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Schönheitsdruck bei Männern nimmt durch soziale Medien zu

Dantegráfico (CC0), Pixabay

Der Schönheitsdruck betrifft längst nicht mehr nur Frauen. Immer mehr Männer orientieren sich an den oft unrealistischen Schönheitsidealen in sozialen Netzwerken. Nach Angaben der International Society of Aesthetic Plastic Surgery hat sich die Zahl ästhetischer Eingriffe bei Männern innerhalb von weniger als zehn Jahren nahezu verdoppelt.

Zu den häufigsten Behandlungen zählen Augenlidkorrekturen, Brustverkleinerungen, Narbenkorrekturen, Fettabsaugungen, Nasenoperationen sowie Haartransplantationen. Auch kosmetische Eingriffe zur Veränderung der Gesichtszüge gewinnen an Bedeutung.

Besonders junge Männer geraten zunehmend unter Druck. Ein Beispiel dafür ist der Trend des sogenannten „Looksmaxxing“. Dabei versuchen einige, durch fragwürdige und teils gefährliche Methoden markantere Gesichtszüge zu erreichen. In sozialen Medien kursieren Videos, in denen sich junge Männer mit Gegenständen ins Gesicht schlagen, um ein vermeintlich maskulineres Aussehen zu erzielen.

Der Wiener Psychotherapeut Konrad Rauchbauer warnt vor den Auswirkungen sozialer Medien. Wer täglich viele Stunden auf entsprechenden Plattformen verbringt, vergleiche sich nicht mehr nur mit seinem direkten Umfeld, sondern mit Menschen aus aller Welt. Hinzu komme, dass viele Bilder bearbeitet seien und unrealistische Schönheitsideale vermittelten. Besonders Jugendliche in der Pubertät seien für solche Einflüsse anfällig.

Der Experte fordert deshalb mehr Aufklärung über die Wirkung sozialer Medien – sowohl in Schulen als auch im Elternhaus. Gleichzeitig sieht er die Betreiber sozialer Netzwerke und Content Creator in der Verantwortung, bewusst mit Schönheitsidealen umzugehen und keine unrealistischen Erwartungen zu fördern.

Nach wie vor fällt es vielen Männern schwer, offen über Unsicherheiten oder Scham wegen ihres Aussehens zu sprechen. Rauchbauer beobachtet jedoch eine positive Entwicklung: Immer mehr junge Männer nehmen psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch und sprechen offener über ihre psychischen Belastungen.

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