Pünktlich zur Hauptreisezeit rollt eine neue Betrugswelle auf Urlauber zu. Kriminelle geben sich über WhatsApp als Mitarbeiter von Hotels aus und fordern Reisende dazu auf, ihre bereits gebuchten Unterkünfte erneut zu bestätigen. Besonders gefährlich: Die Nachrichten enthalten echte Buchungsdaten und wirken dadurch auf den ersten Blick vollkommen glaubwürdig.
Grundlage für die aktuelle Betrugsmasche ist offenbar ein Cyberangriff auf booking.com im April 2026. Dabei sollen Täter Zugriff auf Kunden- und Reservierungsdaten erlangt haben. Diese Informationen werden nun genutzt, um gezielt Urlauber anzusprechen.
Die erste Kontaktaufnahme erfolgt in der Regel über WhatsApp. Die Nachricht ist meist in englischer Sprache verfasst und scheint direkt von der gebuchten Unterkunft zu stammen. Dabei nennen die Betrüger den tatsächlichen Namen des Hotels sowie die korrekten An- und Abreisedaten der Buchung. In aktuellen Fällen werden die Empfänger sogar mit ihrem richtigen Namen angesprochen.
Die Opfer werden darüber informiert, dass ihre Reservierung noch bestätigt werden müsse. Für die angeblich notwendige Identitätsprüfung sei lediglich ein kurzer Vorgang über einen beigefügten Link erforderlich. Gleichzeitig wird versichert, dass keine Abbuchung erfolge. Allerdings könne es – abhängig von der jeweiligen Bank – zu einer vorübergehenden Sperrung des bereits gezahlten Betrags kommen.
Genau an dieser Stelle beginnt der eigentliche Betrug. Wer dem Link folgt, gelangt auf eine gefälschte Internetseite, die optisch an das Buchungsportal von booking.com angelehnt ist. Dort werden die bereits bekannten Reisedaten erneut angezeigt. Durch die Eingabe von Zahlungsinformationen wird jedoch keine Reservierung bestätigt, sondern eine weitere Belastung der Kreditkarte oder die Preisgabe sensibler Bankdaten ermöglicht.
Zusätzlichen Druck erzeugen die Täter durch kurze Fristen. Häufig wird behauptet, der Bestätigungslink sei nur wenige Stunden gültig. Erfolgt keine Reaktion, könne die Buchung storniert oder zu höheren Preisen neu bewertet werden. Diese künstliche Verknappung soll verhindern, dass Betroffene die Echtheit der Nachricht hinterfragen.
Trotz der überzeugenden Aufmachung gibt es deutliche Warnsignale. Der in der WhatsApp-Nachricht enthaltene Link führt nicht auf die offizielle Internetseite von booking.com. Seriöse Buchungsplattformen wickeln Änderungen oder Bestätigungen ausschließlich über das Kundenkonto innerhalb des eigenen Portals ab. Zudem sind Zeitdruck und Drohungen typische Merkmale von Phishing-Angriffen.
Wer Zweifel an der Echtheit einer solchen Nachricht hat, sollte keinesfalls auf den enthaltenen Link klicken. Stattdessen empfiehlt es sich, die Unterkunft direkt telefonisch zu kontaktieren oder die Buchung ausschließlich über die offizielle booking.com-App beziehungsweise das persönliche Kundenkonto zu überprüfen.
Sollten bereits Zahlungsdaten eingegeben worden sein, ist schnelles Handeln erforderlich. Betroffene sollten umgehend ihren Kreditkartenanbieter oder ihre Bank kontaktieren, um mögliche Rückbuchungen zu veranlassen und gegebenenfalls Karten sperren zu lassen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, Konto- und Kreditkartenabrechnungen in den folgenden Wochen besonders aufmerksam zu kontrollieren und verdächtige Transaktionen sofort zu melden.
Die aktuelle Betrugswelle zeigt, wie professionell Kriminelle inzwischen vorgehen. Durch die Nutzung echter Reservierungsdaten gelingt es ihnen, das Vertrauen von Reisenden gezielt auszunutzen. Gerade deshalb sollten Urlauber bei unerwarteten Nachrichten rund um ihre Buchungen besondere Vorsicht walten lassen und sensible Daten niemals über Links in Messenger-Diensten preisgeben.