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Windpark Albisheim: Gewinneinbruch trotz stabiler Anlagenbasis – was Anleger jetzt beachten sollten

geralt (CC0), Pixabay

Die Betreibergesellschaft des Windparks Albisheim hat im Geschäftsjahr 2024/2025 einen deutlichen Ergebnisrückgang verzeichnet. Der Jahresüberschuss der Windpark Albisheim GmbH & Co. KG fiel von rund 2,14 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch 451.000 Euro. Gleichzeitig halbierten sich die Umsatzerlöse nahezu von 4,5 Millionen Euro auf 2,3 Millionen Euro.

Für Anleger stellt sich damit zwangsläufig die Frage: Handelt es sich lediglich um ein schwächeres Windjahr – oder zeigt sich hier eine zunehmende Verwundbarkeit älterer Windpark-Beteiligungen?

Die Gesellschaft betreibt drei Windenergieanlagen und gehört zum Umfeld der Cerventus Naturenergie beziehungsweise des MVV-Energie-Konzerns. Operativ läuft der Windpark grundsätzlich stabil weiter. Größere technische Schäden oder außergewöhnliche Belastungen wie beim Schwesterprojekt Hungerberg I mit einem Brandereignis gab es in Albisheim nicht. Gerade deshalb fällt der Gewinneinbruch umso stärker auf.

Auffällig ist vor allem der massive Rückgang der Stromerlöse. Die Einnahmen aus Einspeisevergütungen und Direktvermarktung gingen deutlich zurück. Das zeigt, wie abhängig selbst etablierte Windparks weiterhin von Windaufkommen, Marktpreisen und Vermarktungsbedingungen bleiben.

Gleichzeitig wird sichtbar, dass die Gesellschaft inzwischen stärker in eine Phase der Reife und Konsolidierung eintritt. Die Anlagen werden planmäßig weiter abgeschrieben. Allein die Abschreibungen beliefen sich erneut auf rund 1,0 Millionen Euro. Hinzu kommen laufende Wartungs-, Betriebsführungs- und Finanzierungskosten.

Positiv aus Sicht der Anleger ist dagegen die weiter sinkende Verschuldung. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich von 6,03 Millionen Euro auf 5,07 Millionen Euro. Auch die Zinsbelastung ging zurück. Das spricht dafür, dass der Windpark seine Finanzierung weiterhin planmäßig bedienen kann.

Dennoch verschlechterte sich die Liquiditätslage spürbar. Die Bankguthaben sanken innerhalb eines Jahres von über 4 Millionen Euro auf nur noch 1,8 Millionen Euro. Gleichzeitig beschloss die Gesellschafterversammlung, den kompletten Jahresüberschuss auszuschütten.

Für Anleger klingt eine Vollausschüttung zunächst attraktiv. Kritisch betrachtet bedeutet sie jedoch auch: Das Unternehmen baut kaum zusätzliche Reserven auf. Gerade bei Windparks kann das problematisch werden, wenn unerwartete Reparaturen, schwächere Windjahre oder technische Ausfälle auftreten.

Hinzu kommen langfristige Verpflichtungen. Für den späteren Rückbau der Anlagen bestehen bereits bilanzierte Verpflichtungen von knapp 500.000 Euro. Zusätzlich laufen Gestattungs- und Nutzungsverträge über insgesamt mehr als 1,3 Millionen Euro.

Ein weiterer Punkt aus Anlegersicht: Die Gesellschaft beschäftigt keine eigenen Arbeitnehmer. Betrieb und Verwaltung erfolgen vollständig über verbundene Gesellschaften und Dienstleister. Das reduziert zwar Fixkosten, erhöht aber zugleich die Abhängigkeit von externen Strukturen innerhalb des Konzerns.

Positiv hervorzuheben bleibt der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Die Prüfer sahen keine Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses. Auch die energiewirtschaftlichen Rechnungslegungspflichten nach dem EnWG wurden eingehalten.

Unter dem Strich zeigt der Jahresabschluss ein gemischtes Bild:
Der Windpark Albisheim ist keineswegs in einer akuten Krise. Die Finanzierung wirkt weiterhin tragfähig, die Anlagen laufen stabil und die Schulden sinken. Gleichzeitig offenbart der starke Rückgang von Umsatz, Gewinn und Liquidität aber, wie sensibel Windparkgesellschaften auf schwankende Marktbedingungen reagieren können.

Für Anleger dürfte deshalb künftig weniger die Frage nach hohen Ausschüttungen entscheidend sein – sondern vielmehr, ob der Windpark auch bei dauerhaft niedrigeren Stromerlösen ausreichend Reserven und Stabilität besitzt.

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