Kriminelle nutzen aktuell erneut den Namen von FinanzOnline, um an sensible Zugangsdaten ihrer Opfer zu gelangen. Im Mittelpunkt der aktuellen Phishing-Welle steht ein angeblicher Bescheid, der in der DataBox des FinanzOnline-Kontos hinterlegt sein soll und eine finanzielle Gutschrift verspricht.
Die betrügerischen E-Mails vermitteln den Eindruck, dass Nutzerinnen und Nutzer Anspruch auf eine Auszahlung haben. Um die Überweisung durchführen zu können, sei jedoch zunächst ein Abgleich der persönlichen Stammdaten sowie eine einmalige Legitimierung der Bankverbindung erforderlich.
Für diesen Vorgang enthält die Nachricht einen vermeintlichen Link zum FinanzOnline-Portal. Genau hier beginnt die eigentliche Betrugsmasche. Der Link führt nicht auf die offizielle Internetseite von FinanzOnline, sondern auf eine täuschend echt gestaltete Phishing-Seite. Dort versuchen die Täter, die Zugangsdaten für das Steuerportal sowie die Anmeldedaten für das Onlinebanking ihrer Opfer abzugreifen.
Um ihre Nachrichten möglichst glaubwürdig erscheinen zu lassen, verwenden die Kriminellen zahlreiche Details. So werden beispielsweise angebliche Geschäftszahlen, Dokumentenarten, Statusmeldungen oder konkrete Erstattungsbeträge genannt. In einem bekannten Fall wurde sogar eine vermeintliche Abgabengutschrift in Höhe von 667,10 Euro angekündigt. Diese Angaben dienen ausschließlich dazu, Vertrauen zu schaffen und die Empfänger zu einer schnellen Reaktion zu bewegen.
Besonders perfide ist, dass echte FinanzOnline-Benachrichtigungen tatsächlich auf neue Dokumente in der DataBox hinweisen können. Der entscheidende Unterschied besteht jedoch darin, dass offizielle Mitteilungen grundsätzlich keine direkten Links zum Login enthalten.
Verbraucher sollten daher auf mehrere Warnsignale achten. Zwar erscheint häufig der Absendername „FinanzOnline System“, die tatsächliche E-Mail-Adresse stammt jedoch nicht von der Finanzverwaltung. Darüber hinaus enthalten Phishing-Nachrichten nahezu immer Aufforderungen zum Anklicken eines Links. Hinzu kommt der gezielte Aufbau von Zeitdruck. Formulierungen, wonach die Auszahlung aus Sicherheitsgründen ausgesetzt werde oder der Datenabgleich zeitnah erfolgen müsse, sollen die Betroffenen zu unüberlegtem Handeln verleiten.
Nach Erkenntnissen von Sicherheitsexperten werden derartige Phishing-Nachrichten teilweise über die kompromittierten E-Mail-Server realer Unternehmen verschickt. Dadurch wirken die technischen Absenderdaten zunächst unauffällig und erschweren die Erkennung des Betrugs.
Wer bereits auf einen entsprechenden Link geklickt und Zugangsdaten eingegeben hat, sollte unverzüglich reagieren. Betroffene sollten umgehend ihre Bank kontaktieren, um notwendige Schutzmaßnahmen wie eine Kontosperrung einzuleiten. Sofern noch möglich, sollten die Zugangsdaten für das Onlinebanking und das FinanzOnline-Konto sofort geändert werden. Ist ein Zugriff auf die Konten nicht mehr möglich, sollten die jeweiligen Wiederherstellungsfunktionen genutzt oder die zuständigen Stellen direkt kontaktiert werden.
Darüber hinaus empfiehlt es sich, Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen in den kommenden Wochen besonders aufmerksam zu kontrollieren. Verdächtige Buchungen sollten sofort der Bank gemeldet werden. Zusätzlich sollten Betroffene Anzeige bei der Polizei erstatten.
Grundsätzlich gilt: Wer eine E-Mail mit dem Hinweis auf neue Dokumente in der FinanzOnline-DataBox erhält, sollte das Portal ausschließlich über die offizielle Internetseite oder die bekannten Zugangswege aufrufen – niemals über Links aus E-Mails. Gerade bei vermeintlichen Steuergutschriften ist besondere Vorsicht geboten, denn die Aussicht auf eine schnelle Auszahlung gehört zu den wirksamsten Werkzeugen moderner Phishing-Betrüger.