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Wanise meint: Atlaslöwen mit Schlussspurt – Kanada spielt, Marokko trifft

Manchmal erzählt ein Ergebnis eine Geschichte, die mit dem tatsächlichen Spielverlauf herzlich wenig zu tun hat. Das 3:0 für Marokko gegen Kanada gehört genau in diese Kategorie. Wer nur auf die Anzeigetafel schaut, könnte meinen, die Atlaslöwen hätten den Co-Gastgeber nach Belieben dominiert. Wer die erste Halbzeit gesehen hat, weiß: So einfach war das nun wirklich nicht.

Kanada machte zunächst genau das, was sich die heimischen Fans erhofft hatten. Viel Ballbesitz, viel Engagement und der Wille, den Favoriten unter Druck zu setzen. Nur leider gibt es im Fußball keinen Extrapunkt für gefälliges Kombinationsspiel oder mehr Ballkontakte. Tore sind bekanntlich die härtere Währung.

Und genau hier zeigte Marokko einmal mehr, warum diese Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft so gefährlich ist. Geduldig, clever und eiskalt. Ein ruhender Ball, perfekt serviert von Achraf Hakimi, brachte die Wende. Plötzlich lag Marokko vorne – und Kanada lief genau in die Falle, die die Nordafrikaner so gerne stellen.

Denn sobald die Atlaslöwen Raum bekommen, wird es ungemütlich. Dann rollen die Gegenstöße mit beeindruckender Geschwindigkeit. Azzedine Ounahi nutzte das gleich zweimal gnadenlos aus. Sein Doppelpack war sinnbildlich für eine Mannschaft, die nicht viele Chancen braucht, um Spiele zu entscheiden.

Kanada dagegen blieb bemüht, kämpferisch und mutig – aber eben auch naiv. Je mehr die „Canucks“ nach vorne warfen, desto größer wurden die Lücken. Dass Soufiane Rahimi in der Nachspielzeit sogar noch das 3:0 nachlegte, machte den Abend für die Gastgeber endgültig bitter. Das Ergebnis fällt am Ende deutlicher aus, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten ließ.

Marokko hingegen marschiert weiter mit einer beeindruckenden Mischung aus Disziplin, Tempo und Effizienz. Die Mannschaft muss nicht glänzen, um zu gewinnen – und genau das macht sie bei einem Turnier so gefährlich. Während andere Favoriten Ballbesitzstatistiken sammeln, sammelt Marokko Siege.

Jetzt wartet im Viertelfinale die nächste große Prüfung. Ob Paraguay nach dem Coup gegen Deutschland oder Topfavorit Frankreich – eines dürfte spätestens nach diesem Auftritt allen klar sein: Wer die Atlaslöwen unterschätzt, könnte ganz schnell selbst zum nächsten Opfer werden. Und Marokko? Das scheint erst richtig warmgelaufen zu sein.

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