Der Nomura Asian Bonds Fonds blickt auf ein anspruchsvolles Geschäftsjahr 2025/2026 zurück. Das Marktumfeld war von geopolitischen Spannungen, der US-Zollpolitik, steigenden Energiepreisen sowie erheblichen Wechselkursbewegungen geprägt. Der Fonds investiert überwiegend in asiatische Staats- und staatsnahe Anleihen in lokalen Währungen und ist damit nicht nur von der Entwicklung der regionalen Zinsmärkte, sondern in erheblichem Maße auch von Währungsschwankungen gegenüber dem Euro abhängig.
Für Anleger fällt insbesondere die negative Wertentwicklung ins Gewicht. Im Berichtszeitraum verlor die Anteilsklasse I 7,07 %, während die Anteilsklasse R ein Minus von 7,58 % verzeichnete. Damit schnitt der Fonds schlechter ab als der Vergleichsindex JP Morgan JADE Broad (EUR unhedged), der um 6,20 % zurückging. Ein wesentlicher Belastungsfaktor war die Aufwertung des Euro: Mit Ausnahme des malaysischen Ringgit verloren die asiatischen Währungen gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung an Wert.
Auch die längerfristige Entwicklung zeigt die Belastung. Der Anteilwert der für Privatanleger relevanten Class R sank von 67,56 Euro zum 31.03.2023 auf 59,70 Euro zum 31.03.2026. Allein gegenüber dem Vorjahr ging er von 65,85 auf 59,70 Euro zurück. Gleichzeitig verringerte sich das Vermögen dieser Anteilsklasse deutlich von rund 333,7 Mio. Euro auf 251,8 Mio. Euro. Neben der negativen Performance waren hierfür erhebliche Mittelabflüsse verantwortlich: Netto wurden rund 52,4 Mio. Euro aus der Class R abgezogen.
Positiv ist dagegen die Entwicklung der institutionellen Class I zu bewerten. Trotz ebenfalls negativer Anlageergebnisse stieg ihr Fondsvermögen von rund 12,1 Mio. Euro auf 36,3 Mio. Euro, hauptsächlich aufgrund von Nettomittelzuflüssen von rund 26,5 Mio. Euro. Dies deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger trotz des schwierigen Marktumfelds weiterhin Kapital in die Strategie investiert haben.
Die Ertragsrechnung zeigt zudem, dass das eigentliche Zinsgeschäft weiterhin substanzielle laufende Erträge erwirtschaftet. In der Class R belief sich der ordentliche Nettoertrag auf rund 8,9 Mio. Euro beziehungsweise 2,11 Euro je Anteil. Dem standen jedoch realisierte Verluste von rund 24,5 Mio. Euro sowie erhebliche nicht realisierte Verluste gegenüber. Insgesamt ergab sich für die Class R ein negatives Jahresergebnis von rund 22,6 Mio. Euro.
Das Portfolio selbst ist breit über mehrere asiatische Anleihemärkte verteilt. Zum Bilanzstichtag waren 92,5 % des Fondsvermögens in Anleihen investiert, während 6,22 % als Bankguthaben gehalten wurden. Größere regionale beziehungsweise währungsbezogene Engagements bestanden unter anderem in Südkorea, Indien, Indonesien, China und Malaysia. Das Management setzt dabei bewusst Schwerpunkte: Singapur und Malaysia werden aufgrund ihrer soliden makroökonomischen Fundamentaldaten bevorzugt, während die Engagements in Indien und auf den Philippinen reduziert wurden. Gleichzeitig wurde das Währungsengagement in China erhöht.
Aus Risikosicht bleibt der Fonds anspruchsvoll. Das Marktpreisrisiko wird vom Management als mittel eingestuft; Gleiches gilt für das Liquiditätsrisiko. Das Adressenausfallrisiko wird dagegen als sehr gering bewertet. Für Euro-Anleger ist insbesondere das Währungsrisiko relevant, da der Fonds überwiegend in Lokalwährungsanleihen investiert und die Fremdwährungspositionen lediglich teilweise abgesichert werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Kosten. Die laufenden Gesamtkosten liegen bei der Class R bei 1,24 %, während die institutionelle Class I mit 0,68 % deutlich günstiger ist. Für die Class R wird zudem ein Ausgabeaufschlag von bis zu 3 % angegeben. Gerade bei einem Anleihefonds können laufende Kosten von mehr als einem Prozent einen relevanten Teil der Zinserträge aufzehren und stellen daher aus Sicht langfristiger Privatanleger einen wichtigen Nachteil dar.
Einschätzung aus Anlegersicht
Der Jahresbericht vermittelt insgesamt ein gemischtes bis vorsichtiges Bild. Für den Fonds sprechen die Diversifikation über verschiedene asiatische Staatsanleihemärkte, laufende Zinserträge und die teilweise attraktiven makroökonomischen Fundamentaldaten der Region. Insbesondere Malaysia, Singapur und nach Einschätzung des Managements auch China könnten von stabileren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen profitieren.
Dem stehen jedoch erhebliche Risiken gegenüber. Die negative Jahresperformance, die hohe Abhängigkeit von Wechselkursentwicklungen, geopolitische Unsicherheiten und steigende Energiepreise belasten die Anlage. Besonders auffällig sind zudem die hohen Mittelabflüsse aus der Class R. Gleichzeitig zeigt der deutliche Kapitalzufluss in die günstigere institutionelle Class I, dass die Strategie von professionellen Anlegern keineswegs grundsätzlich aufgegeben wurde.
Der Fonds erscheint daher vor allem für langfristig orientierte und risikobereite Anleger interessant, die bewusst eine Beimischung asiatischer Lokalwährungsanleihen suchen und zwischenzeitliche Kurs- und Währungsverluste akzeptieren können. Für sicherheitsorientierte Anleger oder Investoren mit kurzem Anlagehorizont ist er dagegen weniger geeignet.
Die zukünftige Entwicklung dürfte wesentlich davon abhängen, ob sich die asiatischen Währungen gegenüber dem Euro stabilisieren und ob Energiepreise sowie geopolitische Risiken zurückgehen. Das Fondsmanagement selbst erwartet weiterhin erhöhte Volatilität, sieht jedoch positive Wachstumsaussichten, solide Fiskalpolitik und günstige Währungsbewertungen in mehreren asiatischen Märkten.
Fazit: Der Nomura Asian Bonds Fonds bietet interessante Diversifikationschancen und Zugang zu asiatischen Lokalwährungsanleihen, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr jedoch deutlich gezeigt, dass höhere Zinserträge allein Währungs- und Kursverluste nicht zwingend kompensieren können. Für Anleger bleibt das Chancen-Risiko-Verhältnis interessant, aber anspruchsvoll – und insbesondere bei der Class R sollten die vergleichsweise hohen Kosten sowie das erhebliche Währungsrisiko in die Anlageentscheidung einbezogen werden.