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GHF Windpark Chüden-Zerre GmbH & Co. KG: Gewinn bleibt positiv, Ausschüttungen belasten jedoch die Eigenkapitalbasis
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GHF Windpark Chüden-Zerre GmbH & Co. KG: Gewinn bleibt positiv, Ausschüttungen belasten jedoch die Eigenkapitalbasis

geralt (CC0), Pixabay

Die GHF Windpark Chüden-Zerre GmbH & Co. KG mit Sitz in Leer hat das Geschäftsjahr 2024 erneut mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Dennoch zeigt der Jahresabschluss aus Anlegersicht ein gemischtes Bild. Zwar erwirtschaftete die Gesellschaft weiterhin einen Jahresüberschuss und verfügt über eine solide Liquiditätsausstattung, gleichzeitig ist das Eigenkapital im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Ursache hierfür sind vor allem hohe Entnahmen der Gesellschafter über viele Jahre hinweg.

Bilanzsumme leicht rückläufig

Die Bilanzsumme verringerte sich von 1,24 Millionen Euro auf 1,11 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang von rund elf Prozent.

Während das Anlagevermögen von 415.000 Euro auf 554.000 Euro anstieg, ging das Umlaufvermögen deutlich zurück. Die liquiden Mittel sanken von 632.000 Euro auf rund 453.000 Euro. Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich von 190.000 Euro auf 98.000 Euro.

Positiv fällt auf, dass die Gesellschaft ihre Finanzanlagen von 200.000 Euro auf 400.000 Euro verdoppelt hat. Dies deutet auf zusätzliche Investitionen oder Beteiligungen hin.

Jahresüberschuss weiterhin positiv

Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Jahresüberschuss von 39.051 Euro.

Allerdings fällt dieser deutlich niedriger aus als im Vorjahr. 2023 lag der Gewinn noch bei rund 241.000 Euro. Der Gewinnrückgang beträgt damit mehr als 80 Prozent.

Trotz des weiterhin positiven Ergebnisses zeigt sich, dass die Ertragskraft gegenüber dem Vorjahr erheblich nachgelassen hat.

Eigenkapital sinkt deutlich

Besonders auffällig ist die Entwicklung des Eigenkapitals.

Dieses verringerte sich von 456.543 Euro auf 234.594 Euro. Damit hat sich die Eigenkapitalbasis innerhalb eines Jahres nahezu halbiert.

Hintergrund sind nicht operative Verluste, sondern die über Jahre vorgenommenen Ausschüttungen und Entnahmen. Die Gesellschaft weist Kapitalanteile der Kommanditisten von minus 1,6 Millionen Euro aus. Dem stehen Gewinnvorträge und Kapitalrücklagen gegenüber, die das Eigenkapital insgesamt noch positiv halten.

Dennoch zeigt die Bilanz, dass die kumulierten Entnahmen inzwischen erheblich über den ursprünglich eingezahlten Kapitaleinlagen liegen.

Hohe Ausschüttungen an Anleger

Besonders interessant für Anleger ist der Blick auf die Entnahmen.

Nach Angaben im Anhang wurden bis Ende 2024 insgesamt rund 8,13 Millionen Euro an die Gesellschafter ausgeschüttet oder diesen steuerlich zugerechnet. Das ursprünglich eingezahlte Kommanditkapital und atypisch stille Kapital beträgt dagegen lediglich 6,53 Millionen Euro.

Die Anleger haben somit über die Jahre deutlich mehr zurückerhalten als ursprünglich eingezahlt wurde.

Gleichzeitig weist die Gesellschaft ausdrücklich auf die Regelung des § 172 Abs. 4 HGB hin. Danach kann eine Haftung in Höhe zurückgezahlter Einlagen unter bestimmten Voraussetzungen wieder aufleben.

Rückstellungen weiterhin hoch

Die Rückstellungen belaufen sich auf rund 584.000 Euro und machen mehr als die Hälfte der Bilanzsumme aus.

Gegenüber dem Vorjahr sind sie zwar leicht gesunken, bleiben aber ein bedeutender Bilanzposten. Typischerweise enthalten solche Rückstellungen bei Windparks Verpflichtungen für Rückbau, Wartung oder steuerliche Risiken.

Verbindlichkeiten steigen deutlich

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich von rund 113.000 Euro auf knapp 288.000 Euro.

Zwar ist das Niveau weiterhin überschaubar, der Anstieg sollte jedoch beobachtet werden. Positiv ist, dass sämtliche Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres fällig sind und keine langfristigen Finanzschulden bestehen.

Langfristige Verpflichtungen nicht unterschätzen

Neben den bilanzierten Schulden bestehen weitere Verpflichtungen aus Pacht-, Wartungs- und Dienstleistungsverträgen.

Diese summieren sich auf rund 1,89 Millionen Euro:

  • 619.000 Euro werden bereits 2025 fällig,
  • 1,15 Millionen Euro zwischen 2026 und 2029,
  • weitere 121.000 Euro ab 2030.

Gerade die langfristigen Dienstleistungsverträge stellen einen wesentlichen Kostenblock für die kommenden Jahre dar.

Bewertung aus Anlegersicht

Positiv:

  • weiterhin profitabel,
  • keine langfristigen Finanzschulden,
  • hohe Liquiditätsreserven von rund 453.000 Euro,
  • Ausbau der Finanzanlagen,
  • Anleger haben bereits hohe Ausschüttungen erhalten.

Kritisch:

  • Jahresüberschuss stark eingebrochen,
  • Eigenkapital innerhalb eines Jahres nahezu halbiert,
  • steigende Verbindlichkeiten,
  • hohe langfristige Verpflichtungen aus Verträgen,
  • erhebliche Vorentnahmen der Gesellschafter belasten die Kapitalstruktur.

Fazit

Die GHF Windpark Chüden-Zerre GmbH & Co. KG bleibt wirtschaftlich grundsätzlich stabil und erwirtschaftet weiterhin Gewinne. Die Gesellschaft verfügt über ausreichend Liquidität und weist keine langfristige Bankverschuldung auf.

Gleichzeitig zeigt der Jahresabschluss jedoch, dass die Ertragskraft deutlich nachgelassen hat. Die starke Reduzierung des Eigenkapitals und die hohen Ausschüttungen der Vergangenheit haben die finanzielle Substanz spürbar geschwächt. Für Anleger bleibt die Gesellschaft zwar solide aufgestellt, die Entwicklung der Gewinne und des Eigenkapitals sollte in den kommenden Jahren jedoch aufmerksam verfolgt werden.

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