Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht einen jungen Fonds mit klarer US-Ausrichtung und einem defensiven Basisportfolio, aber zugleich einer anspruchsvollen Derivatestrategie. Das Fondsvermögen lag zum 31.12.2025 bei 28,996 Mio. USD, der Anteilwert bei 101,66 USD. Seit Auflegung am 17.02.2025 erzielte der Fonds eine Wertentwicklung von +1,66 %, was angesichts des kurzen Rumpfgeschäftsjahres positiv, aber noch wenig aussagekräftig ist.
Positiv hervorzuheben ist die solide Grundstruktur: Rund 72,9 % des Fondsvermögens waren in kurzlaufenden verzinslichen Wertpapieren investiert, überwiegend in US-Staatsanleihen sowie Anleihen bonitätsstarker Emittenten wie Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, NVIDIA und supranationaler Emittenten. Weitere 27,2 % entfielen auf Bankguthaben und Termingelder. Dadurch bestehen laufende Zinserträge und ein begrenztes Zinsänderungsrisiko, da die Restlaufzeiten überwiegend unter drei Jahren liegen.
Kritischer ist die Derivatestrategie zu bewerten. Der Fonds setzte im Berichtszeitraum ausschließlich Short-Positionen auf US-Aktienindizes ein. Ziel war es, in schwächeren Marktphasen von fallenden Kursen zu profitieren. Diese Strategie kann in fallenden Märkten stabilisierend wirken, ist aber in steigenden Aktienmärkten nachteilig. Tatsächlich waren die wesentlichen Quellen des negativen Veräußerungsergebnisses realisierte Verluste aus verkauften Futures. Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften betrug -693.322,87 USD, während der positive Gesamtertrag vor allem durch nicht realisierte Gewinne und Zinserträge gestützt wurde.
Die Kostenstruktur ist für Anleger ein wichtiger Punkt. Die Gesamtkostenquote von 1,86 % wirkt für einen Fonds mit hohem Anteil an Anleihen, Liquidität und taktischen Futures eher hoch. Die laufenden Erträge von 589.842 USD wurden durch Aufwendungen von 473.059 USD deutlich reduziert. Netto verblieb ein ordentlicher Ertrag von nur 116.783 USD.
Das Risikoprofil ist gemischt: Einerseits sorgen Investment-Grade-Anleihen, kurze Laufzeiten und hohe Liquidität für Stabilität. Andererseits erhöhen Futures, Währungsrisiken und taktische Short-Positionierungen die Komplexität. Besonders für Euro-Anleger ist die USD-Orientierung relevant, da Wechselkursbewegungen die Rendite deutlich beeinflussen können.
Insgesamt eignet sich der US Focus Fund eher für Anleger, die eine konservative Zinsbasis mit aktiver taktischer Absicherung gegen US-Aktienmarktrisiken kombinieren möchten. Für klassische Anleiheinvestoren ist die Derivatekomponente möglicherweise zu spekulativ, für Aktienanleger wiederum fehlt eine klare Long-Partizipation an steigenden Märkten. Die erste Wertentwicklung ist positiv, aber noch zu kurz, um die Qualität der Strategie belastbar zu beurteilen. Eine Anlageentscheidung sollte daher vor allem davon abhängen, ob Anleger dem aktiven Timing der Short-Positionen vertrauen und die Kostenquote als angemessen ansehen.