Während die Deutsche Bahn noch darüber diskutiert, ob der Zug heute nur 47 oder 93 Minuten Verspätung hat, hebt Japan den Bahnverkehr einfach mal auf das nächste Level.
Ab Oktober gibt es im Shinkansen die „Supreme Class“ – private Abteile mit verschließbarer Tür, eigenem Sofa, individueller Klimaanlage und persönlicher Beleuchtung.
Kurz gesagt: Das Hotelzimmer fährt jetzt einfach mit.
In Deutschland wäre das vermutlich ebenfalls möglich. Allerdings würde der Zug wegen einer Weichenstörung erst drei Stunden später losfahren, und die Klimaanlage hätte sich bereits beim Einsteigen in den Feierabend verabschiedet.
Die Japaner setzen aber noch einen drauf.
Ab nächstem Jahr kommt mit „Luna Azul“ sogar ein Schlafwagen zurück – mit Liegesitzen, damit man auf der Reise entspannt schlafen kann.
Bei uns schlafen Fahrgäste auch.
Allerdings meistens unfreiwillig, weil der Zug seit zwei Stunden irgendwo zwischen Bielefeld und Hamm auf freier Strecke steht.
Natürlich kostet Reisen in Japan künftig auch etwas mehr. Die Touristensteuer wird verdreifacht.
Die Reaktion der Besucher dürfte trotzdem ungefähr so ausfallen:
„Kein Problem – solange der Zug pünktlich kommt.“
Ein Satz, der in Deutschland mittlerweile fast als Science-Fiction gilt.
Passend zur Sommerhitze gibt es außerdem noch einen Geheimtipp aus der Türkei: Dondurma-Eis.
Das tropft nicht.
Eine sensationelle Erfindung.
Vor allem für alle, die bei 38 Grad versuchen, gleichzeitig ein Eis zu essen, einen Koffer zu ziehen und Google Maps zu bedienen.
Und wer es lieber etwas ruhiger mag, reist nach Palau. Dort gibt es traumhafte Natur, historische Schauplätze des Zweiten Weltkriegs und so wenige Touristen, dass vermutlich jeder Besucher persönlich begrüßt wird.
Fazit:
Japan baut Luxuszüge.
Die Türkei baut schmelzfreies Eis.
Palau setzt auf Ruhe.
Und Deutschland?
Hier freut man sich schon, wenn auf der Anzeigetafel aus „Zug fällt heute leider aus“ wenigstens ein optimistisches „voraussichtlich 35 Minuten Verspätung“ wird.
Auch irgendwie eine Form von Reisekomfort.