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Gewinn trotz schwachem Windjahr: Windpark Wilsum verdient fast 500.000 Euro – Geschäftsführung warnt vor langfristigen Risiken
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Gewinn trotz schwachem Windjahr: Windpark Wilsum verdient fast 500.000 Euro – Geschäftsführung warnt vor langfristigen Risiken

geralt (CC0), Pixabay

Weniger Wind, geringere Stromerlöse – und dennoch ein Gewinn von nahezu einer halben Million Euro: Die Windpark Wilsum GmbH & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2025 trotz eines unterdurchschnittlichen Windaufkommens erfolgreich abgeschlossen. Der jetzt veröffentlichte Jahresabschluss zeigt jedoch auch die Schattenseiten des Geschäftsmodells. Die Gesellschaft warnt vor den wirtschaftlichen Folgen dauerhaft schwacher Windjahre, möglichen Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), negativen Strompreisen sowie steigenden Finanzierungskosten. Gleichzeitig blickt die Geschäftsführung optimistisch auf die kommenden Jahre und rechnet weiterhin mit stabilen Erträgen.

Die Windpark Wilsum GmbH & Co. KG mit Sitz in Uelsen betreibt zwei Windenergieanlagen des Typs Enercon E-115, die seit Anfang 2017 Strom erzeugen. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 10,46 Millionen Euro, finanziert mit knapp 2,02 Millionen Euro Eigenkapital und 8,44 Millionen Euro Fremdkapital. Die Einspeisung erfolgt im Rahmen des EEG über die Direktvermarktung des erzeugten Stroms.

Gewinn trotz geringerer Stromproduktion

Das Geschäftsjahr 2025 verlief wetterbedingt schwieriger als das Vorjahr.

Nach Angaben der Geschäftsführung lag das Windaufkommen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Dadurch erzeugten die beiden Windenergieanlagen weniger Strom, was unmittelbar zu niedrigeren Einspeiseerlösen führte.

Die Umsatzerlöse gingen auf rund 2,08 Millionen Euro zurück. Im Vorjahr waren die Erlöse noch höher ausgefallen. Trotzdem erzielte die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von 494.929,55 Euro. Im Vergleich zum Vorjahresgewinn von 662.806,68 Euro bedeutet dies zwar einen Rückgang um rund ein Viertel, das Unternehmen blieb jedoch klar profitabel.

Wetter entscheidet über den wirtschaftlichen Erfolg

Im Lagebericht macht die Geschäftsführung deutlich, dass der Ergebnisrückgang nahezu ausschließlich auf das geringere Windaufkommen zurückzuführen sei.

Strukturelle Probleme oder betriebliche Veränderungen hätten den Rückgang nicht verursacht. Vielmehr zeige sich erneut, wie stark Windparkbetreiber von den natürlichen Wetterbedingungen abhängig sind. Schon geringe Abweichungen bei der Windstärke wirken sich unmittelbar auf die Stromproduktion und damit auf die Einnahmen aus.

Millionen auf dem Konto

Trotz der geringeren Umsätze verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine komfortable Liquiditätsausstattung.

Zum Jahresende befanden sich mehr als 4,05 Millionen Euro auf Bankkonten. Hinzu kamen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von rund 437.000 Euro.

Das Anlagevermögen belief sich nach den planmäßigen Abschreibungen noch auf knapp 5,99 Millionen Euro, wovon rund 5,83 Millionen Euro auf die beiden Windenergieanlagen einschließlich ihrer Infrastruktur entfielen.

Schulden werden weiter abgebaut

Positiv entwickelte sich auch die Fremdfinanzierung.

Die gesamten Verbindlichkeiten sanken innerhalb eines Jahres von rund 8,96 Millionen Euro auf 8,09 Millionen Euro. Davon entfallen rund 4,48 Millionen Euro auf langfristige Bankdarlehen zur Finanzierung der Windenergieanlagen.

Daneben bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von knapp 3,4 Millionen Euro, die im Wesentlichen aus Gesellschafterdarlehen und in der Gesellschaft belassenen Gewinnanteilen bestehen.

Gewinne bleiben im Unternehmen

Auffällig ist, dass der Jahresüberschuss nicht als Bilanzgewinn ausgewiesen wird.

Der Gewinn wurde vollständig den Gesellschafterkonten gutgeschrieben, sodass – wie bereits im Vorjahr – kein Bilanzgewinn verbleibt. Das Eigenkapital in Form der Kapitaleinlagen blieb unverändert bei rund 2,02 Millionen Euro.

Optimistischer Blick auf die kommenden Jahre

Für die Jahre 2026 bis 2029 erwartet die Geschäftsführung trotz der Schwankungen weiterhin stabile Ergebnisse.

In ihren Planungen rechnet die Gesellschaft jährlich mit Umsatzerlösen von rund 1,99 Millionen Euro sowie Jahresüberschüssen zwischen 372.000 und 423.000 Euro. Gleichzeitig sollen die Darlehen kontinuierlich weiter zurückgeführt werden, während sich die Liquiditätsreserven nach den Prognosen sogar weiter erhöhen.

Nach den Planungen könnten die verfügbaren Finanzmittel bis Ende 2029 auf rund 4,6 Millionen Euro anwachsen.

Zahlreiche Risiken bleiben bestehen

Trotz der insgesamt positiven Geschäftsentwicklung weist die Geschäftsführung ausführlich auf zahlreiche Unsicherheiten hin.

Als größtes Risiko nennt sie dauerhaft unterdurchschnittliche Winderträge. Sollte der Wind langfristig schwächer ausfallen als in den Gutachten prognostiziert, könnten die Einnahmen deutlich sinken.

Weitere Risiken sieht das Unternehmen in möglichen Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, neuen technischen Auflagen für Windkraftanlagen, steigenden Finanzierungskosten sowie negativen Strompreisen an der Börse. Auch Netzengpässe, Reparaturen, Materialverschleiß oder außerplanmäßige Betriebsausfälle könnten die Wirtschaftlichkeit erheblich beeinträchtigen.

Darüber hinaus verweist die Gesellschaft auf mögliche Liquiditätsrisiken, falls Kreditgeber Darlehen kündigen oder außergewöhnlich hohe Kosten entstehen sollten. Im schlimmsten Fall könnten solche Entwicklungen sogar die wirtschaftliche Existenz der Gesellschaft gefährden.

Wirtschaftsprüfer bestätigen ordnungsgemäßen Abschluss

Der veröffentlichte Jahresabschluss wurde von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft umfassend geprüft.

Die Prüfer kamen zu dem Ergebnis, dass sowohl Jahresabschluss als auch Lagebericht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln. Beanstandungen ergaben sich nach dem Bestätigungsvermerk nicht.

Solides Unternehmen mit wetterabhängigem Geschäftsmodell

Die Zahlen für 2025 zeigen, dass die Windpark Wilsum GmbH & Co. KG trotz eines schwachen Windjahres wirtschaftlich solide aufgestellt bleibt. Der erneute Jahresüberschuss, der kontinuierliche Schuldenabbau und die hohen Liquiditätsreserven sprechen für eine stabile Finanzlage.

Gleichzeitig macht der ausführliche Lagebericht deutlich, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Windparks auch künftig maßgeblich von Faktoren abhängen wird, die sich kaum beeinflussen lassen. Wetter, Strompreise, gesetzliche Rahmenbedingungen und technische Verfügbarkeit bleiben die entscheidenden Stellschrauben für die Ertragsentwicklung in den kommenden Jahren.

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