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Drohnenalarm legt Flughafen Hannover lahm – Ermittler prüfen möglichen Zusammenhang mit Vorfällen in Leipzig
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Drohnenalarm legt Flughafen Hannover lahm – Ermittler prüfen möglichen Zusammenhang mit Vorfällen in Leipzig

geralt (CC0), Pixabay

Eine mutmaßliche Drohne hat in der Nacht zum Dienstag den Flugbetrieb am Flughafen Hannover erheblich beeinträchtigt. Über einen Zeitraum von rund zwei Stunden mussten Start- und Landebahnen mehrfach gesperrt werden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren – und erstmals steht auch ein möglicher Zusammenhang mit jüngsten Drohnenvorfällen an deutschen Flughäfen im Raum.

Zwischen 3.44 Uhr und 5.20 Uhr kam es am Flughafen Hannover zu mehreren kurzfristigen Sperrungen des Luftraums und der Start- und Landebahnen. Nach Angaben des Flughafens mussten sechs Passagierflüge verspätet starten, eine Frachtmaschine wurde auf einen anderen Flughafen umgeleitet.

Auslöser war die wiederholte Sichtung einer Drohne im Bereich des Flughafens. Obwohl Mitarbeiter des Airports das Flugobjekt mehrfach beobachteten, gelang es weder der Bundespolizei noch der Deutschen Flugsicherung, die Drohne technisch zu orten.

Ermittlungen beim Staatsschutz

Der Vorfall beschäftigt inzwischen den Staatsschutz des Zentralen Kriminaldienstes Hannover. Offizielle Angaben zum Ermittlungsstand machen die Behörden derzeit nicht.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, das sich auf einen internen Polizeibericht beruft, könne angesichts der Bedeutung des Flughafens als kritische Infrastruktur „das Vorliegen hybrider Aktivität nicht ausgeschlossen werden“. Ob tatsächlich ein Zusammenhang mit anderen Drohnenvorfällen besteht, sei derzeit jedoch völlig offen.

Insbesondere wird geprüft, ob Verbindungen zu dem jüngsten Zwischenfall am Flughafen Leipzig/Halle bestehen. Dort war wenige Tage zuvor eine verdächtige Drohne in den Fokus der Ermittler geraten. In diesem Fall hat inzwischen sogar die Bundesanwaltschaft die Untersuchungen übernommen.

Rätsel um die Drohne

Besonders ungewöhnlich erscheint den Ermittlern die Technik des Fluggeräts.

Nach dem zitierten Polizeibericht konnten die Warngeräte der Bundespolizei die Drohne nicht erfassen. Auch die Systeme der Deutschen Flugsicherung registrierten kein entsprechendes Signal.

Sollten sich diese Erkenntnisse bestätigen, könnte dies darauf hindeuten, dass es sich nicht um eine handelsübliche Drohne gehandelt hat. Zudem soll das Flugobjekt etwa zwei Stunden lang im Bereich des Flughafens unterwegs gewesen sein – eine ungewöhnlich lange Flugdauer, die ebenfalls Fragen aufwirft.

Ob tatsächlich spezielle Technik eingesetzt wurde oder andere Erklärungen infrage kommen, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Debatte über Schutz kritischer Infrastruktur

Der Vorfall entfacht erneut die Diskussion über den Schutz deutscher Flughäfen vor Drohnen.

Bereits nach den Ereignissen in Leipzig hatte Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) kritisiert, dass für den Flughafen Hannover bislang keine spezielle Drohnenabwehr vorgesehen sei. Aus ihrer Sicht sei dies angesichts der sicherheitsrelevanten Bedeutung des Airports nicht nachvollziehbar.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte dagegen erklärt, dass nach derzeitiger Planung lediglich der Hamburger Flughafen im Norden mit zusätzlichen Drohnenabwehrsystemen ausgestattet werden soll.

Flughäfen werden zunehmend zum Ziel

Experten beobachten seit einigen Jahren einen deutlichen Anstieg von Drohnensichtungen im Umfeld deutscher Flughäfen. Bereits kleine Fluggeräte können erhebliche Auswirkungen auf den Luftverkehr haben. Aus Sicherheitsgründen müssen Start- und Landebahnen sofort gesperrt werden, sobald sich eine Drohne im Anflugbereich befindet.

Die Folgen reichen von Verspätungen über Flugumleitungen bis hin zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden für Airlines und Flughäfen.

Kommt es dabei zu vorsätzlichen oder koordinierten Aktionen gegen kritische Infrastruktur, gewinnt das Thema zusätzlich sicherheitspolitische Bedeutung.

Ermittlungen dauern an

Ob hinter der Drohnensichtung in Hannover lediglich ein einzelner Drohnenpilot oder eine gezielte Aktion steckt, ist derzeit völlig offen. Die Ermittler prüfen sämtliche Möglichkeiten.

Fest steht bislang nur, dass die Sperrungen den Flugbetrieb über mehrere Stunden beeinträchtigten und die Sicherheitsbehörden den Vorfall sehr ernst nehmen. Die Ermittlungen des Staatsschutzes sollen nun klären, wer die Drohne gesteuert hat und ob Verbindungen zu ähnlichen Vorfällen an anderen deutschen Flughäfen bestehen.

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