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Smartphone im Urlaub: So vermeiden Reisende teure Kostenfallen

ijmaki (CC0), Pixabay

Der Urlaub soll Erholung bringen und nicht mit einer bösen Überraschung auf der Handyrechnung enden. Innerhalb der Europäischen Union können Urlauber ihr Smartphone in den meisten Fällen wie zu Hause nutzen. Außerhalb der EU oder auf Kreuzfahrten lauern jedoch nach wie vor Kostenfallen, die schnell mehrere hundert oder sogar tausende Euro kosten können. Wer einige einfache Regeln beachtet, spart Geld und Ärger.

In der EU gelten meist die gleichen Preise wie zu Hause

Wer seinen Urlaub in einem EU-Mitgliedstaat verbringt, muss sich in der Regel keine Sorgen machen. Telefonieren, SMS schreiben und mobiles Internet kosten dort meist genauso viel wie im heimischen Mobilfunktarif. Das gilt auch für Island, Liechtenstein und Norwegen.

Beispiel

Eine Familie aus Leipzig fährt nach Spanien. Sie besitzt eine Allnet-Flat mit 25 Gigabyte Datenvolumen. Während des Urlaubs kann sie telefonieren, Nachrichten verschicken und im Internet surfen, ohne zusätzliche Roamingkosten befürchten zu müssen.

Achtung: Nicht jedes europäische Reiseziel gehört zum EU-Roaming

Viele Urlauber glauben, dass überall in Europa automatisch die gleichen Preise gelten. Das ist jedoch ein Irrtum.

Nicht unter die EU-Roaming-Regeln fallen unter anderem:

• Schweiz

• Türkei

• Andorra

• Monaco

• San Marino

• Gibraltar

• Isle of Man

Beispiel

Ein Urlauber macht einen Tagesausflug von Frankreich nach Andorra. Ohne es zu wissen, nutzt sein Smartphone plötzlich das Mobilfunknetz von Andorra. Das kann sofort zusätzliche Kosten verursachen.

Außerhalb der EU kann es richtig teuer werden

Wer in Länder außerhalb der EU reist, sollte sich unbedingt vorab über die Preise seines Mobilfunkanbieters informieren.

Je nach Land können bereits wenige Minuten telefonieren oder einige Fotos über das mobile Internet hohe Kosten verursachen.

Beispiel

Eine Urlauberin lädt am Strand zehn Urlaubsfotos in die Cloud hoch. Weil das Datenroaming eingeschaltet ist, entstehen innerhalb weniger Minuten Kosten von mehreren hundert Euro.

Datenroaming besser ausschalten

Vor Reisen außerhalb der EU empfiehlt es sich, das Datenroaming in den Smartphone-Einstellungen zu deaktivieren.

Beispiel

Ein Urlauber landet in Ägypten. Noch bevor er das Flugzeug verlässt, verbindet sich sein Smartphone automatisch mit dem lokalen Mobilfunknetz und lädt E-Mails, Wetterdaten und App-Aktualisierungen herunter. Ohne deaktiviertes Datenroaming können bereits dadurch Kosten entstehen.

Vorsicht auf Kreuzfahrtschiffen und im Flugzeug

Viele Reisende wissen nicht, dass Mobilfunknetze auf Schiffen und in Flugzeugen nicht unter die EU-Roaming-Regeln fallen.

Beispiel

Ein Kreuzfahrtschiff fährt zwischen Italien und Griechenland. Obwohl sich das Schiff im Mittelmeer befindet, telefoniert das Handy über ein Satellitennetz. Schon wenige Minuten Gesprächszeit können zweistellige oder sogar dreistellige Beträge kosten.

Kostenfalle Grenzgebiet

Auch in Grenznähe kann das Smartphone unbemerkt das Mobilfunknetz eines Nicht-EU-Landes wählen.

Beispiel

Eine Familie wandert am Bodensee. Das Smartphone wechselt automatisch vom deutschen Netz in das Schweizer Mobilfunknetz. Ohne dass telefoniert wird, können durch Hintergrunddaten zusätzliche Kosten entstehen.

WLAN-Calling kann teuer werden

Viele moderne Smartphones telefonieren automatisch über WLAN. Im Ausland kann das unter Umständen nicht als normales EU-Roaming gelten, sondern als Auslandsgespräch abgerechnet werden.

Wer diese Funktion nicht benötigt, sollte sie vor Reisebeginn deaktivieren.

Mailbox besser ausschalten

Auch die Mailbox kann außerhalb der EU zusätzliche Gebühren verursachen.

Beispiel

Ein Anruf wird auf die Mailbox weitergeleitet. Anschließend hört der Urlauber die Nachricht ab. Je nach Land können dabei mehrere kostenpflichtige Verbindungen entstehen.

Alternative: eSIM oder lokale SIM-Karte

Wer länger außerhalb der EU unterwegs ist, fährt oft günstiger mit einer lokalen SIM-Karte oder einer eSIM.

Beispiel

Ein Tourist verbringt drei Wochen in Kanada. Statt mit seinem deutschen Tarif zu surfen, nutzt er eine kanadische eSIM mit 20 Gigabyte Datenvolumen. Dadurch spart er im Vergleich zum deutschen Roamingtarif mehrere hundert Euro.

Messenger statt Telefon

Sobald eine Internetverbindung über WLAN oder eine günstige Datenkarte besteht, lassen sich Messenger wie WhatsApp, Signal oder FaceTime für Anrufe und Nachrichten nutzen.

Beispiel

Statt zehn Minuten nach Deutschland zu telefonieren, ruft eine Urlauberin ihre Familie kostenlos per Videoanruf über WLAN an.

Den Kosten-Airbag nicht überschätzen

Für mobiles Internet außerhalb der EU gibt es einen sogenannten Kosten-Airbag. Er soll verhindern, dass unbegrenzt hohe Rechnungen entstehen. Er funktioniert jedoch nicht in jedem Land zuverlässig, da der Datenverbrauch nicht überall in Echtzeit erfasst werden kann.

Deshalb sollte man sich nicht ausschließlich auf diese Sicherheitsfunktion verlassen.

Die wichtigsten Tipps vor Reisebeginn

Vor jeder Auslandsreise sollten Urlauber ihren Mobilfunktarif prüfen und sich über die Kosten im Reiseland informieren. Außerhalb der EU empfiehlt es sich, Datenroaming und Mailbox zu deaktivieren, WLAN-Calling auszuschalten und möglichst WLAN oder eine lokale SIM-Karte beziehungsweise eSIM zu nutzen. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die SMS des Mobilfunkanbieters nach der Einreise. Sie informiert über die geltenden Preise und kann vor teuren Überraschungen schützen.

Mit wenigen Vorbereitungen lässt sich die Handyrechnung auch nach dem Urlaub entspannt öffnen – und die Urlaubserinnerungen bleiben garantiert schöner als jede Mobilfunkrechnung.

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