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Tödlicher Trend auf Schulhöfen und in sozialen Medien: Ärzte schlagen Alarm wegen der „Blackout-Challenge“

Lindsay_Jayne (CC0), Pixabay

Mediziner warnen eindringlich vor den lebensgefährlichen Folgen der sogenannten „Blackout-Challenge“, die sich vor allem unter Jugendlichen über soziale Medien verbreitet. Was von manchen als Mutprobe oder harmloser Trend angesehen wird, kann innerhalb weniger Minuten zu schweren gesundheitlichen Schäden oder sogar zum Tod führen.

Aktueller Anlass für die Warnungen ist ein Vorfall in Rheinland-Pfalz. Nach bisherigen Informationen soll dort ein 13-jähriger Schüler einen 14-jährigen Mitschüler bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Die Hintergründe werden derzeit untersucht. Der Fall lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf eine gefährliche Praxis, die in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat.

Gefährlicher Nervenkitzel mit unkalkulierbaren Folgen

Bei der sogenannten Blackout-Challenge versuchen Jugendliche bewusst, eine Ohnmacht herbeizuführen. Dies geschieht entweder durch langes Luftanhalten, Druck auf den Brustkorb oder durch Würgen beziehungsweise das Abschnüren der Blutzufuhr zum Gehirn. Ziel ist es, kurzzeitig das Bewusstsein zu verlieren und den Vorgang anschließend zu filmen oder in sozialen Netzwerken zu teilen.

Medizinische Fachleute warnen jedoch davor, die Risiken zu unterschätzen. Schon nach kurzer Zeit kann ein Sauerstoffmangel im Gehirn auftreten. Werden wichtige Hirnregionen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, drohen irreversible Schäden.

Die sächsische Notfallmedizinerin Constanze Schwarz erklärte gegenüber dem MDR, dass bereits wenige Minuten Sauerstoffmangel ausreichen können, um schwerwiegende Folgen auszulösen. Neben dauerhaften Hirnschäden seien auch Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und tödliche Komplikationen möglich.

Gehirn reagiert äußerst empfindlich auf Sauerstoffmangel

Das menschliche Gehirn zählt zu den Organen mit dem höchsten Sauerstoffbedarf. Bereits nach wenigen Sekunden einer unterbrochenen Sauerstoffversorgung können Schwindel, Orientierungslosigkeit und Bewusstseinsstörungen auftreten.

Kommt es zu einer vollständigen Unterversorgung, sterben Nervenzellen ab. Anders als viele andere Körperzellen können diese sich nicht oder nur sehr begrenzt regenerieren. Die Folgen reichen von Konzentrations- und Gedächtnisstörungen bis hin zu dauerhaften Behinderungen.

Besonders gefährlich ist dabei, dass Betroffene die Kontrolle über ihren Körper verlieren. Ein Sturz während der Bewusstlosigkeit kann zusätzlich schwere Kopfverletzungen verursachen. Auch Ersticken oder Herz-Kreislauf-Versagen sind mögliche Folgen.

Soziale Medien verstärken den Druck

Experten sehen einen wesentlichen Grund für die Verbreitung der Challenge in sozialen Netzwerken. Dort werden riskante Mutproben häufig mit Aufmerksamkeit, Klicks und Anerkennung belohnt. Jugendliche unterschätzen dabei oft die tatsächlichen Gefahren oder glauben, die Situation jederzeit kontrollieren zu können.

Psychologen weisen darauf hin, dass insbesondere Kinder und Jugendliche empfänglich für Gruppendruck und die Suche nach Anerkennung sind. Wird eine gefährliche Aktion von Gleichaltrigen als mutig oder spektakulär dargestellt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass andere sie nachahmen.

Eltern und Schulen sollen aufmerksam bleiben

Fachleute appellieren an Eltern, Lehrer und Erziehungsberechtigte, offen mit Kindern und Jugendlichen über die Risiken solcher Internet-Trends zu sprechen. Verbote allein seien häufig nicht ausreichend. Wichtig sei vielmehr, die möglichen Folgen verständlich zu erklären und Jugendliche für die Gefahren zu sensibilisieren.

Warnzeichen können unter anderem häufige Gespräche über Mutproben, entsprechende Videos auf Smartphones oder ungewöhnliche Verletzungen am Hals sein. Eltern sollten bei Verdachtsmomenten das Gespräch suchen und deutlich machen, dass es sich nicht um harmlose Spiele handelt.

Mediziner fordern mehr Aufklärung

Angesichts immer neuer gefährlicher Trends im Internet fordern Ärzte und Präventionsexperten eine intensivere Aufklärungsarbeit an Schulen und in sozialen Medien. Ziel müsse es sein, Jugendliche frühzeitig über die Risiken aufzuklären und ihnen Alternativen zu gefährlichen Mutproben aufzuzeigen.

Der aktuelle Vorfall in Rheinland-Pfalz zeigt nach Ansicht vieler Fachleute, wie schnell vermeintlicher Spaß in einer Tragödie enden kann. Die Blackout-Challenge ist kein harmloser Trend, sondern ein lebensgefährliches Verhalten, das innerhalb von Sekunden schwerste Folgen nach sich ziehen kann.

Mediziner appellieren deshalb eindringlich an Jugendliche: Kein Video, kein Klick und keine Mutprobe sind das eigene Leben oder die Gesundheit wert.

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