Die Fondsgesellschaft Mirova plant gemeinsam mit Natixis Investment Managers International eine umfassende Neuordnung zweier nachhaltiger Klimafonds. Konkret soll der Teilfonds „Mirova Climate Equity“ mit dem Teilfonds „Mirova Thematic Climate“ der Gesellschaft Natixis International Funds (Lux) I verschmolzen werden. Der geplante Wirksamkeitstermin der Zusammenlegung ist der 25. Juni 2026.
Für Anleger bedeutet dies vor allem eines: Ihre bisherigen Fondsanteile sollen automatisch in Anteile des aufnehmenden Fonds umgewandelt werden. Der bisherige Fonds „Mirova Climate Equity“ wird anschließend vollständig aufgelöst und aus der Fondspalette verschwinden.
Was hinter der Zusammenlegung steckt
Nach Angaben der Gesellschaften verfolgt die Fusion das Ziel, Anlegern langfristig ein attraktiveres Anlageangebot bereitzustellen. Als Gründe werden insbesondere die stärkere historische Wertentwicklung sowie bessere Wachstumsperspektiven des aufnehmenden Teilfonds genannt.
Der Vorgang ist Teil einer größeren strategischen Neuordnung innerhalb der internationalen Fondsstruktur von Mirova und Natixis. Beide Fonds zählen zum Bereich nachhaltiger Investmentfonds und investieren weltweit in Unternehmen, die Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels entwickeln oder fortschrittliche Umweltstrategien umsetzen.
Dabei handelt es sich um sogenannte Artikel-9-Fonds nach der europäischen Offenlegungsverordnung (SFDR). Diese Kategorie gilt als höchste Nachhaltigkeitsstufe im europäischen Fondsmarkt.
Treuhand- und Fondsstrukturen spielen zentrale Rolle
Die geplante Zusammenlegung zeigt zugleich die Bedeutung moderner Treuhand- und Fondsstrukturen innerhalb der internationalen Finanzbranche. Investmentfonds wie diese gehören zum Bereich der „Treuhand- und sonstigen Fonds u. ä. Finanzinstitutionen“. Gemeint sind damit Finanzgesellschaften, die Vermögenswerte für Anleger bündeln und verwalten.
Gerade große internationale Fondsanbieter arbeiten häufig mit komplexen Fonds- und Verwaltungskonstruktionen über mehrere Länder hinweg. Luxemburg gilt dabei seit Jahren als einer der wichtigsten Standorte Europas für Investmentfonds und internationale Fondsfusionen.
Für Anleger bedeutet das jedoch auch: Sie sollten die rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen solcher Umstrukturierungen genau prüfen. Denn obwohl die Fonds ähnliche Strategien verfolgen, verändern sich teilweise wichtige Rahmenbedingungen.
Unterschiede trotz ähnlicher Klimastrategie
Auch wenn beide Fonds auf nachhaltige Klima-Investments setzen, gibt es Unterschiede.
So wird der bisherige Fonds „Mirova Climate Equity“ in Euro geführt, während der aufnehmende Fonds „Mirova Thematic Climate“ auf US-Dollar-Basis verwaltet wird. Dadurch können künftig zusätzliche Währungsrisiken entstehen.
Darüber hinaus darf der aufnehmende Fonds stärker in Schwellenländer investieren und zusätzlich sogenannte REITs – also börsennotierte Immobiliengesellschaften – beimischen. Das kann Chancen eröffnen, erhöht aber unter Umständen auch die Schwankungsanfälligkeit.
Änderungen bei Gebühren und Kosten
Besonders aufmerksam sollten Anleger auf die Kostenstruktur achten. Beim eingebrachten Fonds waren für einzelne Anteilsklassen Performancegebühren vorgesehen. Diese entfallen beim neuen Fondsmodell.
Allerdings unterscheiden sich die laufenden Kosten je nach Anteilsklasse teilweise erheblich. Anleger sollten daher genau prüfen, welche neue Anteilsklasse sie künftig erhalten und welche Gebühren damit verbunden sind.
Die Gesellschaften betonen, dass die neuen Fondsanteile ohne Ausgabeaufschläge, Rücknahmegebühren oder Umtauschprovisionen ausgegeben werden sollen. Die Kosten der Verschmelzung selbst übernimmt laut Mitteilung die Verwaltungsgesellschaft Natixis Investment Managers International.
Welche Möglichkeiten Anleger jetzt haben
Anleger des eingebrachten Fonds können ihre Anteile noch bis zum 17. Juni 2026 um 13:30 Uhr Luxemburger Zeit zurückgeben oder umtauschen. Danach wird der Handel mit dem bisherigen Fonds bis zur Umsetzung der Fusion ausgesetzt.
Wichtig ist zudem: Der Gesamtwert der bisherigen Beteiligung soll zwar erhalten bleiben, die Anzahl der neuen Fondsanteile kann sich jedoch ändern. Hintergrund ist das Umtauschverhältnis, das auf Basis der jeweiligen Nettoinventarwerte berechnet wird.
Steuerliche Folgen möglich
Steuerlich kann die Fondsverschmelzung je nach Wohnsitzland und persönlicher Situation unterschiedliche Auswirkungen haben. Anleger sollten daher prüfen lassen, ob durch den automatischen Anteilstausch steuerpflichtige Vorgänge entstehen.
Keine klassische Liquidation
Bei der Maßnahme handelt es sich nicht um eine klassische Fondsliquidation, sondern um eine strukturelle Zusammenlegung innerhalb der Mirova- und Natixis-Fondswelt. Für Anleger kann die Fusion Vorteile bringen – etwa durch ein größeres Fondsvolumen, den Wegfall bestimmter Performancegebühren und eine breitere internationale Aufstellung.
Gleichzeitig zeigt der Fall aber auch, wie komplex moderne Fonds- und Treuhandstrukturen inzwischen geworden sind. Gerade bei internationalen ESG- und Klimafonds sollten Anleger deshalb nicht nur auf Nachhaltigkeitsversprechen achten, sondern auch Währungsrisiken, Gebührenmodelle, Anlagegrenzen und steuerliche Auswirkungen sorgfältig prüfen.