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Neue Vinted-Betrugsmasche: „Ich habe bezahlt“ – Verkäufer sollen Bankdaten preisgeben

497608 (CC0), Pixabay

Kriminelle nehmen auf Kleinanzeigenplattformen zunehmend auch Verkäufer ins Visier. Derzeit wird vor einer Betrugsmasche gewarnt, die besonders häufig auf Vinted auftritt. Dabei geben sich Betrüger als Kaufinteressenten aus und versuchen, Verkäufer aus der geschützten Plattform herauszulocken. Am Ende sollen Kreditkarten- oder Bankdaten erbeutet werden.

Betrüger bitten zunächst um ein Video

Die Masche beginnt zunächst völlig harmlos. Kurz nachdem ein Kleidungsstück bei Vinted eingestellt wurde, meldet sich ein vermeintlicher Interessent. Dieser bittet beispielsweise darum, ein Video des angebotenen Kleidungsstücks über WhatsApp zu schicken, um dessen Zustand besser beurteilen zu können.

Damit haben die Kriminellen ein wichtiges Ziel erreicht: Die weitere Kommunikation findet nicht mehr ausschließlich über Vinted statt.

Anschließend erhält der Verkäufer einen Screenshot eines angeblichen Kaufvorgangs. Der vermeintliche Käufer behauptet, den Artikel bereits bezahlt zu haben. Angeblich müsse der Verkäufer lediglich noch seine E-Mail-Adresse angeben oder den Zahlungseingang bestätigen.

Gefälschte Vinted-Seite soll Bankdaten abgreifen

Wer in seinem tatsächlichen Vinted-Konto nachschaut, findet jedoch keinen entsprechenden Kauf. Die Betrüger liefern dafür eine vermeintliche Erklärung und schicken einen Link zu einer angeblichen Vinted-Zahlungsseite.

Tatsächlich führt dieser auf eine gefälschte Internetseite. Dort sollen persönliche Daten und Zahlungsinformationen eingegeben werden.

Teilweise behaupten die Kriminellen anschließend, zur Bestätigung werde eine Push-TAN benötigt. Stattdessen kann beispielsweise ein Sicherheitscode per SMS eintreffen, den das Opfer an die Betrüger weitergeben soll. Schließlich werden mitunter auch Kreditkartendaten verlangt.

Damit können die Täter versuchen, auf das Bankkonto des Verkäufers zuzugreifen oder unberechtigte Zahlungen auszulösen.

Niemals TAN oder Sicherheitscodes weitergeben

Verkäufer sollten grundsätzlich misstrauisch werden, wenn Interessenten sie dazu bewegen wollen, die Kommunikation außerhalb von Vinted fortzusetzen. Telefonnummern oder E-Mail-Adressen sollten möglichst nicht weitergegeben werden.

Besonders wichtig: Für den Empfang einer Zahlung muss ein Verkäufer keine Zahlung in seiner Banking-App freigeben. Auch TANs oder andere Sicherheitscodes dürfen niemals an einen vermeintlichen Käufer weitergegeben werden.

Kriminelle verwenden inzwischen unterschiedliche Varianten dieser Masche. Neben Links zu gefälschten Zahlungsseiten kommen beispielsweise QR-Codes zum Einsatz, die ebenfalls auf betrügerische Internetseiten führen.

Kommunikation möglichst auf der Plattform lassen

Verkäufer sollten möglichst ausschließlich über die Nachrichtenfunktion der jeweiligen Kleinanzeigenplattform kommunizieren. Links zu angeblichen Zahlungs- oder Bestätigungsseiten sollten nicht geöffnet werden.

Wer auf eine externe Seite weitergeleitet wird, sollte die Internetadresse genau kontrollieren. Insbesondere Aufforderungen zur Eingabe von Kreditkarten-, Bank- oder Onlinebanking-Daten sind ein deutliches Warnsignal.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Wer bereits Bank- oder Kreditkartendaten eingegeben oder einen Sicherheitscode weitergegeben hat, sollte unverzüglich seine Bank informieren. Gegebenenfalls müssen Karten oder Zugänge gesperrt werden.

Außerdem sollte das betrügerische Nutzerprofil bei der Kleinanzeigenplattform gemeldet werden. Bei einem erfolgten Betrug oder einem versuchten Zugriff auf das Bankkonto sollten Betroffene zudem Anzeige bei der Polizei erstatten.

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