Monatelang hielten viele das angekündigte „Trump Mobile T1“ für einen Marketing-Gag oder gar für eine Betrugsmasche. Hunderttausende Vorbesteller warteten vergeblich auf Informationen, konkrete Liefertermine blieben aus. Nun ist das Smartphone tatsächlich ausgeliefert worden — und sorgt bereits weltweit für Diskussionen.
Das goldfarbene „Trump-Phone“ trägt nicht nur mehrfach den Namen von Donald Trump, sondern offenbar auch viele Widersprüche in sich. Technikexperten sprechen von einem funktionierenden Smartphone mit kuriosen Details, fragwürdigen Patriotismus-Symbolen und erheblichen Zweifeln an der versprochenen US-Produktion.
Nach monatelangen Verzögerungen taucht das Handy plötzlich auf
Noch vor wenigen Tagen hatte der Technikjournalist Brian Cheung bei NBC News öffentlich daran gezweifelt, ob das Smartphone überhaupt jemals erscheinen würde.
Das Gerät war ursprünglich bereits für August 2025 angekündigt worden. Viele der offenbar rund 590.000 Vorbesteller wurden immer wieder vertröstet. Selbst der Kundenservice von Trump Mobile konnte laut NBC Mitte Mai 2026 noch keinen konkreten Veröffentlichungstermin nennen.
Wenige Tage später hielt Cheung das Gerät dann überraschend selbst in den Händen.
Technisch solide – aber mit auffälligen Besonderheiten
Der erste Eindruck: Das Smartphone funktioniert tatsächlich. Laut Cheung erledigt es klassische Smartphone-Aufgaben problemlos — Telefonieren, Nachrichten, Internet und Apps laufen offenbar stabil.
Das Gerät bietet:
- ein 6,78-Zoll-Display
- 512 GB Speicher
- eine 50-Megapixel-Kamera
- einen Preis von 499 US-Dollar
Gerade der große Speicher gilt in dieser Preisklasse als vergleichsweise großzügig.
Auch die Kamera liefere „ziemlich gute Fotos“, berichtet der Journalist.
Truth Social vorinstalliert – und eine US-Flagge mit Fehler
Politisch wird es beim Design. Die App von Truth Social, Donald Trumps eigenem sozialen Netzwerk, ist bereits vorinstalliert. Zudem prangt der Name „Trump“ mehrfach auf dem goldenen Gehäuse.
Besonders irritierend: Die aufgedruckte US-Flagge besitzt offenbar nur elf statt der korrekten 13 Streifen. Gerade für patriotische Trump-Anhänger dürfte das peinlich wirken.
In sozialen Netzwerken sorgte dieser Designfehler bereits für Spott und Diskussionen.
Das große Versprechen „Made in USA“ verschwindet
Noch schwerer wiegt für viele Käufer jedoch ein anderer Punkt. Bei der Vorstellung des Geräts hatten Trumps Söhne Donald Trump Jr. und Eric Trump angekündigt, das Smartphone werde „Made in the USA“ produziert.
Genau dieses Versprechen scheint nun deutlich relativiert worden zu sein.
Im Laufe der langen Verzögerungen verschwand der Hinweis „Made in the USA“ schrittweise von der offiziellen Website. Stattdessen ist inzwischen nur noch von „Assembled in USA“ die Rede — also lediglich in den USA zusammengesetzt.
Experten gehen davon aus, dass große Teile der Produktion weiterhin im Ausland stattfinden.
Experten vermuten umgebautes HTC-Smartphone
Besonders brisant: Nach Einschätzung des Reparaturexperten Shahram Mokhtari handelt es sich beim Trump-Phone vermutlich gar nicht um ein eigenständig entwickeltes Gerät.
Der Experte vom Reparaturdienst iFixit vermutet vielmehr eine leicht veränderte Version des HTC U24 Pro des taiwanesischen Herstellers HTC.
Darauf würden unter anderem:
- Seitenknöpfe
- Display
- Ladeanschluss
- Kopfhörerbuchse
hinweisen.
Lediglich bei Kameraanordnung und Blitz erkenne man kleinere Unterschiede.
Das HTC U24 Pro war bereits 2024 auf den Markt gekommen und gilt laut Techniktests als solides Mittelklasse-Smartphone. Online ist es teilweise bereits für rund 400 Euro erhältlich — allerdings ohne Goldgehäuse, Trump-Schriftzüge und fehlerhafte US-Flagge.
Symbolprodukt zwischen Politik und Marketing
Das Trump-Phone zeigt damit exemplarisch, wie stark Politik, Markeninszenierung und Technik inzwischen miteinander verschmelzen. Für Fans dürfte das Gerät vor allem ein Symbolprodukt sein — weniger ein technologischer Meilenstein.
Kritiker hingegen sehen darin vor allem geschicktes politisches Marketing mit patriotischer Verpackung und fragwürdigen Produktionsversprechen.
Fest steht: Kaum ein Smartphone-Start der vergangenen Jahre war so politisch aufgeladen — und gleichzeitig so voller kurioser Details.