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Trade Republic reagiert auf EU-Regeln: Neuer 2-Euro-Trade kommt – 1-Euro-Modell bleibt erhalten

geralt (CC0), Pixabay

Der Neobroker Trade Republic stellt seinen Wertpapierhandel neu auf. Hintergrund ist das seit dem 1. Juli 2026 geltende EU-weite Verbot des sogenannten Payment for Order Flow (PFOF), das die bisherige Vergütung von Brokern durch Handelsplätze untersagt. Trotz des Wegfalls dieser Einnahmequelle hält Trade Republic am beliebten 1-Euro-Trade fest – ergänzt ihn jedoch um ein neues Handelsmodell.

Neuer Best-Price-Algorithmus soll bessere Kurse liefern

Kernstück der Umstellung ist eine neue Handelsplattform mit einem sogenannten Best-Price-Algorithmus. Dieser vergleicht in Echtzeit die Kurse von bis zu 30 internationalen Handelsplätzen, darunter Xetra, Euronext, Nasdaq und die New York Stock Exchange (NYSE).

Anstatt Aufträge wie bisher überwiegend über die LS Exchange auszuführen, sucht das System künftig automatisch den günstigsten verfügbaren Handelsplatz aus. Dadurch sollen Anleger trotz des PFOF-Verbots weiterhin wettbewerbsfähige Ausführungspreise erhalten.

Der klassische 1-Euro-Trade bleibt bestehen. Zusätzlich zu der Ordergebühr fallen jedoch – wie bisher – Spreads und gegebenenfalls Fremdkosten des jeweiligen Handelsplatzes an.

Mehr Transparenz für Anleger

Neu ist außerdem ein gebündeltes Orderbuch innerhalb der App. Nutzer können künftig die aktuellen Kauf- und Verkaufskurse verschiedener Börsen gleichzeitig einsehen. Dadurch soll die Preisbildung nachvollziehbarer werden und Anleger erhalten einen besseren Überblick über die verfügbaren Marktpreise.

Warum das PFOF-Verbot den Markt verändert

Mit dem Inkrafttreten des EU-weiten PFOF-Verbots dürfen Broker keine Vergütungen mehr von Handelsplätzen dafür erhalten, Kundenaufträge gezielt dorthin zu leiten. Ziel der neuen Regelung ist ein stärkerer Anlegerschutz und mehr Transparenz bei der Orderausführung.

Viele Neobroker mussten deshalb ihre Geschäftsmodelle anpassen. Trade Republic reagiert darauf mit einer technologischen Neuausrichtung und erweitert gleichzeitig sein Gebührenmodell.

Kritische Einordnung aus Anlegersicht

Die Einführung des neuen Best-Price-Systems ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Wenn der Algorithmus tatsächlich unabhängig den jeweils günstigsten Handelsplatz auswählt, könnten Anleger von besseren Ausführungskursen profitieren als bei einer festen Anbindung an nur einen Börsenplatz.

Allerdings sollten Anleger nicht allein auf die Ordergebühr achten. Entscheidend für die tatsächlichen Handelskosten bleiben weiterhin:

  • die Geld-Brief-Spanne (Spread),
  • mögliche Börsenentgelte,
  • die Liquidität des jeweiligen Handelsplatzes,
  • sowie die tatsächliche Ausführungsqualität.

Ein günstiger Orderpreis nützt wenig, wenn der Kurs schlechter ausfällt als an einer anderen Börse.

Fazit

Mit der Umstellung reagiert Trade Republic auf die neuen europäischen Vorgaben und versucht gleichzeitig, sein günstiges Gebührenmodell zu erhalten. Der 1-Euro-Trade bleibt bestehen, während neue Technologien künftig automatisch den besten verfügbaren Handelsplatz auswählen sollen. Ob Anleger dadurch tatsächlich günstiger handeln, wird sich jedoch erst im praktischen Einsatz und im Vergleich mit anderen Brokern zeigen.

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