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GHF Windpark Bliesdorf-Ketzin GmbH & Co. KG: Hohe Verluste und bilanzielles Eigenkapital weiterhin vollständig aufgezehrt

geralt (CC0), Pixabay

Die GHF Windpark Bliesdorf-Ketzin GmbH & Co. KG mit Sitz in Leer weist für das Geschäftsjahr 2024 weiterhin eine angespannte Vermögens- und Eigenkapitalsituation aus. Zwar konnten die Verbindlichkeiten im Vergleich zum Vorjahr erheblich reduziert werden, gleichzeitig verringerte sich jedoch auch das Vermögen der Gesellschaft drastisch. Das Eigenkapital bleibt vollständig aufgezehrt, und der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil hat sich erneut erhöht.

Bilanzsumme bricht um fast 80 Prozent ein

Die Bilanzsumme sank von 6,35 Millionen Euro auf lediglich 1,30 Millionen Euro. Hauptursache hierfür ist die massive Reduzierung der unter den Wertpapieren ausgewiesenen Beteiligung an der Neue GHF Windpark Bliesdorf-Ketzin GmbH & Co. KG.

Der Buchwert dieser Beteiligung verringerte sich im Geschäftsjahr 2024 um weitere 5,18 Millionen Euro auf nur noch 830.235 Euro. Hintergrund sind umfangreiche Entnahmen aus der Tochtergesellschaft, die den Beteiligungswert bilanziell reduzieren.

Damit verfügt die Gesellschaft heute nur noch über ein vergleichsweise kleines Vermögen, das nahezu vollständig aus dieser Beteiligung besteht.

Eigenkapital bleibt vollständig verloren

Besonders kritisch bleibt die Eigenkapitalsituation.

Das gezeichnete Kapital der Kommanditisten und atypisch stillen Gesellschafter beträgt weiterhin mehr als 16 Millionen Euro. Allerdings wurden die Kapitaleinlagen durch jahrelange Verluste vollständig aufgezehrt.

Zum Jahresende 2024 weist die Gesellschaft erneut einen nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil von 464.219 Euro aus. Im Vorjahr lag dieser Fehlbetrag noch bei rund 310.000 Euro.

Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich von rund 103.000 Euro auf knapp 155.000 Euro.

Aus Anlegersicht bedeutet dies, dass bilanziell kein Eigenkapital mehr vorhanden ist. Die Gesellschaft lebt bilanziell ausschließlich von der Hoffnung auf zukünftige Erträge und stille Reserven.

Positive Entwicklung bei den Schulden

Positiv hervorzuheben ist die deutliche Verringerung der Verbindlichkeiten.

Diese sanken von 6,34 Millionen Euro auf 1,29 Millionen Euro. Besonders die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen wurden massiv reduziert und liegen nun nur noch bei rund 496.000 Euro.

Dadurch hat sich die Verschuldungssituation erheblich entspannt.

Die verbleibenden Verbindlichkeiten verteilen sich auf:

  • rund 859.000 Euro mit Laufzeiten unter einem Jahr,
  • rund 428.000 Euro mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren.

Langfristige Verbindlichkeiten über fünf Jahre bestehen nicht.

Fortführung nur aufgrund stiller Reserven

Die Geschäftsführung weist im Anhang ausdrücklich auf die bilanzielle Überschuldung hin.

Normalerweise könnte ein solcher Zustand Zweifel an der Fortführung des Unternehmens auslösen. Die Gesellschaft begründet ihre positive Fortführungsprognose jedoch mit vorhandenen stillen Reserven in der Beteiligung an der Neue GHF Windpark Bliesdorf-Ketzin GmbH & Co. KG.

Das bedeutet: Der tatsächliche wirtschaftliche Wert der Beteiligung soll höher sein als der aktuell bilanzierte Wert von lediglich rund 830.000 Euro.

Für Anleger bleibt dies jedoch eine Annahme, die auf Bewertungsmodellen basiert und nicht unmittelbar durch Marktpreise nachgewiesen werden kann.

Weitere Verpflichtungen bestehen

Zusätzlich bestehen nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen von insgesamt rund 568.000 Euro aus langfristigen Dienstleistungsverträgen.

Davon werden:

  • rund 90.000 Euro bereits 2025 fällig,
  • rund 379.000 Euro zwischen 2026 und 2029,
  • weitere rund 99.000 Euro ab 2030.

Diese Verpflichtungen belasten die zukünftige Liquidität zusätzlich.

Bewertung aus Anlegersicht

Positiv:

  • deutlicher Abbau der Verbindlichkeiten,
  • positive Fortführungsprognose laut Geschäftsführung,
  • Beteiligung verfügt offenbar über stille Reserven,
  • keine neuen Kreditbelastungen erkennbar.

Kritisch:

  • Eigenkapital vollständig aufgezehrt,
  • erneuter Jahresverlust,
  • steigender nicht gedeckter Verlustanteil,
  • erheblicher Rückgang des Beteiligungswertes,
  • Gesellschaft hängt wirtschaftlich nahezu vollständig von einer einzigen Beteiligung ab,
  • Fortführungsprognose basiert wesentlich auf Bewertungsannahmen.

Fazit

Die GHF Windpark Bliesdorf-Ketzin GmbH & Co. KG befindet sich weiterhin in einer bilanziell schwierigen Situation. Zwar konnte die Verschuldung deutlich reduziert werden, gleichzeitig ist das Vermögen der Gesellschaft massiv geschrumpft. Das Eigenkapital bleibt vollständig aufgezehrt, und die Gesellschaft schreibt weiterhin Verluste.

Für Anleger ist entscheidend, ob die von der Geschäftsführung genannten stillen Reserven der Beteiligung tatsächlich realisiert werden können. Solange dies nicht geschieht, bleibt die wirtschaftliche Stabilität der Gesellschaft eng an die Entwicklung dieser Beteiligung gekoppelt. Der Jahresabschluss 2024 zeigt daher zwar erste Entlastungen auf der Schuldenseite, insgesamt aber weiterhin ein erhöhtes wirtschaftliches Risiko.

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