Die Strickerei Kilian Konrad GmbH & Co. Kommanditgesellschaft mit Firmensitz Talweg 49, 51766 Engelskirchen befindet sich im Insolvenzeröffnungsverfahren. Das Amtsgericht Köln hat am 3. Juli 2026 um 14:15 Uhr unter dem Aktenzeichen 70k IN 260/26 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen des traditionsreichen Textilunternehmens angeordnet.
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Strickerei Kilian Konrad Gesellschaft mit beschränkter Haftung GmbH, die beim Amtsgericht Köln unter HRB 38505 eingetragen ist. Vertreten wird sie durch Geschäftsführer Georg Konrad.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Dr. Henning Dohrmann aus Gummersbach. Gleichzeitig ordnete das Insolvenzgericht an, dass Verfügungen über das Vermögen der Gesellschaft nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam sind. Zudem wurde dieser ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen einzuziehen sowie eingehende Zahlungen entgegenzunehmen. Drittschuldner wurden angewiesen, offene Forderungen ausschließlich unter Beachtung der gerichtlichen Anordnungen zu begleichen. Darüber hinaus untersagte das Gericht Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen die Gesellschaft und setzte bereits begonnene Vollstreckungen vorläufig aus, soweit keine unbeweglichen Vermögensgegenstände betroffen sind.
Die Strickerei Kilian Konrad zählt zu den traditionsreichen Unternehmen der deutschen Textilindustrie. Das Familienunternehmen war über viele Jahrzehnte auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb hochwertiger Strickwaren spezialisiert. Zum Sortiment gehörten insbesondere Strickstoffe, Maschenwaren sowie technische und modische Textilien, die sowohl für die Bekleidungsindustrie als auch für industrielle Anwendungen gefertigt wurden. Darüber hinaus produzierte das Unternehmen individuelle Stricklösungen für verschiedene Kunden aus dem In- und Ausland und verfügte über moderne Flach- und Rundstricktechnologien. Neben der eigentlichen Produktion gehörten auch Veredelungsarbeiten, Produktentwicklung sowie die Umsetzung kundenspezifischer Fertigungskonzepte zum Leistungsangebot.
Die deutsche Textilindustrie steht seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Steigende Energie- und Rohstoffkosten, zunehmender internationaler Wettbewerb, preisgünstige Importe sowie eine insgesamt schwächere Nachfrage haben viele mittelständische Hersteller belastet. Hinzu kommen hohe Investitionskosten für moderne Produktionsanlagen und der zunehmende Wettbewerbsdruck durch internationale Produzenten.
Mit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung beginnt nun die umfassende Prüfung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird untersuchen, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorliegen, ob ausreichend Vermögen vorhanden ist und welche Möglichkeiten für eine Sanierung oder Fortführung des Betriebs bestehen. Bis zu einer Entscheidung des Insolvenzgerichts bleiben die angeordneten Sicherungsmaßnahmen bestehen und dienen dem Schutz der Insolvenzmasse sowie der Interessen der Gläubiger.