Der Jahresbericht des PremiumMandat Konservativ für das Geschäftsjahr vom 1. April 2025 bis 31. März 2026 zeigt insgesamt eine positive Entwicklung. Der Fonds verfolgt eine vergleichsweise defensive Mischfondsstrategie: Mindestens 50 % des Vermögens sollen in wertstabilere Anlagen wie Anleihen und geldmarktnahe Produkte investiert werden, während maximal 50 % auf chancenreichere Anlagen entfallen.
Performance und Anlageerfolg
Für Anleger fällt insbesondere die Wertentwicklung positiv auf. Die Anteilklasse C erzielte im Berichtszeitraum eine Rendite von 6,70 %, die thesaurierende Anteilklasse CT 6,71 %. Haupttreiber waren die Aktienanlagen, insbesondere US-amerikanische Titel. Der Anleihenteil entwickelte sich dagegen lediglich moderat positiv, wobei Unternehmens- und Schwellenländeranleihen überdurchschnittliche Beiträge lieferten.
Auch die Entwicklung der Anteilwerte bestätigt das positive Jahr. Der Wert der C-Anteile stieg von 221,25 Euro auf 231,78 Euro, derjenige der CT-Anteile von 113,72 Euro auf 121,35 Euro. Über den längeren Betrachtungszeitraum seit März 2023 ist ebenfalls ein deutlicher Wertzuwachs erkennbar.
Defensivere Portfolioausrichtung
Zum Geschäftsjahresende bestanden 27,72 % des Fondsvermögens aus Aktien und 39,94 % aus direkten Anleihen. Weitere 26,95 % entfielen auf Investmentfonds. Im Aktienportfolio bilden die USA mit 13,59 % des gesamten Fondsvermögens den wichtigsten Einzelmarkt.
Das Management hat im Berichtszeitraum den Anteil verzinslicher Anlagen erhöht und gleichzeitig das Aktiengewicht reduziert. Bei den Anleihen dominieren Staatsanleihen des Euroraums, ergänzt um Unternehmens- und Schwellenländeranleihen. Damit wurde das Portfolio defensiver positioniert, ohne vollständig auf die Renditechancen internationaler Aktienmärkte zu verzichten. Die Liquiditätsreserve war zum Bilanzstichtag allerdings sehr niedrig.
Risiko bleibt überschaubar, aber vorhanden
Für einen Fonds mit dem Zusatz „Konservativ“ ist wichtig, dass konservativ nicht mit risikofrei gleichgesetzt werden darf. Das Marktpreisrisiko wird im Bericht als mittel eingestuft. Auch das Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiko bewegen sich im mittleren Bereich. Positiv ist dagegen das geringe Liquiditätsrisiko sowie der geringe Anteil ausfallgefährdeter Vermögenswerte.
Die breite internationale Streuung reduziert einzelne Unternehmens- und Länderrisiken. Gleichzeitig entsteht insbesondere durch die bedeutende US-Aktienposition eine gewisse Abhängigkeit vom amerikanischen Aktienmarkt und vom US-Dollar. Der Fonds nutzt zudem Derivate zur Steuerung des Aktien-, Anleihe- und Währungsengagements. Auffällig ist, dass die realisierten Gewinne hauptsächlich aus Aktienverkäufen entstanden, während realisierte Verluste insbesondere auf Finanztermingeschäfte zurückzuführen waren.
Kosten sind ein wesentlicher Kritikpunkt
Aus Anlegersicht fällt die Kostenbelastung relativ deutlich ins Gewicht. Die synthetische Gesamtkostenquote beträgt 1,77 % für die Anteilklasse C und 1,76 % für CT. Hinzu kommt bei einem Neukauf aktuell ein Ausgabeaufschlag von 3 %. Die jährliche Pauschalvergütung beträgt 1,65 %.
Damit muss das aktive Fondsmanagement dauerhaft einen entsprechenden Mehrwert erwirtschaften, um die vergleichsweise hohe Kostenbelastung gegenüber günstigeren passiven Mischlösungen zu rechtfertigen. Positiv ist allerdings, dass im Geschäftsjahr keine erfolgsabhängige Vergütung angefallen ist.
Unterschiedliche Entwicklung der beiden Anteilklassen
Bemerkenswert sind die Anlegerbewegungen. Bei der ausschüttenden C-Klasse kam es zu Netto-Mittelabflüssen von rund 9,95 Mio. Euro. Ihr Fondsvermögen sank dadurch trotz des positiven Anlageergebnisses von 81,8 Mio. Euro auf rund 75,5 Mio. Euro. Dagegen verzeichnete die thesaurierende CT-Klasse Nettozuflüsse von rund 6,23 Mio. Euro und wuchs von 15,6 Mio. auf knapp 23,0 Mio. Euro.
Für Anleger unterscheiden sich die Klassen hauptsächlich bei der Ertragsverwendung: C ist ausschüttend und zahlte für das Geschäftsjahr 5,21 Euro je Anteil aus. CT ist thesaurierend und legte 7,29 Euro je Anteil wieder an.
Fazit aus Anlegersicht
Der PremiumMandat Konservativ liefert für 2025/2026 insgesamt ein solides Ergebnis. Eine Rendite von rund 6,7 % bei mittlerem Marktpreisrisiko ist für die defensive Grundausrichtung attraktiv. Positiv erscheinen außerdem die breite internationale Diversifikation, der gestiegene Anleiheanteil und das geringe Liquiditäts- und Ausfallrisiko.
Kritischer zu beurteilen sind die laufenden Kosten von rund 1,8 %, der Ausgabeaufschlag sowie die Mittelabflüsse aus der etablierten C-Klasse. Anleger sollten deshalb nicht nur auf die gute Entwicklung des vergangenen Geschäftsjahres schauen, sondern insbesondere prüfen, ob das aktive Management langfristig nach Kosten einen ausreichenden Mehrwert gegenüber günstigeren Mischfonds- oder ETF-Lösungen erzielt.
Insgesamt vermittelt der Jahresbericht das Bild eines breit diversifizierten, moderat risikoorientierten Mischfonds mit überzeugendem jüngstem Anlageergebnis, aber vergleichsweise hoher Kostenstruktur. Für Anleger, die eine aktiv verwaltete Kombination aus Aktien und Anleihen wünschen und dafür höhere Gebühren akzeptieren, kann der Fonds interessant sein. Für stark kostenorientierte Anleger bleibt die Gebührenbelastung dagegen ein wesentlicher Schwachpunkt.