Die WKN Windkraft Nord GmbH & Co. Windpark Rugenort KG mit Sitz in Friedrichskoog hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 vorgelegt. Die Bilanz zeigt ein insgesamt solides Bild: Das Unternehmen bleibt profitabel, verfügt über eine hohe Liquidität und hat seine Schulden deutlich reduziert. Gleichzeitig fiel der Jahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr jedoch erheblich geringer aus.
Jahresüberschuss bricht deutlich ein
Der Jahresüberschuss belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 74.322,55 Euro. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft noch einen Gewinn von 581.429,09 Euro erzielt. Damit verringerte sich das Ergebnis innerhalb eines Jahres um rund 87 Prozent.
Über die konkreten Ursachen des Gewinnrückgangs enthält der veröffentlichte Jahresabschluss keine detaillierten Angaben. Bei Windparkgesellschaften können jedoch unter anderem schwankende Winderträge, geringere Stromerlöse, höhere Betriebskosten oder außerordentliche Aufwendungen das Jahresergebnis beeinflussen.
Bilanzsumme sinkt
Die Bilanzsumme verringerte sich zum Jahresende von rund 3,73 Millionen Euro auf 3,02 Millionen Euro.
Auch das Anlagevermögen ging deutlich zurück. Es sank von rund 2,04 Millionen Euro auf 1,45 Millionen Euro, was im Wesentlichen auf die planmäßige Abschreibung der Windenergieanlagen zurückzuführen ist.
Schulden deutlich reduziert
Positiv fällt die Entwicklung der Verbindlichkeiten aus.
Diese gingen innerhalb eines Jahres von rund 2,71 Millionen Euro auf knapp 2,0 Millionen Euro zurück. Der Abbau der Finanzverbindlichkeiten verbessert die Bilanzstruktur und reduziert langfristig die Zins- und Finanzierungslasten des Unternehmens.
Nach den veröffentlichten Angaben bestehen sämtliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von höchstens einem Jahr. Langfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren weist die Gesellschaft zum Bilanzstichtag nicht mehr aus.
Hohe Liquiditätsreserven
Trotz des geringeren Jahresüberschusses verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine komfortable Liquidität.
Zum Bilanzstichtag lagen Bankguthaben in Höhe von rund 1,26 Millionen Euro vor. Allerdings ist ein erheblicher Teil dieser Mittel zweckgebunden. Nach den Angaben im Anhang dienen rund 682.000 Euro als Sicherheiten für den Kapitaldienst gegenüber Banken sowie für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen und die Sanierung der Wege.
Verpflichtungen bis 2031
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten weist die Gesellschaft weitere finanzielle Verpflichtungen von rund 1,71 Millionen Euro aus.
Diese betreffen insbesondere langfristige Wartungsverträge bis zum Jahr 2031 sowie Pachtzahlungen für die Standorte der Windenergieanlagen. Solche Verpflichtungen sind für Betreiber von Windparks üblich und sichern den technischen Betrieb der Anlagen während ihrer geplanten Laufzeit.
Eigenkapital bleibt stabil
Das ausgewiesene Eigenkapital blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert und beträgt weiterhin rund 895.000 Euro.
Darüber hinaus zeigen die Gesellschafterkonten, dass in den vergangenen Jahren erhebliche Gewinne erwirtschaftet und zugleich umfangreiche Entnahmen vorgenommen wurden. Die Kommanditisten verfügen weiterhin über erhebliche Gewinnvorträge, die die wirtschaftliche Entwicklung des Windparks über mehrere Jahre widerspiegeln.
Keine eigenen Beschäftigten
Wie viele Projektgesellschaften im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt auch die WKN Windkraft Nord GmbH & Co. Windpark Rugenort KG keine eigenen Arbeitnehmer. Betrieb, Wartung und kaufmännische Aufgaben werden typischerweise von spezialisierten Dienstleistern oder verbundenen Unternehmen übernommen.
Solide Basis trotz schwächerem Ergebnis
Der veröffentlichte Jahresabschluss zeigt insgesamt ein gemischtes Bild. Einerseits ist der Gewinn gegenüber dem außergewöhnlich starken Vorjahr deutlich zurückgegangen. Andererseits konnte die Gesellschaft ihre Verschuldung erheblich reduzieren und verfügt weiterhin über eine solide Liquiditätsausstattung.
Damit bleibt der Windpark wirtschaftlich stabil aufgestellt. Ob sich die Ertragslage in den kommenden Jahren wieder verbessert, dürfte maßgeblich von den Strompreisen, den Windverhältnissen sowie den laufenden Betriebs- und Wartungskosten abhängen. Der Jahresabschluss wurde am 13. Mai 2025 festgestellt.