Cyberkriminelle setzen ihre Phishing-Kampagnen gegen Bankkundinnen und Bankkunden unvermindert fort. Aktuell missbrauchen Betrüger den Namen der ING und versenden täuschend echt gestaltete E-Mails, in denen eine angeblich für den 16. Juli 2026 vorgemerkte Terminüberweisung angekündigt wird. Ziel der Kampagne ist es, Empfänger unter Zeitdruck zur Preisgabe sensibler Zugangsdaten zu bewegen.
Angebliche Terminüberweisung soll Angst auslösen
Die E-Mails tragen den Betreff „Wichtiger Hinweis zu Ihrer Terminüberweisung“ und vermitteln den Eindruck, es sei bereits eine Überweisung für den 16. Juli vorbereitet worden. Sollte diese Transaktion nicht vom Kontoinhaber selbst veranlasst worden sein, müsse der Vorgang umgehend überprüft werden.
Dafür sollen die Empfänger einen in der Nachricht enthaltenen Link anklicken und sich anschließend mit ihren Online-Banking-Daten anmelden. Genau an dieser Stelle beginnt jedoch der eigentliche Betrugsversuch: Der Link führt nicht zur offiziellen ING-Webseite, sondern auf eine gefälschte Internetseite, auf der Zugangsdaten, Passwörter oder TAN-Nummern abgegriffen werden sollen.
Betrüger setzen gezielt auf Zeitdruck
Wie bei vielen aktuellen Phishing-Kampagnen arbeiten die Täter mit psychologischem Druck. Formulierungen wie „unverzüglich handeln“, angeblich bevorstehende Abbuchungen oder kurze Fristen sollen verhindern, dass Betroffene die Nachricht kritisch hinterfragen.
Gerade vermeintlich dringende Zahlungsaufträge gehören zu den häufigsten Betrugsmaschen im Online-Banking. Die Angst vor einem finanziellen Schaden führt häufig dazu, dass Empfänger vorschnell auf Links klicken oder persönliche Daten eingeben.
Mehrere Warnsignale sprechen für einen Betrugsversuch
Die aktuelle Phishing-Mail weist mehrere typische Merkmale auf, die auf einen Betrugsversuch hindeuten:
- eine unseriöse oder ungewöhnliche Absenderadresse,
- eine unpersönliche Anrede ohne Namensnennung,
- die Aufforderung, einen Link in der E-Mail anzuklicken,
- massiver Zeitdruck durch angeblich sofort erforderliches Handeln,
- sowie ein nicht aktuelles beziehungsweise fehlerhaft verwendetes ING-Logo.
Bereits eines dieser Merkmale sollte Verbraucher misstrauisch machen. Treten mehrere Auffälligkeiten gleichzeitig auf, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Phishing-Versuch.
So sollten ING-Kunden reagieren
Wer eine solche Nachricht erhält, sollte keinesfalls auf den enthaltenen Link klicken oder Zugangsdaten eingeben. Stattdessen empfiehlt es sich, die E-Mail unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben oder zu löschen.
Bestehen Zweifel, ob tatsächlich eine Terminüberweisung vorliegt, sollte das Konto ausschließlich über die offizielle ING-App oder durch die manuelle Eingabe der bekannten Internetadresse im Browser überprüft werden. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob tatsächlich eine entsprechende Transaktion hinterlegt wurde.
Bereits auf den Link geklickt? Jetzt schnell handeln
Wer bereits Zugangsdaten eingegeben oder eine TAN bestätigt hat, sollte unverzüglich handeln. Empfehlenswert ist es, das Online-Banking sofort sperren zu lassen, Passwörter zu ändern und die ING umgehend über den Vorfall zu informieren. Anschließend sollten sämtliche Kontobewegungen sorgfältig kontrolliert werden, um unberechtigte Transaktionen frühzeitig zu erkennen.
Phishing bleibt eine der größten Gefahren im Online-Banking
Die aktuelle ING-Kampagne zeigt erneut, wie professionell Cyberkriminelle inzwischen vorgehen. Anstatt mit offensichtlich fehlerhaften E-Mails zu arbeiten, orientieren sich die Täter immer stärker an echten Bankmitteilungen und nutzen alltägliche Vorgänge wie Terminüberweisungen als Vorwand für ihre Angriffe.
Verbraucherschützer und IT-Sicherheitsexperten raten deshalb grundsätzlich dazu, E-Mails mit Zahlungs- oder Sicherheitsaufforderungen besonders kritisch zu prüfen. Banken fordern ihre Kunden in der Regel nicht per E-Mail dazu auf, sich über einen Link einzuloggen oder sicherheitsrelevante Daten zu bestätigen. Wer ausschließlich die offizielle Banking-App oder die bekannte Internetseite seiner Bank nutzt, kann das Risiko erheblich reduzieren.