Kriminelle geben sich in Berlin als Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes aus, um sich Zugang zu Wohnungen zu verschaffen. Das DRK schlägt Alarm und appelliert an die Bevölkerung, bei unangekündigten Hausbesuchen besonders wachsam zu sein.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt eindringlich vor einer aktuellen Betrugsmasche in Berlin. Nach Angaben des Landesverbandes geben sich Kriminelle als Mitarbeiter der Hilfsorganisation aus und versuchen unter verschiedenen Vorwänden, in Wohnungen zu gelangen. Dabei setzen die Täter gezielt auf das hohe Vertrauen, das das Deutsche Rote Kreuz in der Bevölkerung genießt.
Die Warnung kommt zu einer Zeit, in der Betrugsversuche an der Haustür bundesweit zunehmen und insbesondere ältere Menschen immer häufiger ins Visier von Kriminellen geraten.
Falsche DRK-Mitarbeiter klingeln unangekündigt
Nach Angaben des DRK behaupten die Betrüger unter anderem, sie würden im Auftrag des Roten Kreuzes einsame Menschen betreuen oder seien im Rahmen einer sozialen Hilfsaktion unterwegs. Ziel sei es, das Vertrauen der Bewohner zu gewinnen und sich Zutritt zu den Wohnungen zu verschaffen.
Welche Absichten die Täter anschließend verfolgen, kann unterschiedlich sein. Möglich sind Diebstähle, das Ausspähen persönlicher Daten oder weitere Betrugsdelikte.
Das Deutsche Rote Kreuz stellt deshalb klar: Derzeit finden in Berlin keine Haustüraktionen zur Mitgliederwerbung oder Spendensammlung statt. Ebenso gibt es keine unangekündigten Hausbesuche, bei denen Mitarbeiter soziale Betreuungsangebote vorstellen.
So erkennen Bürger echte DRK-Mitarbeiter
Um Missverständnisse zu vermeiden, nennt das Deutsche Rote Kreuz mehrere Merkmale, an denen sich echte Mitarbeiter erkennen lassen.
Demnach können sich offizielle Beschäftigte jederzeit mit einem gültigen Dienstausweis ausweisen. Außerdem verlangen sie grundsätzlich keinen unangekündigten Zutritt zu Wohnungen und nehmen auch kein Bargeld direkt an der Haustür entgegen.
Sollten Kreisverbände Werbeaktionen durchführen, werden diese nach Angaben des DRK im Vorfeld öffentlich angekündigt.
Besonders ältere Menschen im Fokus
Haustürbetrüger wählen ihre Opfer häufig gezielt aus. Besonders Seniorinnen und Senioren geraten immer wieder ins Visier, weil sie oft hilfsbereit sind und offiziellen Institutionen großes Vertrauen entgegenbringen.
Kriminelle setzen dabei bewusst auf emotionale Geschichten oder soziale Vorwände, um Hemmschwellen abzubauen und Zugang zur Wohnung zu erhalten.
Verbraucherschützer und Polizei raten deshalb seit Jahren dazu, unangekündigten Besuch grundsätzlich kritisch zu hinterfragen.
Bei Unsicherheit sofort nachfragen
Das DRK empfiehlt, sich im Zweifelsfall direkt an den zuständigen Kreisverband zu wenden und die Identität vermeintlicher Mitarbeiter telefonisch überprüfen zu lassen. Dabei sollte ausschließlich eine offiziell bekannte Telefonnummer verwendet werden.
Wer einen verdächtigen Hausbesuch erlebt oder glaubt, Opfer eines Betrugsversuchs geworden zu sein, sollte den Vorfall umgehend der Polizei melden.
Tipps zum Schutz vor Haustürbetrug
Experten empfehlen einige einfache Verhaltensregeln:
- Lassen Sie unbekannte Personen nicht ungeprüft in Ihre Wohnung.
- Verlangen Sie stets einen offiziellen Dienstausweis.
- Überprüfen Sie angekündigte Hilfsaktionen direkt bei der jeweiligen Organisation.
- Geben Sie kein Bargeld oder persönliche Daten an unbekannte Besucher weiter.
- Ziehen Sie bei Unsicherheit Angehörige oder Nachbarn hinzu und informieren Sie im Verdachtsfall die Polizei.
Vertrauen darf nicht missbraucht werden
Dass Kriminelle den guten Ruf renommierter Hilfsorganisationen wie des Deutschen Roten Kreuzes für ihre Betrugsmaschen nutzen, ist besonders perfide. Gerade Organisationen, die sich täglich für Menschen in Not einsetzen, genießen in der Bevölkerung ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit.
Das DRK macht deshalb deutlich, dass Wachsamkeit kein Misstrauen gegenüber der Organisation bedeutet, sondern ein wichtiger Beitrag zum eigenen Schutz ist.
Wer aufmerksam bleibt, Ausweise kontrolliert und im Zweifel nachfragt, kann dazu beitragen, dass Betrüger mit ihrer Masche keinen Erfolg haben.