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Vorsicht beim „flüssigen Gold“: Wie Betrüger bei Olivenöl tricksen – und worauf Verbraucher achten sollten
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Vorsicht beim „flüssigen Gold“: Wie Betrüger bei Olivenöl tricksen – und worauf Verbraucher achten sollten

stevepb (CC0), Pixabay

Olivenöl gilt als eines der hochwertigsten Lebensmittel überhaupt. Es steht für mediterrane Küche, gesunde Ernährung und hohe Qualität. Doch gerade weil hochwertiges Olivenöl in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden ist, wächst auch die Zahl der Fälschungen. Experten warnen: Hinter vermeintlichen Premium-Produkten steckt nicht immer das, was auf dem Etikett versprochen wird. Verbraucher können den Betrug meist kaum erkennen.

Steigende Preise infolge schwacher Olivenernten im Mittelmeerraum haben den Markt für das sogenannte „flüssige Gold“ lukrativer denn je gemacht. Nach Einschätzung von Lebensmittel- und Verbraucherschützern steigt mit jedem Euro Preisaufschlag auch der wirtschaftliche Anreiz für Betrüger. Besonders betroffen sind hochwertige Produkte der Qualitätsstufe „Natives Olivenöl Extra“, für die Kunden häufig deutlich mehr bezahlen.

Herkunft wird manipuliert

Eine der häufigsten Betrugsmaschen besteht darin, die tatsächliche Herkunft des Öls zu verschleiern. So kann beispielsweise preisgünstigeres spanisches Olivenöl als italienisches Premiumprodukt verkauft werden. Gerade italienische Herkunft genießt bei vielen Verbrauchern einen besonders guten Ruf und ermöglicht entsprechend höhere Verkaufspreise.

Für Käufer ist diese Manipulation praktisch nicht nachprüfbar. Herkunftsangaben lassen sich ohne aufwendige Laboranalysen kaum kontrollieren.

Günstige Pflanzenöle statt reinem Olivenöl

Noch lukrativer ist für Betrüger das Strecken von Olivenöl mit deutlich billigeren Pflanzenölen. Sonnenblumen-, Raps- oder andere Speiseöle werden beigemischt, während das Produkt weiterhin als hochwertiges Olivenöl verkauft wird. Für Verbraucher bedeutet das in erster Linie einen wirtschaftlichen Schaden: Sie bezahlen für Qualität, erhalten jedoch ein minderwertigeres Produkt.

Gesundheitlich muss ein solches Öl nicht zwangsläufig gefährlich sein. Problematisch wird es jedoch, wenn nicht deklarierte Inhaltsstoffe enthalten sind. Für Menschen mit Allergien können solche Beimischungen durchaus ein gesundheitliches Risiko darstellen.

Minderwertiges Öl wird künstlich aufgewertet

Besonders raffiniert ist eine weitere Betrugsmasche. Dabei werden ältere oder qualitativ schlechtere Olivenöle mit Wasserdampf behandelt. Unerwünschte Geruchs- und Geschmacksstoffe verschwinden dadurch weitgehend. Anschließend können diese Öle als deutlich hochwertigere Ware verkauft werden, obwohl sie die Anforderungen an „Natives Olivenöl Extra“ ursprünglich gar nicht erfüllt hätten.

Die Qualitätsstufen für Olivenöl sind innerhalb der Europäischen Union zwar klar geregelt. Dennoch gelingt es immer wieder, minderwertige Produkte durch technische Verfahren optisch und geschmacklich aufzuwerten.

Fälschungen sind kaum zu erkennen

Für Verbraucher ist es äußerst schwierig festzustellen, ob ein Olivenöl tatsächlich hält, was das Etikett verspricht. Zwar gilt hochwertiges Olivenöl häufig als fruchtig sowie leicht bitter oder scharf im Abgang. Doch diese sensorischen Unterschiede erfordern Erfahrung.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Viele Konsumenten bevorzugen bewusst milde Öle. Genau diese Vorliebe macht es noch schwerer, gestreckte oder raffinierte Produkte geschmacklich zu erkennen.

Billige Schnäppchen sollten misstrauisch machen

Experten raten deshalb, vor allem auf den Preis zu achten. Wird ein angebliches Spitzenöl deutlich günstiger angeboten als vergleichbare Produkte, ist Skepsis angebracht. Hochwertiges Olivenöl verursacht erhebliche Produktionskosten und kann dauerhaft kaum zu Dumpingpreisen verkauft werden.

Auch beim Urlaubskauf ist Vorsicht geboten. Straßenstände oder spontane Angebote am Straßenrand mögen authentisch wirken, bieten jedoch oftmals keine ausreichende Sicherheit über Herkunft und Qualität. Deutlich vertrauenswürdiger gelten Direktkäufe bei bekannten Ölmühlen oder der Einkauf im regulären Einzelhandel, wo Lebensmittel regelmäßig kontrolliert werden.

Zusätzliche Orientierung bieten geschützte Herkunftsbezeichnungen wie DOP oder g.g.A. Sie erschweren Fälschungen zwar, garantieren jedoch ebenfalls keinen hundertprozentigen Schutz.

Auch die Lagerung entscheidet über die Qualität

Selbst hochwertiges Olivenöl verliert bei falscher Lagerung schnell an Qualität. Licht, Wärme und Sauerstoff beschleunigen Oxidationsprozesse, wodurch das Öl ranzig werden kann.

Wer größere Mengen kauft, sollte sie möglichst kühl und dunkel lagern. Fachleute empfehlen sogenannte „Bag-in-Box“-Verpackungen, bei denen während der Entnahme keine Luft in den Behälter gelangt. Dadurch bleibt das Aroma deutlich länger erhalten als in herkömmlichen Kanistern oder geöffneten Flaschen.

Mehr Kontrollen gefordert

Lebensmittelkontrolleure weisen darauf hin, dass die meisten Olivenöle im regulären Handel den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Dennoch zeigen Untersuchungen immer wieder einzelne Fälle von falsch deklarierter Herkunft, Qualitätsmängeln oder unerlaubten Beimischungen.

Mit den steigenden Preisen wächst deshalb auch der Ruf nach strengeren Kontrollen entlang der gesamten Lieferkette. Denn beim Olivenöl gilt inzwischen mehr denn je: Nicht jedes Produkt, das als hochwertiges „flüssiges Gold“ verkauft wird, ist tatsächlich so wertvoll, wie das Etikett verspricht.

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