In den USA beginnt Vermögensbildung inzwischen direkt im Kreißsaal. Ab dem 4. Juli können Eltern für ihren Nachwuchs ein sogenanntes Trump Account eröffnen. Der Staat legt zum Start gleich 1.000 Dollar obendrauf. Willkommen im Land, in dem das erste Geschenk nicht mehr der Teddybär, sondern ein Investmentkonto ist.
Die Idee klingt zunächst verlockend: Baby kommt zur Welt, Konto wird eröffnet, der Staat zahlt ein, die Familie spart fleißig weiter – und mit etwas Glück bedankt sich der Nachwuchs mit 30 Jahren für die frühe Finanzplanung.
Natürlich hat die Sache einen kleinen Haken. Das Geld liegt dort ziemlich fest. Wer zwischendurch auf die Idee kommt, den Führerschein, das erste Auto oder spontane Shopping-Ausflüge daraus zu finanzieren, lernt schnell: Die Börse ist geduldig – der Gesetzgeber auch.
Finanzexperten mahnen deshalb zur Ruhe. Nur weil der Staat 1.000 Dollar spendiert, müsse das Konto nicht automatisch die beste Lösung sein. Es komme vielmehr darauf an, was Eltern überhaupt erreichen wollen.
Soll das Geld später einmal das Studium finanzieren? Dann sind klassische Bildungs-Sparpläne oft deutlich attraktiver.
Geht es um maximale Flexibilität? Dann kann ein normales Depot sinnvoller sein.
Und wer seinem Kind den perfekten Start in die Altersvorsorge ermöglichen möchte, greift möglicherweise lieber zu anderen Modellen – vorausgesetzt, der Nachwuchs verdient irgendwann eigenes Geld. Babys mit Nebenjob sind allerdings bislang eher selten anzutreffen.
Der eigentliche Star bleibt ohnehin der Zinseszinseffekt. Wer früh anfängt zu sparen, profitiert über Jahrzehnte davon. Das gilt übrigens völlig unabhängig davon, welcher Politiker gerade seinen Namen auf ein Finanzprodukt schreibt.
Das Trump Account ist deshalb weder das finanzielle Wunder noch die große Falle. Es ist schlicht ein weiteres Werkzeug im ohnehin gut gefüllten Werkzeugkasten amerikanischer Sparer.
Die wichtigste Erkenntnis bleibt also überraschend unspektakulär: Nicht der Bonus entscheidet über den Erfolg, sondern der Plan dahinter.
Oder wie ein Finanzberater vermutlich sagen würde: 1.000 Dollar sind ein schöner Anfang – aber selbst daraus werden keine Millionen, wenn danach nur die Zahnfee einzahlt.