammen um mehr als 545.000 Euro zurückgingen.

Wie profitabel der eigentliche Windpark 2025 Strom produziert hat, lässt sich dennoch nicht exakt feststellen. Eine Gewinn- und Verlustrechnung mit Umsätzen, Stromerlösen und Jahresergebnis ist in den vorgelegten Daten nicht enthalten.

Der Jahresabschluss wurde am 1. Juli 2026 festgestellt. Geführt wird die Gesellschaft über die Windpark Bisdorf Verwaltungsgesellschaft mbH durch Christian Höper-Rauert und Kathrin Lau. Eigene Arbeitnehmer beschäftigte die Windparkgesellschaft 2025 nicht.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Pilze verschwinden aus den Wäldern: Dürre wird deutschlandweit zum Warnsignal

Next Post

Gottesanbeterin auf dem Vormarsch: Mehr als 17.000 Sichtungen in Deutschland