Der Jahresbericht des Capitulum Rentenstrategie optimiert Universal für den Zeitraum vom 1. April 2025 bis 31. März 2026 zeichnet insgesamt ein positives Bild. Der global ausgerichtete Rentenfonds verfolgt das Ziel, eine angemessene Rendite in Euro zu erwirtschaften. Mindestens 51 % des Vermögens werden in verzinsliche Wertpapiere investiert. Dabei werden bewusst auch Anleihen von Emittenten mit geringerer Bonität berücksichtigt, sofern das Fondsmanagement deren Fähigkeit zur Zins- und Tilgungszahlung positiv einschätzt. Zins- und Fremdwährungsrisiken sollen gleichzeitig durch den Einsatz von Derivaten reduziert werden.
Die Wertentwicklung im Geschäftsjahr überzeugt. Die Anteilklasse P erzielte eine Performance von 5,70 %, die institutionelle Anteilklasse I 6,14 %. Damit konnte der Fonds in einem zeitweise von politischen und geopolitischen Unsicherheiten geprägten Umfeld einen attraktiven positiven Ertrag erwirtschaften. Besonders positiv wirkten laufende Zinserträge sowie Kursgewinne bei Anleihen aus Schwellenländern. Die Absicherung von Zins- und Fremdwährungsrisiken trug dazu bei, Schwankungen zu begrenzen.
Ein weiteres positives Signal ist das starke Wachstum des Fondsvermögens. Dieses erhöhte sich innerhalb eines Jahres von rund 70,4 Mio. Euro auf 98,7 Mio. Euro, also um rund 40 %. Ein wesentlicher Grund waren Nettomittelzuflüsse von etwa 26,5 Mio. Euro. Die Zuflüsse aus Anteilsverkäufen von 35,3 Mio. Euro lagen deutlich über den Rücknahmen von 8,8 Mio. Euro. Das spricht für ein gestiegenes Anlegerinteresse und Vertrauen in die Strategie.
Das Portfolio ist mit 96,33 % Anleihen sehr konsequent auf den Rentenmarkt ausgerichtet. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Anleihequote von 91,23 % nochmals erhöht, während Aktien vollständig aus dem Portfolio verschwanden und Termingelder reduziert wurden. Gleichzeitig verteilt sich das Kapital auf zahlreiche Emittenten, Länder und unterschiedliche Laufzeiten. Dadurch wird das Risiko einzelner Zahlungsausfälle begrenzt.
Auch die Ertragsstruktur ist aus Anlegersicht grundsätzlich attraktiv. Insgesamt erzielte der Fonds rund 5,75 Mio. Euro Erträge, wobei der überwiegende Teil aus Zinsen auf in- und ausländische Wertpapiere stammte. Der ordentliche Nettoertrag belief sich auf rund 4,67 Mio. Euro. Hinzu kam ein positives Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften von rund 2,18 Mio. Euro. Nach Berücksichtigung nicht realisierter Wertveränderungen verblieb ein positives Jahresergebnis von rund 5,48 Mio. Euro.
Den Chancen stehen jedoch erhöhte Kredit- und Emittentenrisiken gegenüber. Der Fonds investiert bewusst nicht ausschließlich in erstklassige Schuldner. Im Portfolio befinden sich unter anderem Unternehmens- und Staatsanleihen aus Schwellenländern sowie hochverzinsliche Titel. Höhere Renditen werden somit teilweise durch die Übernahme höherer Bonitätsrisiken erkauft. Bei einer Verschlechterung der Zahlungsfähigkeit einzelner Emittenten können entsprechende Kursverluste oder im Extremfall Zahlungsausfälle entstehen. Auch geopolitische Krisen und Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus bleiben relevante Risikofaktoren.
Der umfangreiche Einsatz von Derivaten verdient ebenfalls Aufmerksamkeit. Das durch Derivate erzeugte zugrunde liegende Exposure betrug rund 88,6 Mio. Euro, die durchschnittliche Hebelwirkung lag bei 1,84. Die Derivate werden insbesondere zur Steuerung von Zins- und Währungsrisiken eingesetzt und sind damit ein wichtiger Bestandteil der Strategie. Dennoch erhöhen sie die Komplexität des Fonds und bringen zusätzliche Kontrahenten- und Marktrisiken mit sich.
Für Privatanleger ist außerdem die Kostenstruktur relevant. Die Anteilklasse P verlangt derzeit eine Verwaltungsvergütung von 0,80 % jährlich und kann mit einem Ausgabeaufschlag von 2,00 % verbunden sein. Bei der institutionellen Anteilklasse I beträgt die Verwaltungsvergütung lediglich 0,30 %, allerdings ist eine Mindestanlage von 100.000 Euro erforderlich. Die höhere Performance der I-Klasse von 6,14 % gegenüber 5,70 % bei der P-Klasse lässt sich daher zumindest teilweise durch ihre günstigere Kostenstruktur erklären.
Fazit aus Anlegersicht
Der Jahresbericht zeigt einen erfolgreichen, stark gewachsenen und breit diversifizierten Rentenfonds. Die Renditen von 5,70 % beziehungsweise 6,14 %, hohe laufende Zinserträge und erhebliche Nettomittelzuflüsse sprechen für eine bislang erfolgreiche Umsetzung der Strategie. Positiv hervorzuheben sind außerdem die systematische Absicherung von Zins- und Fremdwährungsrisiken sowie die breite Streuung des Portfolios.
Der Fonds ist jedoch nicht mit einem konservativen Staatsanleihenfonds gleichzusetzen. Seine Renditechancen beruhen unter anderem auf Anlagen in höher verzinste und teilweise bonitätsschwächere Unternehmens- und Schwellenländeranleihen. Anleger müssen deshalb insbesondere Kredit-, Emittenten-, Markt- und Derivaterisiken berücksichtigen.
Gesamturteil: Aus Anlegersicht erscheint der Fonds vor allem für Investoren interessant, die laufende Erträge und eine höhere Rendite als bei klassischen hochwertigen Staatsanleihen suchen und dafür ein erhöhtes Kreditrisiko akzeptieren. Das abgelaufene Geschäftsjahr liefert mit positiver Performance, starken Mittelzuflüssen und einem deutlich gestiegenen Fondsvermögen überzeugende Kennzahlen. Die bisherige Entwicklung sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die höhere Rendite mit einer entsprechend anspruchsvolleren Risikostruktur erkauft wird.