Die ohnehin fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran steht erneut auf der Kippe. Bereits den dritten Tag in Folge kommt es zu militärischen Auseinandersetzungen, die auch die Lage rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus weiter verschärfen.
Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) griffen amerikanische Streitkräfte erneut militärische Einrichtungen im Iran an. Ziel der Luftschläge seien Überwachungsanlagen, Kommunikationssysteme, Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Einrichtungen zur Minenverlegung gewesen. Washington begründete die Angriffe mit fortgesetzten iranischen Provokationen, darunter Drohnenangriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus.
US-Präsident Donald Trump machte den Iran für die erneute Eskalation verantwortlich und warnte vor weiteren militärischen Maßnahmen. Sollten die Angriffe auf Schiffe und US-Einrichtungen anhalten, werde Washington erneut reagieren.
Iran reagiert mit Angriffen auf US-Stützpunkte
Teheran weist die Vorwürfe zurück und wirft seinerseits den USA vor, den Waffenstillstand gebrochen zu haben. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden seien als Reaktion Raketen und Drohnen auf US-Militäreinrichtungen in Kuwait und Bahrain abgefeuert worden. Die Führung in Teheran erklärte zudem, sämtliche diplomatischen Gespräche würden ausgesetzt, solange die USA ihre Militärschläge fortsetzten.
Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters wurden bei den iranischen Angriffen bislang keine amerikanischen Soldaten getötet. Auch größere Schäden an US-Einrichtungen seien zunächst nicht bekannt geworden.
Kuwait und Bahrain aktivieren Luftabwehr
In Kuwait meldete das Militär den Einsatz der Luftverteidigung gegen anfliegende Ziele. Auch in Bahrain wurden Luftalarm ausgelöst und die Bevölkerung aufgefordert, geschützte Bereiche aufzusuchen. Die Lage in der gesamten Golfregion bleibt angespannt.
Auch Israel und der Libanon bleiben Krisenherd
Parallel verschärft sich die Situation an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon. Israel führte einen Drohnenangriff im Süden des Libanon durch und erklärte, ein unmittelbares Sicherheitsrisiko ausgeschaltet zu haben. Gleichzeitig stößt das von den USA vermittelte Abkommen zwischen Israel und dem Libanon innerhalb des Landes auf erheblichen Widerstand. Sowohl die Hisbollah als auch mit ihr verbündete politische Kräfte lehnen die Vereinbarung ab und sprechen von einem Eingriff in die nationale Souveränität.
Straße von Hormus bleibt im Fokus
Besonders kritisch bleibt die Situation rund um die Straße von Hormus. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Handelsrouten für den weltweiten Öltransport. Trotz der militärischen Auseinandersetzungen läuft der Schiffsverkehr nach Angaben des US-Militärs bislang weiter, allerdings unter deutlich erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.
Diplomatie droht zu scheitern
Die Ereignisse zeigen, wie fragil die erst vor wenigen Wochen vereinbarte Waffenruhe zwischen Washington und Teheran ist. Während beide Seiten sich gegenseitig Vertragsbruch vorwerfen, wächst international die Sorge, dass der Konflikt erneut außer Kontrolle geraten könnte. Zugleich geraten auch die Bemühungen um eine Stabilisierung des Libanon und der gesamten Region zunehmend unter Druck.